Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

Busengrapscher: Trotz sexueller Belästigung keine Kündigung

Busengrapscher  

Trotz sexueller Belästigung keine Kündigung

10.02.2015, 11:46 Uhr | t-online.de

Busengrapscher: Trotz sexueller Belästigung keine Kündigung. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Auch in einem solchen Fall der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Auch in einem solchen Fall der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz muss nicht automatisch den Job kosten. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom November hervor. Verhandelt wurde der Fall eines Automechanikers, der einer Reinigungskraft an den Busen griff. Eine Abmahnung in diesem Fall wäre ausreichend gewesen, urteilte das Gericht (2 AZR 651/13). Die Begründung der Richter wurde jetzt veröffentlicht.

Im vorliegenden Fall betrat der Mann die Sozialräume des Betriebs, um sich umzuziehen. Er traf dort auf die ihm bislang unbekannte Putzfrau einer externen Firma. Sie redeten miteinander und die Reinigungskraft stellte sich im Verlauf des Gesprächs neben den Mann. Der Automechaniker sagte ihr, sie habe einen schönen Busen und griff ihr an eine Brust.

Die Frau sagte, dass sie dies nicht wolle. Der Mechaniker ließ daraufhin sofort von ihr ab. Er zog sich um und verließ den Sozialraum. Die Putzfrau schilderte den Vorfall später ihrem Arbeitgeber, der seinerseits den Betrieb des Mechanikers informierte.

Mechaniker gesteht Vorfall

Bei einem Personalgespräch gestand der Kfz-Mechaniker den Vorfall ein und erklärte, er habe sich eine Sekunde lang vergessen. "Die Sache" tue ihm furchtbar leid. Er schäme sich, so etwas werde sich nicht wiederholen. Der Arbeitgeber kündigte ihm trotzdem fristlos.

Der Mechaniker entschuldige sich anschließend schriftlich bei der Reinigungskraft und zahlte ein Schmerzensgeld als Täter-Opfer-Ausgleich. Ein Strafverfahren wurde eingestellt.

Grundsatz der Verhältnismäßigkeit

Der Automechaniker legte daraufhin gegen seine Kündigung Klage ein und bekam Recht. Grundsätzlich rechtfertige die sexuelle Belästigung von Kunden zwar eine fristlose Kündigung. Doch es müsse auch geprüft werden, ob die Kündigung verhältnismäßig sei, so das Bundesarbeitsgericht.

Zudem habe der Mann seinen Fehler trotz des Fehlens von Zeugen sofort eingeräumt, sich entschuldigt und einen Täter-Opfer-Ausgleich gezahlt. Eine Wiederholungsgefahr sah das Gericht nicht.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Diese Banken finanzieren Ihr Eigenheim
Jetzt hier den Zins-Check machen:

AnzeigeZINS-CHECK

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal