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Studie zum Gehalt: Gehören Sie mit Ihrem Einkommen zur Oberschicht?

Neue Berechnungen  

Mit diesem Gehalt gehören Sie in Deutschland zur Oberschicht

13.08.2019, 10:36 Uhr | AFP, jb

Healthy Happy Family (Quelle: AFP)

Arm oder reich: Die Kluft wird immer größer, warnt eine aktuelle Studie. (Quelle: AFP)

Kinder trifft Einkommenskluft am meisten

Die Kluft zwischen armen und reichen Familien in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren noch größer geworden - Leidtragende sind vor allem die Kinder. Das zeigt eine Studie des Paritätischen Gesamtverbands. (Quelle: AFP)

Arm oder reich: Die Kluft wird immer größer, warnt eine aktuelle Studie. (Quelle: AFP)


Gehören Sie mit zu den Einkommensstärksten in der Gesellschaft oder doch zur Mittelschicht? Eine Studie zeigt, dass viele bei der Einordnung in die Gesellschaft einen deutlichen Rechenfehler begehen – und zeigt die korrekten Einkommensgrenzen auf. 

Wer gehört in Deutschland zur Oberschicht? Ein Single mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.440 Euro zählt bereits zu den einkommensstärksten zehn Prozent der Gesellschaft, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zeigt. Ein Paarhaushalt ohne Kinder liegt wegen der Einspareffekte im Haushalt demnach bei einem monatlichen gemeinsamen Nettoeinkommen von rund 5.160 Euro im oberen Einkommensbereich.

Niemand fühle sich der einkommensreichsten Gesellschaft zugehörig

Wenn es um die subjektive Einordnung in die Gesellschaft geht, sortieren sich die meisten Menschen demnach in die Mittelschicht oder obere Mittelschicht ein. Nur wenige zählen sich früheren Umfragen zufolge selbst zur sozialen Oberschicht. Praktisch niemand fühle sich den einkommensreichsten 20 Prozent der Gesellschaft zugehörig.

Die IW-Experten werteten für ihre Analyse Daten aus den Haushaltsbefragungen des Sozio-ökonomischen Panels für das Jahr 2016 aus. Im Fokus steht das sogenannte bedarfsgewichtete mittlere Nettoeinkommen: Dabei wird unter anderem berücksichtigt, dass größere Haushalte zwar einen höheren Bedarf an Wohnraum oder Lebensmitteln haben, in anderen Bereichen etwa bei gemeinsamen Versicherungen aber geringere Pro-Kopf-Kosten anfallen. Zudem wird berücksichtigt, dass jüngere Kinder einen geringeren Bedarf haben als Erwachsene.

Im Jahr 2016 lag das bedarfsgewichtete mittlere Nettoeinkommen in Deutschland bei monatlich 1.869 Euro – eine Hälfte der Bevölkerung hatte netto mehr Geld zur Verfügung, die andere Hälfte weniger. In der Gruppe der Alleinerziehenden zählt man mit einem mittleren Nettoeinkommen von 1.309 Euro zum einkommensärmsten Viertel der Bevölkerung.

Ausbildung kann Einkommenssituation verbessern

Ein Hochschulabschluss bietet hohe Chancen, die oberen Einkommensbereiche zu erreichen. Umgekehrt ist es bei Menschen ohne Bildungs- und Berufsabschluss – selbst sie liegen bei der Selbsteinschätzung aber oft daneben. Auch wenn Menschen ohne Abschluss in ihrer Vergleichsgruppe eine mittlere Einkommensposition einnehmen, sortieren sie sich selbst nur knapp oberhalb des ärmsten Viertels der Bevölkerung ein.

Ein Fünftel der Bevölkerung: Wann man in Deutschland als arm gilt. (Quelle: t-online.de)

Möchten sich Akademiker mit der Einkommenssituation anderer Akademiker vergleichen, müssen sie als Alleinlebende ein Nettoeinkommen von 2.541 Euro zur Verfügung haben, damit sie genau in der Mitte der Gruppe der Hochschulabsolventen landen. In der Gesamtbevölkerung lagen 2016 im Übrigen beinahe drei Viertel der Bundesbürger unterhalb dieses Einkommens.

Auch regional deutliche Unterschiede

Unterschiede zeigen sich auch zwischen Stadt und Land. Das mittlere Einkommen in städtischen Regionen liegt 116 Euro oberhalb dessen in ländlichen Räumen. Allerdings werden dabei noch keine regionalen Preisunterschiede berücksichtigt.

Das gilt auch für den Ost-West-Vergleich. Während Menschen mit einem Nettoeinkommen über 2.839 Euro in Ostdeutschland zu den obersten zehn Prozent gehören, liegt man in Westdeutschland damit nur unter den obersten 20 Prozent.


Auch Eigentum macht sich bemerkbar. Während das mittlere Einkommen der Mieter bei 1.493 Euro liegt, beträgt dieses bei Eigentümern 2.252 Euro – ein Unterschied von 759 Euro im Monat. Wer in selbst genutztem Eigentum lebt, hat damit eine hohe Wahrscheinlichkeit, sich eher im oberen Einkommensbereich einzusortieren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp

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