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Trotz hoher Inflation – das ist alles billiger geworden

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Backmischungen im Supermarkt (Symbolbild): Wer einen Kuchen backen will, kommt dabei etwas gĂŒnstiger weg als noch vor einem Jahr.
Backmischungen im Supermarkt (Symbolbild): Wer einen Kuchen backen will, kommt dabei etwas gĂŒnstiger weg als noch vor einem Jahr. (Quelle: WaldmĂŒller/imago-images-bilder)
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FĂŒr Verbraucher ist das Leben in diesem Jahr deutlich teurer geworden. Das liegt vor allem an einer GĂŒtergruppe. Doch es gibt auch Dienstleistungen und Produkte, deren Preise gesunken sind.

Monat fĂŒr Monat verkĂŒndet das Statistische Bundesamt eine höhere Inflationsrate, im November lag sie gar bei 5,2 Prozent – so hoch wie seit 1992 nicht mehr. Der rasante Anstieg liegt vor allem an den explodierenden Energiekosten, die sich wiederum auf die Preise zahlreicher anderer GĂŒter auswirken. Doch die Inflationsrate ist nur ein Durchschnittswert, einige Waren und Dienstleistungen sind sogar gĂŒnstiger geworden.


Kurz erklÀrt: Was ist eigentlich Inflation?

Die Redaktion Wirtschaft und Finanzen erklĂ€rt in fĂŒnf Bildern die Inflation und wie diese sich auf Verbraucher auswirkt.
Folgen der Inflation bemerken die Verbraucher meist zuerst im Supermarkt.
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Welche das genau sind, zeigt ein Blick auf den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts, der an diesem Freitag aktualisiert wurde. Um den Index – und damit die Inflationsrate – zu berechnen, verwendet die Behörde einen fiktiven Warenkorb, der 650 GĂŒterarten umfasst. Er soll alle Waren und Dienstleistungen reprĂ€sentieren, die private Haushalte in Deutschland kaufen.

Folgende GĂŒter sind den Statistikern zufolge billiger geworden:

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  • Ton-, Bild- und andere bespielte DatentrĂ€ger: -14,3 Prozent
  • Computersoftware: -3,9 Prozent
  • Versicherungsdienstleistungen fĂŒr die Wohnung: -3,3 Prozent
  • GemĂŒse (ohne Kartoffeln), frisch oder gekĂŒhlt: -1,9 Prozent
  • Andere Empfangs-, Aufnahme- und WiedergabegerĂ€te: -0,8 Prozent
  • Entgelt fĂŒr GlĂŒcksspiele: -0,6 Prozent
  • Backmischung fĂŒr Kuchen: -0,4 Prozent
  • Andere Bekleidungsartikel: -0,3 Prozent

Gas, Öl und Sprit treiben Inflation an

Besonders verteuert haben sich hingegen weiter die Energiepreise. Spitzenreiter ist dabei FlĂŒssiggas, dessen Preis seit November 2020 um mehr als 83 Prozent gestiegen ist. Es folgen Heizöl (+59,1 Prozent), Diesel (+48,5 Prozent), Autogas (+46,0 Prozent) und Superbenzin (+41,2 Prozent).

Deutlich mehr Geld mussten Verbraucher auch fĂŒr die Miete von Fahrzeugen, Garagen und StellplĂ€tzen ausgeben (+27,5 Prozent). Kameras verteuerten sich um 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei den Lebensmitteln sind die Preise fĂŒr Eier stark gestiegen (+14,7 Prozent). Gleiches gilt fĂŒr TrockengemĂŒse und konserviertes GemĂŒse (+12,7 Prozent) sowie Butter und Margarine (beides +12,3 Prozent).

Eine Kundin im Supermarkt (Symbolbild): Margarine kostete im November 12 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Eine Kundin im Supermarkt (Symbolbild): Margarine kostete im November 12 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. (Quelle: Martin Wagner/imago-images-bilder)

Ärmere Haushalte tragen die grĂ¶ĂŸte Last

Die Folgen der Inflation bekommen vor allem Ă€rmere Haushalte und Rentner zu spĂŒren. Das zeigt eine neue Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). FĂŒr die einkommensĂ€rmsten Deutschen sind die Lebenshaltungskosten demnach seit 1995 um fast 34 Prozent gestiegen, die der einkommensreichsten Haushalte dagegen nur um rund 28 Prozent.

Ein 80-JĂ€hriger mit durchschnittlichem Konsumverhalten zahlt heute knapp 43 Prozent mehr fĂŒr seinen Lebensstandard als ein vergleichbarer 80-JĂ€hriger im Jahr 1995, junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 dagegen nur rund 19 Prozent mehr.

Die Unterschiede erklĂ€ren sich die Forscher anhand der verschiedenen Konsumgewohnheiten. WĂ€hrend arme Haushalte einen großen Teil ihres Einkommens fĂŒr Miete, Gas, Strom und Lebensmittel ausgeben mĂŒssen, kaufen reiche Haushalte vergleichsweise viele ElektrogerĂ€te – und die sind mit der Zeit immer gĂŒnstiger geworden. JĂŒngere Menschen spĂŒren die Teuerung unter anderem deshalb weniger stark, weil sie im Vergleich zu Älteren in kleineren Wohnungen oder WGs leben.

Ökonom: SpĂ€testens im Januar sinkt die Inflation

Viele Verbraucher sind angesichts der Entwicklung der vergangenen Monate verunsichert: Steigen die Preise jetzt immer weiter?

Entwarnung kommt von Sebastian Dullien, dem wissenschaftlichen Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Er sagt: "Es bestehen gute Chancen, dass wir mit dem aktuellen Anstieg den Höhepunkt der Inflation erreicht haben oder dass dieser spĂ€testens im Dezember erreicht wird."

Sebastian Dullien: Der Wirtschaftsexperte hĂ€lt das Ende der Preissteigerungen fĂŒr absehbar.
Sebastian Dullien: Der Wirtschaftsexperte hĂ€lt das Ende der Preissteigerungen fĂŒr absehbar. (Quelle: JĂŒrgen Heinrich/imago-images-bilder)

So lassen sich die hohen Preise erklÀren

Der hohe Inflationswert sei vor allem durch Sonderfaktoren verursacht worden. Dazu zĂ€hle neben den gestiegenen Energiepreisen und den Lieferproblemen bei Rohstoffen auch die zurĂŒckgenommene Mehrwertsteuersenkung. Allein diese RĂŒckkehr zum alten Niveau habe die Inflationsrate von Juli bis Dezember um mehr als einen Prozentpunkt in die Höhe getrieben. Dieser Sondereffekt fĂ€llt ab Januar weg.

"Auch sind die Ölpreise von ihrem Höchststand wieder gefallen", so Dullien weiter. "Selbst wenn sich die Ölpreise auf dem aktuell hohen Niveau stabilisieren sollten, wird ihr Beitrag zur Inflation schon im Januar deutlich zurĂŒckgehen." Erste Indizien deuteten zudem auf eine allmĂ€hliche Entspannung bei den Lieferketten hin.

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Bis sich all das auf die Preise auswirkt, mĂŒssen sich Verbraucher dem Ökonomen zufolge aber wohl noch gedulden. "Es könnte bis in die zweite JahreshĂ€lfte 2022 dauern, bis die Inflationsrate wieder unter die Marke von 2,0 Prozent fĂ€llt."

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