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In einigen LĂ€ndern Europas herrscht eine Impfpflicht

dpa, Larissa Koch

Aktualisiert am 17.10.2018Lesedauer: 3 Min.
Injektionsspritze
Injektion: Impfungen schĂŒtzen vor schlimmen Krankheiten. Frankreich hat seine Impfpflicht massiv ausgeweitet. Auch andere LĂ€nder verlangen Schutzimpfungen. (Quelle: rarinlee/getty-images-bilder)
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Impfen bietet einen sehr hohen Schutz vor Krankheiten, die frĂŒher Millionen Menschen dahingerafft haben. Impfgegner stimmen dieser Ansicht nicht unbedingt zu und sehen vor allem die Risiken. Denn in sehr wenigen FĂ€llen können Impfungen schwerwiegende Folgen haben.

In einigen LĂ€ndern Europas gibt es bereits eine Impfpflicht. Zu Beginn des Jahres 2018 hat Frankreich die obligatorischen Impfungen fĂŒr Kinder massiv ausgeweitet. Jedes Kind, das neu geboren wird, muss in den ersten zwei Lebensjahren gegen elf Krankheiten geimpft werden. Diese sind: Diphtherie, Tetanus, KinderlĂ€hmung (Poliomyelitis), Keuchhusten, Hepatitis B, das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps und Röteln.

Bislang waren nur die ersten drei vorgeschrieben, jetzt sind es zehn Schutzimpfungen. Eltern mĂŒssen in Kitas und Schulen entsprechende Nachweise liefern.

Auch Italien beschloss kĂŒrzlich nach einem Masern-Ausbruch Pflichtimpfungen fĂŒr alle Kinder und Jugendliche einzufĂŒhren. Eltern mĂŒssen ihre Kinder nach dieser Entscheidung insgesamt gegen zehn Krankheiten impfen lassen: Masern, Röteln, Mumps, Windpocken, Diphtherie, Tetanus, KinderlĂ€hmung, Keuchhusten, Hepatitis B und Haemophilus influenzae b (Hib).

In Belgien gibt es ebenfalls eine Impfpflicht. Allerdings nur fĂŒr eine Infektionskrankheit: KinderlĂ€hmung. Auch in Kroatien ist die Impfung gegen eine Reihe von Infektionskrankheiten gesetzlich vorgeschrieben. In Lettland gibt es ein staatliches verpflichtendes Impfprogramm. Ungarn hat eine Impfpflicht fĂŒr zehn Erreger eigefĂŒhrt. Und in der Tschechischen Republik besteht ebenfalls eine Impfpflicht fĂŒr neun Erreger.

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LĂ€nder mit Impfpflicht: Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und Lettland.
Impfpflicht in Europa: Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Tschechien, Ungarn und Lettland. (Quelle: t-online.de)

Hierzulande werden lediglich eine Reihe an Impfempfehlungen gegeben. Im Fall von Masern mĂŒssen allerdings Eltern eine Impfberatung in Anspruch nehmen, wenn sie ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen wollen und trotzdem eine staatliche Kita besuchen möchten. Sie mĂŒssen dann nachweisen, dass sie die Beratung in Anspruch genommen haben.

Kampf gegen Masern

Wie das Beispiel Masern zeigt, kann eine Impfpflicht funktionieren, muss sie aber nicht, wenn sie nicht ausreichend ĂŒberprĂŒft wird. Denn in Kroatien ist es Vorschrift, sich gegen Masern impfen zu lassen und dennoch steht das Land auf dem unrĂŒhmlichen Platz eins, was die Fallzahlen von Maserninfektionen in der EU angeht (Stand: 2015). Auf Platz zwei lag Österreich, dort gibt es keine Impfpflicht. Den dritten Platz belegte Deutschland.

Hierzulande war es zuletzt erklĂ€rtes Ziel, die Virusinfektion bis zum Jahr 2015 weitgehend zu eliminieren. Dazu hatte sich die Bundesregierung Ende 2011 gegenĂŒber der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verpflichtet, welche die Infektion ausrotten will. Das gelang nicht. Stattdessen gab es in Deutschland und Europa immer wieder Masernwellen.

Damit Masern ausgerottet werden können, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent der Bevölkerung nötig und zwar mit zwei Impfdosen.

In den meisten europÀischen LÀndern gibt es lediglich Impfempfehlungen, die sich an denen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. In Deutschland gibt die StÀndige Impfkommission (STIKO) mit Sitz am Robert-Koch-Institut (RKI) jÀhrlich ihre Impfempfehlungen im sogenannten Impfkalender heraus. Derzeit empfiehlt die Behörde Schutzimpfungen gegen 14 Krankheiten.

Australien bekÀmpft das HPV-Virus

Ein Beispiel zur erfolgreichen BekĂ€mpfung einer Virusinfektion durch Impfung zeigt Australien. Die Regierung hat dort im Jahr 2007 ein großangelegtes freiwilliges Impfprogramm initiiert und setzt auf landesweite AufklĂ€rung.

MĂ€dchen und junge Frauen können sich gegen humane Papillomaviren (HPV) kostenlos impfen lassen. Die sexuell ĂŒbertragbare Infektion kann unter anderem GebĂ€rmutterhalskrebs auslösen. Mehr als sechs Millionen Australierinnen haben sich bereits impfen lassen. Schon nach drei Jahren war bei MĂ€dchen unter 18 Jahren die Zahl von ZellverĂ€nderungen, die das Krebsrisiko erhöhen, um ein Drittel zurĂŒckgegangen. Auch in Deutschland wird eine HPV-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen fĂŒr MĂ€dchen bis zum 17. Lebensjahr erstattet. Inzwischen wird eine HPV-Impfung von den meisten Krankenkassen auch fĂŒr Jungs bis zum 17. oder 18. Lebensjahr von den meisten Krankenkassen erstattet. Der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte hat eine Übersicht veröffentlicht, welche Kassen das sind. Die Liste ist vom 26. Juli 2018. Es können daher bereits Änderungen eingetreten sein. Insofern sollten sich Versicherte direkt bei Ihrer Krankenkasse nach einer KostenĂŒbernahme erkundigen.

Quellen und weiterfĂŒhrende Informationen:

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(Symboldbild)

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
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