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Darmpilz: Pilze im Verdauungstrakt? Diese Symptome deuten darauf hin

Pilze im Verdauungstrakt  

Diese Symptome deuten auf Darmpilz hin

15.07.2020, 07:19 Uhr | nsa, t-online

Darmpilz: Pilze im Verdauungstrakt? Diese Symptome deuten darauf hin. Pilz im Darm: Ein geschwächtes Immunsystem ermöglicht es Pilzen, sich übermäßig zu vermehren. (Quelle: Getty Images/milorad kravic)

Pilz im Darm: Ein geschwächtes Immunsystem ermöglicht es Pilzen, sich übermäßig zu vermehren. (Quelle: milorad kravic/Getty Images)

Beschwerden bei der Verdauung sind weit verbreitet. Ursache kann aber auch ein Darmpilz sein, der sogar andere Organe befallen kann. Wie Sie Pilze im Darm verhindern können, lesen Sie hier.

Ein Pilzbefall im Darmtrakt des Menschen ist nichts Ungewöhnliches. Hefepilze, meist der Gattung Candida, besiedeln auch bei gesunden Menschen Haut und Schleimhäute – auch im Darm. Per se müssen Darmpilze nicht zu einer Erkrankung und Symptomen führen. Es gibt aber Faktoren, die die Pilzbesiedlung des Darms aus dem Gleichgewicht bringen und zu Beschwerden und Folgeerkrankungen führen können.

Was viele nicht wissen:
Bei vielen Menschen finden sich im Verdauungstrakt neben Bakterien auch Pilze. Mediziner gehen davon aus, dass sich die Pilze bei etwa 70 Prozent aller gesunden Erwachsenen im Darm finden. Diese gehören meist zur Gattung Candida albicans, die in der feucht-warmen, nährstoffreichen Umgebung des Darms ideale Bedingungen vorfindet. Studien zeigen, dass bei 96 Prozent der Neugeborenen bereits am Ende des ersten Lebensmonats Candida-Hefen nachweisbar sind.
Eine Darmpilz-Infektion liegt aber erst dann vor, wenn sich diese sonst harmlosen Hefepilze übermäßig vermehren und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Die Überwucherung des Dickdarms durch Pilze (Kolonmykose) kann unterschiedliche Ursachen haben, auch die Symptome sind oft unspezifisch.

Symptome und Diagnose: Wie äußert sich Darmpilz?

Nicht immer lässt sich eine Infektion mit Hefepilzen umgehend diagnostizieren. Denn die Beschwerden können vielfältig sein und auch andere Ursachen als Candida haben. Stuhluntersuchungen können zwar einen Hinweis auf eine Infektion geben, auch diese Methode ist aber nicht verlässlich für die Diagnose. Ein negativer Befund der Stuhlprobe schließt einen Hefepilzbefall nicht aus, weil sich die Pilze nicht gleichmäßig über den Stuhl verteilen. 

Aber auch wenn im Labor Pilze nachgewiesen wurden, bedeutet das noch keine bedenkliche Infektion. Um eine Pilzerkrankung zu diagnostizieren, müssen auch entsprechende Symptome vorhanden sein.

Folgende Beschwerden können auf einen Darmpilz hindeuten: 

  • Blähungen, insbesondere nach süßen Speisen, da der Darmpilz zuckerhaltige Nahrung verstoffwechselt und Gase bildet
  • Darmkrämpfe
  • wiederkehrender starker Durchfall – in schweren Fällen mit Blutungen
  • Verstopfung
  • Juckreiz am After, bei Frauen häufige Scheidenpilz-Infektionen
  • Alkoholunverträglichkeit, die zu schlechten Leberwerten führen kann
  • anhaltender Eisen- und Zinkmangel, da die Pilze die Aufnahme wichtiger Nährstoffe über den Darm stören
  • weißer Belag auf der Zunge
  • häufige Magen-Darm-Infektionen

Manche Betroffene mit einer Darmpilz-Infektion berichten auch von anderen Symptomen wie Depressionen, Migräne, Lebererkrankungen, Hautveränderungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Schmerzen in den Muskeln und Gelenken. Ein Zusammenhang mit dem Darmpilz lässt sich medizinisch aber in der Regel nicht bestätigen.

Diese Faktoren begünstigen einen Darmpilz

Gesunde Menschen haben in der Regel trotz eines Pilzbefalls keine Beschwerden. Funktioniert das Immunsystem normal, kann es die Pilze in Schach halten. 

Schwaches Immunsystem als Risiko

In Kliniken ist Candida gefürchtet. Auf Intensivstationen rangieren in vielen Industrieländern Candida-Infektionen an vierter Stelle aller Krankenhausinfektionen.

Anfällig für eine starke Vermehrung von Hefepilzen im Darm sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Dazu gehören etwa Krebs- und HIV-Patienten und Patienten auf der Intensivstation. Bei ihnen kann die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch sich der Pilz übermäßig vermehren und auch auf andere Organe übergehen kann. 

Risikofaktor Antibiotika

Die Einnahme von Antibiotika kann ein Überhandnehmen von Darmpilzen begünstigen, da die Mittel nicht nur krankheitserregende, sondern auch hilfreiche Bakterien im Darm bekämpfen. Das Gleiche gilt für Kortisonpräparate und inhalative Kortikoide im Rahmen der Asthmabehandlung sowie für Magensäureblocker.

Zuckerhaltige Ernährung als "Futter"

Auch eine Ernährung mit viel Zucker, Süßigkeiten und Weißmehl begünstigt die Vermehrung der Hefepilze. Zudem kann eine Darmpilz-Infektion auch auf einen Diabetes mellitus hindeuten. Blut- und Urinuntersuchungen können darüber Aufschluss geben.

Darmpilz: Was Betroffene tun können

Medikamente gegen Darmpilz

Besonders bei Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr sollte ein Darmpilz gezielt mit Medikamenten behandelt werden, da es andernfalls zu schweren Entzündungen an Mundhöhle, Speiseröhre, Enddarm und auch im Scheidenbereich kommen kann. In besonders schweren Fällen droht eine Pilzsepsis, eine Pilzvergiftung des Blutes, die die inneren Organe angreifen und bis zu Organversagen führen kann.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt üblicherweise mit sogenannten Antimykotika, also Mitteln, die Pilze abtöten.

Die richtige Ernährung 

Betroffene sollten aber auch auf eine gesunde Ernährung achten, damit sich der Darmpilz nicht vermehrt und ausbreitet. Das bedeutet in erster Linie: Verzichten Sie so weit es geht auf zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke sowie Produkte aus Weißmehl sowie auf geschälten Reis und helle Nudeln. Auch Produkte mit Hefe wie Bier, helles Brot und Hefegebäck sollten gemieden werden.

Ratsam ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung mit viel löslichen Ballaststoffen. Diese finden sich in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse. Das stärkt jene Keime im Verdauungstrakt, die dort für eine gesunde Darmflora sorgen. Auch Probiotika wird zur Pflege der Darmflora ein Nutzen nachgesagt. Sie enthalten unter anderem viele Milchsäurebakterien und können die Pilze im Darm reduzieren. Ob hier probiotische Milchprodukte tatsächlich einen Nutzen haben, ist allerdings umstritten. Probiotika gibt es aber auch als Tabletten oder Kapseln.

Hausmittel gegen Pilze im Darm

Neben Antimykotika gibt es auch natürliche Antipilzmittel: Caprylsäure ist eines davon. Dieses Triglycerid kommt beispielsweise in Kokosöl vor. Allerdings kann Caprylsäure nur unterstützend bei der Behandlung helfen. Sie tötet die Pilze nicht ab, sondern hindert sie an der Vermehrung.

Es gibt auch einige Hausmittel, mit denen Sie eine gesunde Darmflora unterstützen können. Zu ihnen zählen unter anderem:

  • Apfelessig: Ihm wird nachgesagt, das Gleichgewicht der Darmflora zu fördern und so dafür zu sorgen, dass sich Darmpilze schwerer ansiedeln können.
  • Kokosöl: Die Fettsäuren (Capryl- und Laurinsäure) im Kokosöl sollen nicht nur antibakteriell wirken, sondern auch Pilze bekämpfen.
  • Lapacho-Tee: Dem Tee wird nachgesagt, Candida wirksam zu bekämpfen. 

Wie Sie einer Candida-Infektion vorbeugen

Nach einer Therapie und damit der Darm gar nicht erst übermäßig von Hefepilzen besiedelt werden kann, sollte das Darmmilieu gestärkt werden. Um die dafür nötige gesunde Mischung von Darmbakterien zu erreichen, eignen sich einigen Experten zufolge Präparate mit Colibakterien, Milchsäurebakterien und Bifidokeimen.

Zudem empfiehlt sich eine gesunde Ernährung, ergänzt durch milchsauer fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Brottrunk, Joghurt oder Sauermilch.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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