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Darmreinigung mit Hausmitteln: Anleitung fĂŒr zu Hause

t-online, fsch

Aktualisiert am 02.07.2020Lesedauer: 14 Min.
Darmreinigung: NatĂŒrliche Hausmittel, wie Leinsamen, Heilerde oder Rizinusöl, haben eine abfĂŒhrende Wirkung.
Darmreinigung: NatĂŒrliche Hausmittel, wie Leinsamen, Heilerde oder Rizinusöl, haben eine abfĂŒhrende Wirkung. (Quelle: rezkrr/getty-images-bilder)
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Entschlacken, entgiften, abnehmen – einer Darmreinigung werden zahlreiche positive Effekte auf den Körper nachgesagt. Wir sagen Ihnen, wann eine Darmsanierung wirklich sinnvoll ist und mit welchen natĂŒrlichen Hausmitteln Sie Ihren Darm reinigen können.

Das Wichtigste im Überblick


RĂ€umen wir zu allererst mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Dass sich im Körper Schlacken und Ablagerungen von Kotresten sammeln wie in einem Abflussrohr, ist Unsinn. "Der menschliche Organismus scheidet Endprodukte des Stoffwechsels bei ausreichender FlĂŒssigkeitszufuhr ĂŒber die Niere, den Darm oder auch ĂŒber die Haut aus", erklĂ€rt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE). Deshalb bleiben bei einem gesunden Verdauungssystem keine Giftstoffe im Körper zurĂŒck.


Lebensmittel fĂŒr eine gesunde Darmflora

Darmflora: 100 Billiarden Bakterien besiedeln den Darm.
Joghurt
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Auch wenn es verlockend klingen mag, den Körper von Zeit zu Zeit von den Folgen eines ungesunden Lebensstils zu "reinigen" – Aus medizinischer Sicht ist es nicht notwendig, den Darm zu entschlacken. Auch gibt es keinen Grund, die Bakterien, die sich im Darm befinden, loswerden zu wollen, da diese wichtig fĂŒr die Darmgesundheit sind. Wann und warum eine Darmreinigung fĂŒr Ihren Körper dennoch sinnvoll sein kann, lesen Sie im Folgenden.

Darmreinigung und Darmsanierung: Was ist der Unterschied?
Der Begriff Darmreinigung beschreibt lediglich den Akt der Reinigung des Darms mithilfe eines AbfĂŒhrmittels oder Einlaufs. Sie wird zum Beispiel vor einer Darmspiegelung oder zu Beginn einer Fastenkur durchgefĂŒhrt. Eine Darmsanierung wiederum ist ein lĂ€ngerer Prozess, bei dem durch verschiedene Maßnahmen versucht wird, das Gleichgewicht der Darmflora wieder herzustellen. Eine Darmreinigung ist meistens Bestandteil einer Darmsanierung.

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

In unserem Darm leben um die 100 Billionen Bakterien, die gemeinsam die Darmflora – auch Mikrobiom genannt – bilden. Sie zersetzen die Nahrung, wehren Krankheitserreger ab und produzieren wichtige Vitamine. Aber nicht nur fĂŒr die Verdauung, sondern auch fĂŒr das Immunsystem und die Psyche spielt der Darm eine entscheidende Rolle. Schließlich sitzen rund 80 Prozent aller Immunzellen in der Darmschleimhaut.

GerĂ€t die Darmflora aus dem Gleichgewicht kann das negative Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben. Ursachen fĂŒr eine gestörte Darmflora sind zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, eine einseitige ErnĂ€hrung oder eine Therapie mit Antibiotika, die dafĂŒr sorgen, dass sich vermehrt "schlechte" Bakterien im Dickdarm ansiedeln.

Eine Störung der Darmflora, auch Dysbiose genannt, kann mit verschiedenen Symptomen, wie BlĂ€hungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, MĂŒdigkeit und Kopfschmerzen, einhergehen. Langfristig können ein schwaches Immunsystem und daraus resultierende Krankheiten die Folge sein. Mithilfe einer Darmsanierung kann die Darmflora wieder aufgebaut und so verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen entgegengewirkt werden. Dadurch wird auch das Immunsystem gestĂ€rkt.

Mögliche GrĂŒnde fĂŒr eine Darmsanierung sind:

  • chronische Verdauungsprobleme (Durchfall, Verstopfung, BlĂ€hungen)
  • Reizdarm, Reizmagen
  • Antibiotika-Therapie
  • Überbesiedlung des Darms mit Pilzen (Darmpilz Candida albicans)
  • Akne, unreine Haut
  • stĂ€ndige MĂŒdigkeit, Erschöpfung, depressive Verstimmungen
  • stĂ€ndige Kopfschmerzen oder MigrĂ€ne
  • Rheuma und Gelenkbeschwerden
  • immer wiederkehrende Infektionen (ErkĂ€ltung, Bronchitis)
  • Allergien, NahrungsmittelunvertrĂ€glichkeiten
  • Übergewicht

Ist eine Darmreinigung zum Abnehmen geeignet?

Es gibt ĂŒber 1.000 verschiedene Arten von Darmbakterien. Umso vielfĂ€ltiger die Zusammensetzung des Mikrobioms ist, desto gesĂŒnder bleiben wir. Die Zusammensetzung der Darmflora wird wesentlich von der ErnĂ€hrung beeinflusst. Bei Menschen, die jahrelang viel Zucker, Weißmehl, Fertigprodukte, tierische Produkte, Alkohol und Softdrinks zu sich genommen haben, ĂŒberwiegen bestimmte Darmbakterien (Fimicuten), die die Nahrung weniger effizient verwerten, also mehr Kalorien aus ihr herausziehen und in Fettdepots einspeichern. Eine Darmreinigung im Rahmen einer Darmsanierung kann helfen, die Darmflora mit "guten" Bakterien (Bacteroidetes) anzureichern und so das Abnehmen zu erleichtern, allerdings nur wenn sie als Anstoß fĂŒr eine langfristige ErnĂ€hrungsumstellung angesehen wird.

Darmreinigung und Fasten

Eine Darmreinigung wird hĂ€ufig in Verbindung mit einer Fastenkur durchgefĂŒhrt, bei der fĂŒr einen gewissen Zeitraum teilweise oder vollstĂ€ndig auf feste Nahrung oder bestimmte Lebensmittel verzichtet wird. So wird der Darm beim Heilfasten oder Basenfasten zunĂ€chst mithilfe von salinischen AbfĂŒhrmitteln wie Glauber- oder Bittersalz vollstĂ€ndig entleert – einerseits um die Verdauung auf die Umstellung einzustellen, andererseits um das HungergefĂŒhl einzudĂ€mmen und dadurch den Nahrungsverzicht zu erleichtern.

Im weiteren Verlauf der Fastenkur ist eine regelmĂ€ĂŸige Darmreinigung ebenfalls sinnvoll, da sich der Darm aufgrund der fehlenden Nahrungsaufnahme kaum noch bewegt. Auf diese Weise können die Galle, abgestorbene Darmschleimhautzellen und Darmbakterien entsorgt werden. Ein Einlauf ist hierfĂŒr eine schonende und dennoch grĂŒndliche Methode.

Wer fastet, um schnell abzunehmen, wird auf lange Sicht enttĂ€uscht. Zwar muss der Körper beim Fasten wie in Hungerzeiten auf Fettreserven zurĂŒckgreifen und verliert automatisch an Gewicht. Werden die Essgewohnheiten jedoch nicht langfristig umgestellt, droht der Jojo-Effekt.

Achtung: Nur gesunde und belastbare Menschen sollten das Fasten wagen. Bei mehr als sieben Tagen sollte man einen Arzt zurate ziehen. FĂŒr Schwangere oder Menschen mit schwachem Immunsystem ist der Nahrungsverzicht eher schĂ€dlich.

Hausmittel fĂŒr eine natĂŒrliche Darmreinigung

Wer seinen Darm reinigen möchte, muss nicht zu chemischen AbfĂŒhrmitteln greifen. Ebenso wirksam, aber schonender fĂŒr den Darm, sind natĂŒrliche Hausmittel. Folgende Mittel haben eine abfĂŒhrende Wirkung:

  • Flohsamen, Leinsamen, Weizenkleie
  • Heilerde (Bentonit, Zeolith)
  • Glaubersalz, Bittersalz
  • Rizinusöl
  • Einlauf
  • Lebensmittel (Sauerkrautsaft, Pflaumensaft, Trockenobst)

Die Hausmittel haben entsprechend ihrer Wirkungsweise verschiedene Anwendungsbereiche. Ein Einlauf oder Glaubersalz fĂŒhrt zu einer raschen und grĂŒndlichen Darmentleerung. Sie sollten nur kurzfristig angewendet werden, da sonst der Gewöhnungseffekt eintritt und der Darm trĂ€ge wird. Flohsamenschalen und Heilerde hingegen wirken sanfter und können ĂŒber lĂ€ngere Zeit – zum Beispiel begleitend zu einer Darmsanierungskur – angewendet werden. AbfĂŒhrend wirkende Lebensmittel, wie Sauerkrautsaft und Trockenobst, kommen vor allem zur Behandlung von Verstopfung zum Einsatz.

Achtung: Personen mit Herz- und Nierenkrankheiten oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sollten grundsĂ€tzlich keine Hausmittel zur natĂŒrlichen Darmreinigung anwenden, ohne vorher einen Arzt zu konsultieren. Auch schwangere und stillende Frauen sowie chronisch Kranke sollten nur in Absprache mit ihrem Arzt eine Darmreinigung durchfĂŒhren.

Darmsanierung selber machen: Anleitung

Wenn Sie eine Darmsanierung zu Hause durchfĂŒhren möchten, sollten Sie sich zuvor einen genauen Plan machen. Folgende Schritte sind zu beachten:

1. Dauer der Darmsanierung
Werden Sie sich zunĂ€chst darĂŒber klar, wie lange Sie die Darmsanierung durchfĂŒhren möchten. Positive Effekte können sich bereits nach zwei Wochen einstellen. FĂŒr eine nachhaltige Wirkung empfiehlt es sich jedoch, die Kur ĂŒber mehrere Monate durchzufĂŒhren.

Die Dauer der Darmsanierung richtet sich in erster Linie nach Alter, Lebensstil, körperlicher Verfassung und Schweregrad der Beschwerden. Bei gesunden Menschen zwischen 20 und 40 Jahren reichen in der Regel zwei bis vier Wochen aus. Wer beispielsweise seinem Verdauungstrakt nach den Feiertagen lediglich etwas Gutes tun und wieder zurĂŒck zu einer bewussteren ErnĂ€hrung kommen möchte, kann bereits mit einer 14-tĂ€gigen Kur viel bewirken.

Nach der Einnahme von Antibiotika benötigt der Darm etwas lĂ€nger Zeit, um sich zu erholen. Hier sollte eine Darmsanierung mindestens vier Wochen dauern. Wer unter chronischen Beschwerden, wie Verstopfung, BlĂ€hungen, MigrĂ€ne oder Akne, leidet, sollte seinen Darm mehrere Monate mit natĂŒrlichen Hausmitteln unterstĂŒtzen, um nachhaltige Effekte zu erzielen. Dabei steigt die empfohlene Dauer mit zunehmendem Alter. Es gilt daher zunĂ€chst, den eigenen Gesundheitszustand einzuschĂ€tzen und das zu erreichende Ziel zu definieren. Besprechen Sie sich im Zweifel mit Ihrem Arzt.

2. Auswahl der Hausmittel
Im Rahmen einer Darmsanierung sind vor allem sanft wirkende Hausmittel, wie Flohsamen, Leinsamen oder Heilerde, geeignet, die tĂ€glich angewendet werden. Sie können sich fĂŒr ein Mittel entscheiden oder verschiedene Komponenten kombinieren. Zu Beginn der Kur kann außerdem eine grĂŒndliche Darmreinigung mit Glaubersalz, Rizinusöl oder einem Einlauf durchgefĂŒhrt werden.

3. Dosis und HĂ€ufigkeit: Die Dosierung der Hausmittel kann ebenfalls individuell angepasst und im Verlauf der Kur gesteigert werden. Wer einen empfindlichen Darm hat, nimmt am besten zunĂ€chst die HĂ€lfte der Menge an natĂŒrlichem AbfĂŒhrmittel zu sich. FĂŒr eine intensivere Darmreinigung kann die Dosis im Verlauf der Kur schrittweise erhöht werden.

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4. ErnĂ€hrung: Eine Darmsanierung sollte immer auch mit einer ErnĂ€hrungsumstellung einhergehen. Wer weiterhin sehr fett- und zuckerhaltige Speisen zu sich nimmt, bringt die Darmflora immer wieder aus dem Gleichgewicht. Die ErnĂ€hrung sollte stattdessen ballaststoffreich und sĂ€urearm sein. RegelmĂ€ĂŸige Fastentage entlasten den Darm zusĂ€tzlich.

5. Begleitende Maßnahmen: RegelmĂ€ĂŸige Bewegung und Massagen unterstĂŒtzen den Körper bei der Entgiftung. DarĂŒber hinaus gibt es spezielle NahrungsergĂ€nzungsmittel, die den Prozess positiv beeinflussen können.

6. Darmflora aufbauen: Bereits wĂ€hrend einer Darmsanierung sollte der Aufbau der Darmflora erfolgen, das heißt, dass der Darm wieder mit nĂŒtzlichen Darmbakterien besiedelt wird. Dabei spielen die sogenannten PrĂ€biotika und Probiotika eine entscheidende Rolle. Diese können dem Körper in Form von Tabletten oder Lebensmitteln zugefĂŒhrt werden.

Generell gilt: Je lĂ€nger Sie die Darmreinigung durchfĂŒhren, je höher die Dosierung der Komponenten, je weniger und basischer sie essen, je mehr FlĂŒssigkeit Sie trinken und je mehr Sie sich bewegen, desto grĂŒndlicher und nachhaltiger ist die Darmsanierung.

Darmreinigung mit Flohsamen

Indische Flohsamen sind ein altbewĂ€hrtes Hausmittel zur natĂŒrlichen Darmreinigung. Ebenso wie Leinsamen und Weizenkleie gehören sie zu den Quellstoffen, die im Darm aufquellen und so das Volumen des Nahrungsbreis vergrĂ¶ĂŸern. Dadurch wird die DarmtĂ€tigkeit angeregt und der Stuhlgang erleichtert. Flohsamen haben somit eher eine regulierende als abfĂŒhrende Wirkung. Sie wirken sanfter und weniger schnell als zum Beispiel Bittersalz oder ein Einlauf. Die natĂŒrliche Darmreinigung setzt in der Regel nach zwei bis drei Tagen ein.

Da die Konzentration der verdauungsfördernden Schleimstoffe in der Schale am höchsten ist, eignen sich fein gemahlene Flohsamenschalen fĂŒr die Darmreinigung am besten. Flohsamenschalenpulver erhalten Sie in der Drogerie oder Apotheke. Im Rahmen einer Darmsanierung werden Flohsamen hĂ€ufig in Verbindung mit Heilerde eingenommen, da sie sich gegenseitig optimal ergĂ€nzen. Die Heilerde bindet die von Flohsamen gelösten Stoffwechselprodukte, Giftstoffe und schĂ€dlichen Bakterien im Darm, die dann ausgeschieden werden.

Rezept: Flohsamen-Heilerde-Shake
Mischen Sie einfach einen Teelöffel Flohsamenschalenpulver und einen Teelöffel Heilerde mit 300-400 ml Wasser. Milch ist nicht geeignet, da die Flohsamen darin nicht quellen. Trinken Sie den Shake zĂŒgig in kleinen Schlucken, bevor die Flohsamen aufquellen und eine schleimartige Substanz entsteht.

Wenden Sie Flohsamen und Heilerde ein- bis zweimal tĂ€glich zur Darmreinigung wĂ€hrend einer Darmsanierungskur an. Nehmen Sie den Flohsamen-Mineralerde-Shake am besten morgens direkt nach dem Aufstehen circa eine Stunde vor dem FrĂŒhstĂŒck ein und den zweiten Shake eine Stunde vor dem Abendessen. Alternativ trinken Sie ihn zwei Stunden nach den Mahlzeiten. Falls Sie Medikamente einnehmen mĂŒssen – dazu zĂ€hlt auch die Anti-Baby-Pille – tun Sie dies 30 bis 60 Minuten vorher.

Je nach Bedarf und Lebensstil können Sie auch zusĂ€tzlich vor dem Mittagessen einen Shake trinken oder eine Mahlzeit komplett durch einen Shake ersetzen. FĂŒhren Sie parallel zur Darmreinigung eine Fastenkur durch und nehmen nur flĂŒssige Nahrung in Form von Wasser, Tee, Saft und BrĂŒhe zu sich, können Sie die Dosis auch auf vier Shakes erhöhen.

Dosierung: 1 Teelöffel Flohsamen in 200 ml Wasser gelöst
HÀufigkeit: max. viermal tÀglich, langfristig
Wirkung: nach zwei bis drei Tagen
Anwendung: Darmsanierung, begleitend zur Fastenkur, bei Verstopfung und Reizdarm

Wichtig: Bei der Einnahme von Flohsamen – aber auch von anderen Quellmitteln wie Leinsamen und Weizenkleie – ist eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr notwendig, um einer Verstopfung vorzubeugen. Trinken Sie daher unmittelbar nach dem Flohsamen-Shake noch ein großes Glas Wasser und mindestens 2 Liter FlĂŒssigkeit ĂŒber den Tag verteilt.

Darmreinigung mit Leinsamen

Leinsamen sind in ihrer Wirkung und Anwendung Àhnlich wie Flohsamen. Am besten können sie vom Körper in geschroteter Form aufgenommen werden. Das beim Zerquetschen der Körner austretende Leinöl "schmiert" den Darminhalt und macht ihn gleitfÀhiger.

Mahlen Sie die Leinsamen direkt vor dem Verzehr mithilfe einer KaffeemĂŒhle oder eines Mörsers zu feinem Mehl und mischen Sie einen Esslöffel (5-10 g) davon mit 100 ml FlĂŒssigkeit. Neben Wasser können Sie auch Saft, Kefir oder verdĂŒnnten Naturjoghurt verwenden. Kefir und Joghurt enthalten probiotische MilchsĂ€urebakterien, die "gute" BakterienstĂ€mme enthalten und die Darmflora zusĂ€tzlich positiv beeinflussen.

Nehmen Sie den Leinsamen-Shake morgens auf nĂŒchternen Magen 30 bis 60 Minuten vor dem FrĂŒhstĂŒck zu sich und trinken Sie anschließend ein großes Glas Wasser. Um den reinigenden Effekt noch zu verstĂ€rken, können Sie die Menge an Leinsamen im Verlauf der Kur steigern: Mischen Sie in der zweiten Woche zwei Esslöffel und in der dritten Woche drei Esslöffel Leinsamen mit der entsprechenden Menge Kefir und ersetzen Sie das FrĂŒhstĂŒck damit.

Dosierung: 1-3 Esslöffel Leinsamen in 100-200 ml Wasser, Saft oder Kefir gelöst
HÀufigkeit: einmal tÀglich, langfristig
Wirkung: nach zwei bis drei Tagen
Anwendung: Darmsanierung, begleitend zur Fastenkur, bei Verstopfung und Reizdarm

Darmreinigung mit Heilerde

Heilerde ist ein altbewĂ€hrtes und gĂŒnstiges Hausmittel bei Magen-Darm-Problemen und hat sich mittlerweile sogar als Arzneimittel etabliert. Es ist reich an Mineralien, wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Silizium und Kupfer, die ĂŒberschĂŒssige MagensĂ€ure neutralisieren. Deshalb kommt Heilerde hĂ€ufig bei Beschwerden wie Sodbrennen, BlĂ€hungen und Durchfall zum Einsatz. Mineralerde alleine hat keine abfĂŒhrende Wirkung. Allerdings kann es eine Darmreinigung unterstĂŒtzen, da es Stoffwechselprodukte, Giftstoffe und schĂ€dliche Darmbakterien im Darm bindet, die dann auf natĂŒrlichem Wege ausgeschieden werden.

In der Regel werden Bentonit oder Zeolith verwendet – zwei Mineralerden vulkanischen Ursprungs. Sie sind als Pulver, Granulat oder Kapseln in der Drogerie, Apotheke sowie im Reformhaus und Supermarkt erhĂ€ltlich. Zur inneren Anwendung werden zwei- bis dreimal tĂ€glich 1 Teelöffel Heilerde in 200 ml Wasser gelöst und in kleinen Schlucken getrunken.

Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie rund zwei Stunden warten, bevor Sie die Heilerde zu sich nehmen. Ansonsten könnten die Wirkstoffe ebenfalls gebunden und ausgeschieden werden, ohne dass sie ihre Wirkung entfalten können. Sprechen Sie zur Sicherheit mit einem Arzt oder Apotheker.

Dosierung: 1 Teelöffel in 200 ml Wasser gelöst
HÀufigkeit: zwei- bis dreimal tÀglich, langfristig
Anwendung: Darmsanierung, begleitend zur Fastenkur, bei Verstopfung, Reizdarm, Reizmagen und Sodbrennen

Heilerde
AltbewĂ€hrtes Naturheilmittel: Heilerde ist ein mineralhaltiges Pulver, das Stoffwechselprodukte bindet und die Darmreinigung unterstĂŒtzt. (Quelle: Katja Lenz/T-Online-bilder)

Darmreinigung mit Rizinusöl

Rizinusöl enthĂ€lt RizinolsĂ€ure, die die Aufnahme von Natrium und Wasser aus dem Darm hemmt. Durch den zusĂ€tzlichen Zustrom von Elektrolyten und Wasser wird das Volumen des Stuhls vergrĂ¶ĂŸert, wodurch die DarmtĂ€tigkeit angeregt wird und der Stuhl sich verflĂŒssigt. Zwei bis drei Esslöffel Rizinusöl, die auf leeren Magen eingenommen werden, verursachen nach zwei bis acht Stunden eine natĂŒrliche Darmreinigung. Da der Geschmack des Öls zu WĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst, können alternativ auch Kapseln aus der Apotheke eingenommen werden.

Dosierung: 2-3 Esslöffel Öl auf leerem Magen oder als Kapsel
HĂ€ufigkeit: einmalig, kurzfristig
Wirkung: nach zwei bis acht Stunden
Anwendung: zu Beginn einer Fastenkur, bei Verstopfung

Darmreinigung mit Glaubersalz und Bittersalz

Salinische AbfĂŒhrmittel wie Bittersalz (Magnesiumsulfat) und Glaubersalz (Natriumsulfat) funktionieren nach einem Ă€hnlichen Prinzip wie Rizinusöl. Sie binden das Wasser im Darm und bewirken, dass der Stuhl erweicht und der Darm durch das vergrĂ¶ĂŸerte Volumen stimuliert wird. Die salinischen AbfĂŒhrmittel sind in der Apotheke erhĂ€ltlich.

Bittersalz und Glaubersalz werden zusammen mit Wasser als Lösung getrunken. Um den bitteren Geschmack loszuwerden und den FlĂŒssigkeitsverlust auszugleichen, sollten Sie reichlich KrĂ€utertee oder Wasser nachtrinken. Die natĂŒrliche Darmreinigung setzt bei diesen Hausmitteln spĂ€testens nach drei Stunden ein. Aufgrund der stark abfĂŒhrenden Wirkung sind Bitter- und Glaubersalz nicht zur dauerhaften Anwendung geeignet, sondern sollten nur einmalig, zum Beispiel zu Beginn einer Fastenkur oder vor einer Darmspiegelung, eingesetzt werden. Da das Salz die Darmschleimhaut reizt, sollte bei Menschen mit empfindlichem Darm, eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion sowie Kindern lieber zu anderen Hausmitteln gegriffen werden.

Dosierung: 20-40 g Salz in 500 ml lauwarmem Wasser lösen und in kleinen Dosen trinken
HĂ€ufigkeit: einmalig, kurzfristig
Wirkung: nach ein bis drei Stunden
Anwendung: zu Beginn einer Fastenkur, vor einer Darmspiegelung

Darmreinigung mit Einlauf

Bei einer DarmspĂŒlung wird FlĂŒssigkeit in den After eingeleitet und dadurch die Stuhlentleerung angeregt. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten der Darmreinigung:

  • Einlauf: Mit einem sogenannten Irrigator können bis zu zwei Liter Wasser in den Darm eingeleitet werden, wodurch eine Reinigung bis zum Dickdarm erfolgt. Das Darmrohr wird hierbei bis zu 30 cm in den After eingefĂŒhrt. Man spricht deshalb auch von einem "hohen Einlauf".
  • Klistier: Ein Klistier fasst bis zu 250 ml FlĂŒssigkeit und reinigt nur den Enddarm. Es kommt vor allem bei Verstopfungen zum Einsatz.

Eine Darmreinigung mit einem Einlauf wird oft zu Beginn einer Fastenkur oder Darmsanierung durchgefĂŒhrt, um den Darm zu entlasten und auf die ErnĂ€hrungsumstellung einzustimmen. Der gesundheitliche Effekt vollzieht sich jedoch vor allem auf mentaler Ebene: Nach der Darmreinigung fĂŒhlt sich der Körper leichter.

Aus medizinischer Sicht ist eine Darmreinigung per Einlauf lediglich zur Vorbereitung einer Darmspiegelung oder bei chronischer Verstopfung notwendig, da sich der Darm bei gesunden Menschen auf natĂŒrliche Weise selbst reinigt und dort keine Schlacken und Giftstoffe zurĂŒckbleiben.

Wer dennoch eine Darmreinigung per Einlauf zu Hause durchfĂŒhren möchte, sollte sich vorher grĂŒndlich informieren oder sich mit einem Arzt absprechen. Denn bei falscher Anwendung können Nebenwirkungen, wie ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, Kreislaufprobleme oder Verdauungsstörungen auftreten. Und nicht nur das: Auch EntzĂŒndungen und Verletzungen im empfindlichen Darmtrakt sind mögliche Folgen der Anwendung – etwa, wenn man beim EinfĂŒhren der Instrumente nicht vorsichtig genug ist oder zu heißes Wasser zum Einsatz kommt.

Dosierung: 1-2 Liter lauwarmes Wasser oder Kamillentee
HĂ€ufigkeit: einmalig, kurzfristig
Wirkung: innerhalb von 15 Minuten
Anwendung: Darmsanierung, vor einer Darmspiegelung, zur Beginn oder begleitend zur Fastenkur, bei Verstopfung

ErnÀhrung wÀhrend der Darmsanierung

Auch wenn Sie wĂ€hrend der Darmreinigung nicht fasten mĂŒssen, spielt die ErnĂ€hrung eine wichtige Rolle. Eine gesunde und mineralstoffreiche ErnĂ€hrung mit Ballaststoffen kurbelt die Verdauung an und hilft dabei, den Körper zu entgiften. Besonders Vollkornprodukte, Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte sind empfehlenswert. Eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr hilft ebenfalls bei der Darmentleerung.

ErnĂ€hrungstipps fĂŒr die Darmreinigung:

  • Verzichten Sie auf Lebensmittel und GetrĂ€nke, die raffinierten Zucker und SĂŒĂŸstoffe enthalten.
  • Verzichten Sie auf Weißmehlprodukte.
  • Verzichten Sie auf Fertigprodukte und andere Produkte, die viele Zusatzstoffe enthalten.
  • Verzichten Sie auf Milchprodukte wie Milch und KĂ€se. Sie wirken schleimbildend und behindern daher die Reinigung. Naturjoghurt, Quark oder Kefir sind in geringen Mengen in Ordnung, da sie aufgrund der enthaltenen MilchsĂ€urebakterien den Aufbau der Darmflora unterstĂŒtzen.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Fleisch, Fisch und Sojaprodukten auf maximal zweimal pro Woche. Wurst sollten Sie komplett meiden.
  • Achten Sie darauf, genĂŒgend zu trinken – zwei bis drei Liter pro Tag sollten es sein. UngesĂŒĂŸte KrĂ€utertees und stilles Mineralwasser sind am besten geeignet.
  • Verzichten Sie auf Alkohol. Er belastet die Leber und behindert so die Entgiftung.
  • Reduzieren Sie Ihren Kaffeekonsum auf maximal drei Tassen pro Tag. Wenn möglich verzichten Sie eine Zeit lang komplett auf Kaffee und andere koffeinhaltige GetrĂ€nke.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Salz auf ein Minimum.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen außerdem, welche Lebensmittel wĂ€hrend einer Darmreinigungskur bedenkenlos verzehrt werden können und welche eher ungĂŒnstig sind.

GĂŒnstige Lebensmittel UngĂŒnstige Lebensmittel
GemĂŒse SĂŒĂŸigkeiten
Blattsalate, KrĂ€uter, Sprossen Weißmehlprodukte
HĂŒlsenfrĂŒchte Fleisch und Wurst
Vollkornprodukte Fisch
Pseudogetreide (Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen) Milch, KĂ€se
NĂŒsse und Samen Kaffee
Obst Alkohol
native, kaltgepresste Bio-Öle Salz


Begleitende Maßnahmen

Mit folgenden Maßnahmen können Sie die Wirkung einer Darmreinigung unterstĂŒtzen und beschleunigen:

  • Bewegung: Um der Verdauung auf die SprĂŒnge zu helfen, sollten Sie genĂŒgend Bewegung in den Alltag einbauen.
  • Massagen: Eine leichte Bauchmassage kann ebenfalls helfen, die Darmbewegung anzuregen. Kreisen Sie mehrmals tĂ€glich im Uhrzeigersinn mit der Hand rund um den Bauchnabel. Ganzkörperliche BĂŒrstenmassagen unterstĂŒtzen das Lymphsystem bei der Entgiftung.
  • Leberwickel: Die Leber ist ein wichtiges Entgiftungsorgan im Körper. Ein Leberwickel sorgt fĂŒr eine bessere Durchblutung des Organs und unterstĂŒtzt damit den gesamten Stoffwechsel.
  • Frisch gepresste SĂ€fte: SĂ€fte aus Obst und GemĂŒse versorgen den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen. Kombinieren Sie dafĂŒr GemĂŒse, KrĂ€uter und FrĂŒchte Ihrer Wahl, geben Sie etwas Zitronensaft sowie entzĂŒndungshemmende GewĂŒrze wie Ingwer oder Kurkuma dazu und entsaften Sie alles nacheinander. Achten Sie darauf, dass der Anteil an GemĂŒse immer grĂ¶ĂŸer ist als der Obstanteil, um den Fruchtzuckergehalt möglichst gering zu halten.
  • Tee: KrĂ€utertee ist ein wirksames Hausmittel bei Darmbeschwerden und kann unterstĂŒtzend zur Darmsanierung eingesetzt werden. KrĂ€uter, die sich positiv auf den Darm auswirken, sind vor allem Anis, Fenchel, KĂŒmmel, Koriander und SennesblĂ€tter. Sie enthalten Ă€therische Öle, die Magen und Darm beruhigen, die Verdauung anregen und krampflösend wirken. Sie können die KrĂ€uter einzeln verwenden oder eine KrĂ€uter-Mischung zubereiten.
  • Bitterstoffe: KĂŒchenkrĂ€uter (Bohnenkraut, Estragon, Rosmarin und Thymian), GemĂŒse (Brokkoli, ChicorĂ©e, Rosenkohl, Artischocke) sowie Blattsalate (Löwenzahn, Kresse, Rucola, Radicchio) enthalten viele Bitterstoffe, die die Verdauung anregen und die Entgiftung unterstĂŒtzen.
  • NahrungsergĂ€nzungsmittel: Mithilfe verschiedener NahrungsergĂ€nzungsmittel können dem Körper bestimmte Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Darmbakterien zugefĂŒhrt und so die Entgiftung und der Aufbau der Darmflora unterstĂŒtzt werden. Sie kommen in der Regel nach der Darmreinigung zum Einsatz, um ihnen einen bestmöglichen NĂ€hrboden zu bieten. Neben Probiotika sind zum Beispiel Pulver aus Gerstengras, Spirulina, Chlorella, Alfalfa oder Grapefruchtkernextrakt zur tĂ€glichen NahrungsergĂ€nzung wĂ€hrend einer Darmsanierungskur geeignet.

Superfood fĂŒr den Darm: Gerstengras ist ein wichtiger Bestandteil vieler Darmreinigungsprogramme und Darmkuren. Japanische Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass Gerstengrasextrakt die Darmflora aktiviert und vorhandene Gifte im Darm verringert.

Darmreinigungsprogramm: Beispieltag wÀhrend der Darmsanierung

Morgens:

  • Trinken Sie nach dem Aufstehen ein Glas Wasser mit dem Saft einer halben Zitrone und einem Teelöffel Apfelessig. BrĂŒhen Sie sich wĂ€hrenddessen einen KrĂ€utertee auf.
  • Nehmen Sie im Anschluss den ersten Flohsamen-Heilerde-Shake zu sich. Trinken Sie direkt im Anschluss ein großes Glas Wasser und ein bis zwei Tassen Tee.
  • Warten Sie etwa 30 bis 60 Minuten bis zum FrĂŒhstĂŒck. Nutzen Sie die Zeit zum Beispiel fĂŒr eine Laufrunde oder etwas Yoga.
  • Als FrĂŒhstĂŒck eignet sich zum Beispiel ein basisches MĂŒsli mit Haferflocken, Samen, NĂŒssen und Obst, ein frisch gepresster Saft oder Smoothie oder ein Vollkornbrot mit vegetarischem Aufstrich.
  • Optional: Nehmen Sie nach dem FrĂŒhstĂŒck das Probiotikum ein.

Mittags:

  • Lassen Sie mindestens vier Stunden bis zum Mittagessen verstreichen. Trinken Sie zwischendurch regelmĂ€ĂŸig Wasser und KrĂ€utertee. Als Snack eignen sich frisches Obst, ein frisch gepresster Saft sowie eine Handvoll NĂŒsse oder TrockenfrĂŒchte.
  • Wenn Sie drei Shakes pro Tag einnehmen möchten, trinken Sie den zweiten eine Stunde vor dem Mittagessen.
  • Essen Sie zum Mittag zum Beispiel einen großen Salat, eine Suppe oder gedĂŒnstetes GemĂŒse mit Beilagen wie Kartoffeln, Quinoa, Buchweizen, Hirse oder HĂŒlsenfrĂŒchten. Fleisch, Fisch und Sojaprodukte sollten höchstens zweimal pro Woche auf den Teller kommen.
  • Machen Sie nach dem Essen einen kurzen Verdauungsspaziergang.

Abends:

  • Trinken Sie Ihren zweiten bzw. dritten Shake circa eine Stunde vor dem Abendessen oder alternativ zwei Stunden danach.
  • WĂ€hlen Sie als Abendessen eine leicht verdauliche Mahlzeit, wie eine GemĂŒsesuppe oder gedĂŒnstetes GemĂŒse plus Beilage.
  • Lassen Sie den Tag mit etwas Yoga, Meditation oder einem Buch ausklingen.
  • Gehen Sie wĂ€hrend der Kur frĂŒh ins Bett und gönnen sich mindestens sieben Stunden Schlaf.

Mögliche Begleiterscheinungen

Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, SchwindelgefĂŒhl und SchweißausbrĂŒche sind als so genannte "Fastenkrisen" bekannt. Sie treten vor allem in den ersten Tagen einer Darmsanierung infolge der Entgiftung auf und lassen im Verlauf der Kur nach. Mögliche Begleitsymptome sind:

  • unreine Haut
  • Mundgeruch
  • Kopfschmerzen
  • MĂŒdigkeit

Um diese Nebenwirkungen weitestgehend einzudĂ€mmen, achten Sie wĂ€hrend der Darmsanierung auf eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr, Mund- und Körperhygiene sowie viel Ruhe und Schlaf.

Nach der Darmreinigung: Darmflora aufbauen

Fassen wir zusammen: Eine Darmreinigung ist dann sinnvoll, wenn die Funktion des Darms infolge einer Erkrankung, Antibiotika-Therapie oder schlechten ErnĂ€hrung eingeschrĂ€nkt ist und daraus chronische Verdauungsprobleme resultieren. Dann kann eine Darmreinigung die Grundlage fĂŒr eine Besserung sein, allerdings nur wenn Sie in Verbindung mit dem Aufbau der Darmflora erfolgt. Nur ein dauerhaftes Umdenken in Bezug auf ErnĂ€hrung und Lebensweise hilft dabei, die Beschwerden langfristig loszuwerden. Eine Darmsanierungskur – ein- bis zweimal pro Jahr durchgefĂŒhrt – kann so zu einem gesunden Ritual werden.

Darmreinigung vor Darmspiegelung

Vor einer Darmspiegelung (Koloskopie) wird in der Regel eine Darmreinigung durchgefĂŒhrt. Nur wenn der Darm "sauber" ist, hat der Arzt die Möglichkeit, GewebeverĂ€nderungen zu erkennen und eine sichere Diagnose zu stellen. Das EinfĂŒhren des Endoskops bis in den Dickdarm wird ebenfalls erleichtert. Die Darmreinigung wird einen Tag vor der Darmspiegelung durchgefĂŒhrt. DafĂŒr können DarmreinigungsprĂ€parate aus der Apotheke (PEG-Lösung) oder salinische AbfĂŒhrmittel, wie Glauber- oder Bittersalz, in Kombination mit mehreren Litern FlĂŒssigkeit verwendet werden.

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ZusĂ€tzlich sollte mehrere Tagen vor der Untersuchung auf kernhaltiges Obst und GemĂŒse (z. B. Weintrauben, Tomaten, Kiwi) sowie ballaststoffreiche Lebensmittel verzichtet werden, da Kerne und Fasern besonders lange im Dickdarm verbleiben und das Endoskop verstopfen können. NatĂŒrliche Hausmittel, wie Leinsamen oder Flohsamen, aber auch Rizinusöl oder Heilerde eignen sich also nicht fĂŒr die Darmreinigung vor einer Darmspiegelung.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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