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So funktioniert ein Alkoholentzug

Alkoholismus behandeln  

So funktioniert ein Alkoholentzug

So funktioniert ein Alkoholentzug. Eine Frau lehnt angebotenen Alkohol ab: Nach dem Entzug sollten alkoholkranke Personen lebenslang abstinent bleiben.  (Quelle: Getty Images/itakdalee)

Eine Frau lehnt angebotenen Alkohol ab: Nach dem Entzug sollten alkoholkranke Personen lebenslang abstinent bleiben. (Quelle: itakdalee/Getty Images)

Wer eine Alkoholsucht in den Griff bekommen möchte, kommt um einen Entzug meist nicht herum. Wie ein Alkoholentzug funktioniert, welche Entzugserscheinungen auftreten – und warum von einem Entzug zu Hause dringend abzuraten ist.

Viele denken bei der Behandlung einer Alkoholabhängigkeit automatisch an einen Entzug. Tatsächlich ist die körperliche Entgiftung ein zentrales Element jeder Behandlung – aber nicht das einzige.

Zum einen muss ein Alkoholentzug sorgfältig geplant werden. Daher ist vorab eine umfassende Beratung empfehlenswert. Zum anderen muss nicht nur der Körper vom Alkohol entwöhnt werden, sondern auch die Psyche. Um das Risiko für einen Rückfall zu verringern, sind nach dem Entzug daher eine längere Entwöhnungsphase und eine konsequente Nachsorge nötig.

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Qualifizierte Entzugsbehandlung: Mehr als nur Entgiftung

Fachleute empfehlen zur Therapie von Alkoholismus eine sogenannte qualifizierte Entzugsbehandlung (QE). Diese umfasst nicht nur die körperliche Entgiftung, sondern auch soziale und psychologische Komponenten. In der qualifizierten Entzugsbehandlung geht es unter anderem darum,

  • die Patientin oder den Patienten über die schädlichen Folgen von Alkoholismus aufzuklären,
  • sie oder ihn zur weiteren Behandlung zu motivieren,
  • mögliche Begleit- oder Folgeerkrankungen zu behandeln und
  • weitere Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen.

Wichtige Information
Anstelle eines alleinigen körperlichen Entzugs sollte immer eine qualifizierte Entzugsbehandlung angeboten werden. Dadurch steigt die Chance, nach dem Entzug dauerhaft abstinent zu bleiben.

Anlaufstellen für alkoholkranke Personen und Angehörige

Vor dem Entzug: Beratung

Ein Alkoholentzug sollte immer fachkundig begleitet und geplant werden. Bevor er durchgeführt werden kann, ist daher eine ausführliche Suchtberatung wichtig. Diese ist normalerweise kostenlos.

Vielen alkoholabhängigen Personen fällt es schwer, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Sie scheuen sich, ihr Problem vor anderen einzugestehen, oder sie schämen sich dafür, dass sie die Abhängigkeit allein nicht überwinden.

Im Nachhinein erweist sich der Austausch mit einer Suchtberaterin oder einem Suchtberater aber oft als entlastend: In einem geschützten Rahmen ganz offen über die Abhängigkeit sprechen zu können, kann für alkoholkranke Personen sehr befreiend sein. Gut zu wissen: Suchtberaterinnen und Suchtberater sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Wer die direkte Begegnung zunächst scheut, kann sich zunächst für eine Weile online oder telefonisch beraten lassen und erst in einem nächsten Schritt die direkte Beratung vor Ort vereinbaren.

Beratungsgespräch: Suchtberaterinnen und Suchtberater bereiten auf einen möglichen Alkoholentzug vor. (Quelle: Getty Images/izusek)Beratungsgespräch: Suchtberaterinnen und Suchtberater bereiten auf einen möglichen Alkoholentzug vor. (Quelle: izusek/Getty Images)

Das passiert in der Suchtberatung

Um eine mögliche Therapie optimal planen zu können, ist wichtig zu wissen, wie ausgeprägt die Alkoholsucht ist. Zudem müssen einige Fragen geklärt werden, zum Beispiel:

  • Handelt es sich wirklich bereits um eine Abhängigkeit?
  • Wenn ja, besteht die Abhängigkeit schon seit Jahrzehnten oder erst seit einigen Monaten?
  • Wie hoch ist die Trinkmenge?
  • Wie sind die persönlichen Lebensumstände der Person?
  • Möchte die Person einen Entzug?
  • Können Angehörige oder andere nahestehende Personen in die Behandlung eingebunden werden?
  • In welchem Rahmen könnte ein Alkoholentzug stattfinden (ambulant oder stationär)?

Nicht zuletzt geht es darum, eine vertrauensvolle, offene Atmosphäre zwischen Berater/-in und der alkoholkranken Person herzustellen. Vor einem möglichen Entzug finden meist über mehrere Wochen hinweg regelmäßige wöchentliche Treffen statt.

Hat sich die Person zum Alkoholentzug entschlossen, ist der nächste Schritt, ärztlichen Rat hinzuzuziehen, um den körperlichen Entzug zu planen. Die Suchtberaterinnen und -berater stehen dabei unterstützend zur Seite.

Was passiert bei einem Alkoholentzug?

Bei einem Alkoholentzug leisten Körper und Psyche Schwerstarbeit: Die Entgiftung vom Alkohol ist eine ganz besonders Herausforderung, die ärztlicher Unterstützung bedarf.

Ärztinnen und Ärzte können

  • Entzugserscheinungen so gut wie möglich lindern und
  • mögliche (teils lebensbedrohliche) Komplikationen verhindern oder rechtzeitig behandeln.

Zu möglichen Komplikationen eines Entzugs zählen zum Beispiel Krampfanfälle mit Bewusstseinsverlust oder ein Delirium.

Es gibt verschiedene Arten von Entzug. Grundsätzlich lässt sich zwischen warmem und kaltem Entzug unterscheiden.

  • Bei einem kalten Entzug (cold turkey) wird der Alkoholkonsum abrupt beendet, ohne Entzugserscheinungen mit Medikamenten zu behandeln.
  • Beim warmen Entzug geben Ärztinnen und Ärzte Medikamente, um Entzugssymptome zu lindern.

Meist wird eine medikamentengestützte Behandlung empfohlen. Allerdings haben die Medikamente, die dabei zum Einsatz kommen, teilweise ebenfalls ein Suchtpotenzial. Dies muss bei der Planung der Therapie berücksichtigt werden.

Cut-down-Drinking als mögliche Alternative

Eine mögliche Alternative zum klassischen Entzug ist das sogenannte Cut-down-Drinking. Dabei wird die Trinkmenge nach und nach reduziert.

Parallel dazu erhält die Patientin oder der Patient das Medikament Naltrexon. Dieses schwächt die angenehme Wirkung des Alkohols ab. So fällt es leichter, schrittweise auf Alkohol zu verzichten. Bei einer anschließenden Abstinenz sinkt die Wahrscheinlichkeit für Entzugserscheinungen.

Junge Frau im Krankenhaus: Bei einem Alkoholentzug kann ein stationärer Aufenthalt sinnvoll sein. (Quelle: Getty Images/FG Trade)Junge Frau im Krankenhaus: Bei einem Alkoholentzug kann ein stationärer Aufenthalt sinnvoll sein. (Quelle: FG Trade/Getty Images)

Alkoholentzug: Klinik oder ambulante Behandlung?

Ein ärztlich begleiteter Entzug kann entweder ambulant oder (teil-)stationär in einer Klinik durchgeführt werden.

Welche Variante besser geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielmehr hängt diese Entscheidung von persönlichen Faktoren ab, etwa davon,

  • in welchem sozialen Umfeld/unter welchen Bedingungen die Person lebt oder
  • ob die Person große Angst vor dem Entzug hat.

Gut zu wissen
Während einer ambulanten oder stationären Entzugsbehandlung ist die alkoholabhängige Person krankgeschrieben.

Ambulanter Alkoholentzug

Bei einem ambulanten Alkoholentzug übernachtet die betroffene Person zu Hause, sucht jedoch in Abständen die ärztliche Praxis zur Behandlung auf. Dort erhält sie von der Ärztin oder dem Arzt meist Medikamente, welche regelmäßig eingenommen werden müssen. Zu Beginn des Entzugs ist ein täglicher Arztbesuch empfehlenswert, ab der zweiten Woche reicht ein Termin alle zwei Tage aus.

Ein ambulanter Entzug sollte nur von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, die über entsprechende Erfahrung verfügen. Wichtig ist zudem, vor allem zu Beginn eine engmaschige Betreuung zu gewährleisten.

Patientinnen und Patienten, die sich für einen ambulanten Alkoholentzug entschieden haben, sollen sich vor allem in der ersten Tagen der Behandlung körperlich schonen. Auch sollten sie kein Auto fahren oder an gefährlichen Maschinen arbeiten.

Stationärer Alkoholentzug

Ein stationärer Entzug hat den Vorteil, dass die alkoholkranke Person bei möglichen Komplikationen sofort medizinische Hilfe bekommt. Zudem kann sie umfassender psychologisch betreut werden.

Ein Alkoholentzug in einer Klinik ist vor allem sinnvoll, wenn

  • die Sucht schon sehr lange besteht und/oder sehr ausgeprägt ist
  • ein ambulanter Entzug nicht erfolgreich war
  • Angehörige oder andere nahestehende Personen den Patienten oder die Patientin nicht gut unterstützt
  • die Person bereits einen Entzug gemacht hat und dabei schwere Entzugserscheinungen hatte
  • die Person gleichzeitig unter weiteren Süchten leidet, insbesondere nach illegalen Drogen
  • die Person körperlich oder psychisch in einer schlechten Verfassung ist
  • die Person akut suizidgefährdet ist
  • die Person sich in einer Klinik besser aufgehoben fühlt

Es gibt spezielle Entzugskliniken, welche qualifizierte Entgiftungen anbieten. Fachleute betreuen während der Behandlung nicht nur den körperlichen Entzug. Sie bieten zudem Gespräche an und bereiten auf die Zeit nach der Klinik vor. In manchen Kliniken gibt es Selbsthilfegruppen, in denen sich alkoholkranke Personen untereinander austauschen und gegenseitig motivieren können.

Alkoholentzug: Welche Entzugserscheinungen sind möglich?

Verzichtet eine alkoholabhängige Person abrupt auf Alkohol, treten Entzugserscheinungen auf. Meist zeigen die ersten Symptome innerhalb von 24 Stunden nach dem Alkoholverzicht.

Mögliche Symptome eines Entzugssyndroms sind unter anderem

Verschiedene Medikamente können diese Entzugserscheinungen abschwächen oder verhindern.

Alkoholentzugsdelir: Schwere Entzugserscheinung

In schweren Fällen kann ein Alkoholentzug bedrohlich werden – insbesondere ohne medizinische Betreuung. Personen, die schon sehr lange abhängig sind, können ein Alkoholentzugsdelir (Delirium tremens) entwickeln.

Ein Delirium tremens tritt meist bis zum zweiten Tag nach Beginn des Alkoholverzichts auf. Mögliche Symptome sind Verwirrtheit, ein getrübtes Bewusstsein, Halluzinationen und starkes Zittern. Häufig beginnt ein Alkoholentzugsdelir mit einem Krampfanfall, der sich mit Vorboten wie Schlafstörungen, Zittern oder Angstzuständen ankündigen kann.

Wichtige Information
Ein Alkoholentzugsdelir ist lebensbedrohlich. Es muss in einer Klinik behandelt werden. Die Wahrscheinlichkeit für ein Delir kann durch eine professionelle medizinische Behandlung deutlich gesenkt werden.

Medikamente bei Alkoholentzug

Zu Medikamenten, die im Rahmen eines Alkoholentzugs zum Einsatz kommen, zählen vor allem:

  • Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine
  • krampflösende Wirkstoffe (Antikonvulsiva), etwa Carbamazepin 
  • der Wirkstoff Clomethiazol aus der Gruppe der Beruhigungsmittel (Sedativa)
  • Antipsychotika (Neuroleptika), etwa Haloperidol

In leichten Fällen von Alkoholabhängigkeit sind nicht unbedingt Medikamente nötig. Inwieweit eine medikamentöse Behandlung Sinn macht, wird die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt sorgsam abwägen.

Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine haben eine beruhigende Wirkung und können verschiedene Entzugssymptome lindern. In manchen Fällen können anstatt von Benzodiazepinen andere Mittel zum Einsatz kommen, etwa das Psychopharmakon Tiaprid, beruhigend wirkende Antidepressiva oder krampflösende Wirkstoffe.

Krampflösende Wirkstoffe können vor allem dann eingesetzt werden, wenn das Risiko für Krampfanfälle erhöht ist.

Der krampflösende, beruhigende und schlaffördernde Wirkstoff Clomethiazol reduziert die Schwere und Häufigkeit von Entzugssymptomen. Er sollte nur im Rahmen einer stationären Behandlung verabreicht werden, denn er hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial. Clomethiazol sollte nie mit Benzodiazepinen kombiniert werden.

Wichtige Information
Sowohl Benzodiazepine als auch Clomethiazol sollten nicht über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Andernfalls besteht die Gefahr, von diesen Medikamenten abhängig zu werden.

Vor allem im Rahmen eines Alkoholentzugsdelirs können zusätzlich Antipsychotika sinnvoll sein. Sie sind insbesondere dann hilfreich, wenn die Patientin oder der Patient unter Wahnvorstellungen oder Halluzinationen leidet.

Dauer des Entzugs: Wann ist das Schlimmste vorbei?

Ein ambulanter Entzug dauert normalerweise etwa zwei Wochen. Die Dauer eines körperlichen Entzugs kann jedoch individuell sehr unterschiedlich sein. Sie hängt unter anderem davon ab,

  • wie schwer die Entzugserscheinungen sind und
  • welche körperlichen und psychischen Begleit- oder Folgeerkrankungen vorhanden sind.

Am ersten und zweiten Tag wird der Alkoholentzug als besonders anstrengend empfunden. In körperlicher Hinsicht ist das Schlimmste meist nach spätestens 48 Stunden vorbei: Dann hat die Intensität der körperlichen Entzugssymptome ihr Maximum überschritten. Die Symptome klingen danach langsam ab: Die Dauer beträgt etwa drei bis sieben Tage.

Nach dem Entzug: Alkoholentwöhnung

Der Entzug ist nur ein Teil der Behandlung. Das Risiko, einen Rückfall zu erleiden, ist ohne nachfolgende Begleitung hoch. Nach der Entgiftung schließt sich daher normalerweise eine Entwöhnung an. Die betroffene Person lernt in dieser Zeit unter anderem,

  • wie die Abhängigkeit entstanden ist,
  • wie sie dauerhaft ohne Alkohol leben kann und
  • wie es ihr gelingen kann, der Versuchung nach Alkohol zu widerstehen.

Gemeinsam mit der Therapeutin oder dem Therapeuten erarbeitet sie ihre persönlichen Ziele.

Wie auch der Entzug kann eine Alkoholentwöhnung ambulant oder stationär durchgeführt werden. Am besten ist es, wenn sie direkt im Anschluss an die Entgiftung erfolgt. Dies ist allerdings nicht immer möglich. Um die Zeit zu überbrücken, empfiehlt es sich, Gespräche in einer Suchtberatungsstelle wahrzunehmen oder eine Selbsthilfegruppe zu besuchen.

Ambulante Alkoholentwöhnung

Insbesondere psychosoziale Beratungs- und Therapieeinrichtungen bieten oft eine ambulante Entwöhnung an. Die Behandlung erstreckt sich meist über einen Zeitraum zwischen 12 und 18 Monaten. In dieser Zeit finden regelmäßige Sitzungen statt – entweder in Form von Einzel- oder von Gruppengesprächen.

Die ambulante Entwöhnung kann sehr anstrengend sein, denn neben der Behandlung muss die Person ihren Alltag bewältigen. Fällt das sehr schwer oder erhält die Person nur wenig Unterstützung aus ihrem Umfeld, ist eine stationäre Entwöhnung möglicherweise die bessere Alternative.

Alkoholentwöhnung in der Klinik

Der Vorteil einer stationären Entwöhnung ist, dass sich die alkoholkranke Person ganz auf die Genesung konzentrieren kann – und bei Bedarf sofort professionelle Ansprechpartnerinnen und -partner an ihrer Seite hat. Auch kann es hilfreich sein, das gewohnte Lebensumfeld zunächst zu verlassen und Abstand zu gewinnen, um nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen. Nicht zuletzt trägt der stationäre Aufenthalt zur körperlichen Erholung bei.

Arzt und Patient im Gespräch: Ein Alkoholentzug sollte immer ärztlich betreut werden. (Quelle: Getty Images/Portra)Arzt und Patient im Gespräch: Ein Alkoholentzug sollte immer ärztlich betreut werden. (Quelle: Portra/Getty Images)

Es gibt Kurzzeittherapien, die zwischen sechs und acht Wochen dauern, und Langzeitbehandlungen, die sich meist auf 12 bis 16 Wochen erstrecken. Zur Behandlung gehören therapeutische Einzel- und Gruppengespräche, aber auch viele individuelle Angebote, die je nach Klinik variieren. Dazu zählen zum Beispiel Entspannungskurse, Rückfallvorbeugung, physikalische Therapie oder Bewerbungstrainings.

Nachsorge als wichtiger Teil der Behandlung

Nach der Entwöhnung gilt es, das Erlernte weiterhin umzusetzen – und auf Dauer abstinent zu bleiben. Die Nachsorge ist besonders wichtig, um langfristig ohne Alkohol leben zu können.

Hilfreich ist, nach wie vor Unterstützungsangebote wahrzunehmen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, etwa

  • die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe
  • regelmäßige Gespräche in der Beratungsstelle oder
  • regelmäßige Termine bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

Gesprächsgruppe: Den Austausch in einer Selbsthilfegruppe empfinden viele alkoholkranke Personen als hilfreich und motivierend. (Quelle: Getty Images/ vm)Gesprächsgruppe: Den Austausch in einer Selbsthilfegruppe empfinden viele alkoholkranke Personen als hilfreich und motivierend. (Quelle: vm/Getty Images)

Auf eigene Faust: Alkoholentzug zu Hause?

Aus Scham oder Angst vor negativen Konsequenzen scheuen sich viele alkoholkranke Menschen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Um die Alkoholsucht in den Griff zu bekommen, versuchen sie stattdessen einen Alkoholentzug zu Hause. Dafür nehmen sie sich zum Beispiel einige Zeit Urlaub und schließen sich zu Hause ein. Mit rezeptfreien Medikamenten versuchen sie, die Entzugserscheinungen zu lindern.

Eine solche Eigentherapie kann allerdings sehr gefährlich sein – insbesondere, wenn es sich um einen "kalten Entzug" handelt, also einen abrupten, nicht medikamentös begleiteten Alkoholverzicht. Experimente mit rezeptfreien Medikamenten sind bei einem Alkoholentzug ebenfalls nicht zu empfehlen. Die Entzugserscheinungen können so stark sein, dass sie lebensbedrohlich sind.

Hinzu kommt, dass ein Alkoholentzug zu Hause auf lange Sicht oft wenig erfolgreich ist. Ohne professionelle Betreuung erleiden die betroffenen Personen eher und schneller einen Rückfall.

Wichtige Information
Ein Alkoholentzug sollte nicht zu Hause, sondern immer unter professioneller Aufsicht durchgeführt werden. Wer ohne medizinische Hilfe abrupt auf Alkohol verzichtet, riskiert teils lebensbedrohliche Entzugserscheinungen – denn der Körper hat sich über Monate oder Jahre an den Alkohol gewöhnt.

Verwendete Quellen:
  • Online-Informationen des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kenn-dein-limit.de (Abrufdatum: 18.8.2021)
  • Alkoholismus (Alkoholabhängigkeit). Online-Informationen von DEXIMED: https://deximed.de/ (Stand: 5.2.2021)
  • S3-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften: Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen. AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 076-001 (Stand: 1.1.2021)
  • Alkoholabhängigkeit (PDF). Suchtmedizinische Reihe. Online-Publikation der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen: www.dhs.de (Stand: Juni 2020)
  • Alkohol. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 6.11.2019)
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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