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Hämorrhoiden veröden: Schluss mit den Beschwerden

Hämorrhoiden veröden  

So können die Gefäßpolster behandelt werden

25.06.2019, 14:06 Uhr | om (CF), t-online.de

Hämorrhoiden veröden: Schluss mit den Beschwerden. Hämorrhoiden können Betroffenen etliche Qualen bereiten. Eine Therapie durch Verödung kann Beschwerden lindern. (Quelle: Getty Images/ Christoph Burgstedt)

Hämorrhoiden können Betroffenen etliche Qualen bereiten. Eine Operation durch Verödung kann Beschwerden lindern. (Quelle: Christoph Burgstedt/Getty Images)

Menschen die unter Hämorrhoiden leiden, haben meist lästige Beschwerden wie Schmerzen, Brennen und Jucken am After. Dabei hat eigentlich jeder Mensch Hämorrhoiden. Doch erst wenn sich die Blutgefäßpolster im Enddarm krankhaft vergrößern, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Wenn die Erkrankung nicht mehr durch Heilmittel, Salben oder Zäpfchen behandelt werden kann, kann eine Verödung der Hämorrhoiden in Erwägung gezogen werden. Erfahren Sie alles über diese und weitere Behandlungsmöglichkeiten von Hämorrhoiden. 

Mögliche Ursachen für Hämorrhoiden

Die Gefäßpolster befinden sich im Analkanal und dienen dem Feinabschluss des Afters. Entsteht aber ein zu hoher Druck auf das sensible Gewebe, vergrößert es sich und wird aus dem Enddarm nach außen gedrückt. Es kommt zu einem Hämorrhoidalleiden – im Volksmund wird meist einfach der Begriff Hämorrhoiden genutzt. Zu den häufigsten Ursachen zählen: 

  • Verstopfungen
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang 
  • Langes Verweilen auf Toilette
  • Kraftsport
  • Übergewicht
  • Häufiges Sitzen
  • Schwangerschaft

Mehr zu den Ursachen und Symptomen von Hämorrhoiden

Hämorrhoidalleiden: Vier Schweregrade

Sollte der Arzt, vornehmlich ein Proktologe, ein Hämorrhoidalleiden feststellen, wird zunächst das Krankheitsbild untersucht. Erst dann kann eine passende Behandlung durchgeführt werden. Man unterscheidet zwischen vier Schweregraden:

SchweregradSymptome
Grad 1Die Hämorrhoiden sind nur per Darmspiegelung zu erkennen. Es zeigen sich leichte bis keine Symptome.
Grad 2Beim Pressen wölben sich die Hämorrhoiden nach außen, danach ziehen sie sich aber wieder zurück. Sie sind vergrößert und hinterlassen ein unangenehmes Fremdkörpergefühl.
Grad 3Die Hämorrhoiden ziehen sich nicht wieder automatisch zurück, und es muss mit den Fingern nachgeholfen werden.
Grad 4Die angeschwollenen Gefäßpolster lassen sich auch mit den Fingern nicht wieder zurückschieben. Das Fremdkörpergefühl hält an, zusätzlich können Nässen und Schmerzen auftreten. Ist der Darmausgang beschädigt, kann es ebenfalls zu leichter Inkontinenz kommen.

(Quelle: apotheken-umschau.de)

Semioperative Therapie: Sklerosierung und Gummibandligatur

Kleinere operative Eingriffe werden durchgeführt, wenn die Beschwerden durch einfache Therapie-Methoden wie Salben und Zäpfchen nicht gelindert werden können. Vor allem bei fortgeschrittenen Symptomen wie Blutungen sind diese empfehlenswert. Diese Verfahren werden als "semioperativ" bezeichnet, da für sie weder eine Narkose, noch ein Krankenhausaufenthalt notwendig sind. Zu solchen semi-operativen Behandlungen zählen folgende Therapien: 

  • Die Hämorrhoidenverödung: In der Fachsprache auch als Sklerosierung bezeichnet. Sie kommt vor allem bei Hämorrhoidalleiden in frühen Stadien infrage (Grad I oder II). Beim Veröden der Hämorrhoiden werden in mehreren Sitzungen bestimmte Lösungen, beispielsweise aus Zinkchlorid, in die Hämorrhoidalknoten gespritzt. Daraufhin folgt eine Entzündungsreaktion, die zu einer Vernarbung und Schrumpfung des Gewebes führt. Patienten empfinden in der Regel keine Schmerzen und können anschließend direkt den Weg nach Hause antreten.
  • Die Gummibandligatur: Hierbei schnürt der Mediziner die vergrößerten Hämorrhoiden mit einem Gummiring ab. Nach einigen Tagen sollte die Vorwölbung absterben und gemeinsam mit dem Gummiring beim Stuhlgang ausgeschieden werden.

Erfolgschancen der Verfahren: Ligatur oder Verödung?

Auch wenn die Verödung schnell durchgeführt ist und Linderung verspricht, ist der Eingriff laut Angaben des Gesundheitsportals "Lifeline" oftmals nicht durch langfristigen Erfolg gekennzeichnet. So sollen 70 Prozent der Patienten innerhalb von drei Jahren neue Hämorrhoidalknoten bilden.

Bei der Ligatur-Therapie zeigt die Statistik höhere Chancen auf eine dauerhafte Heilung: Lediglich 25 Prozent der behandelten Patienten erleiden demnach einen Rückfall nach den ersten vier Jahren. Um bestmögliche Erfolgschancen zu erzielen und die Hämorrhoiden für immer los zu werden, ist das Ablegen schlechter Gewohnheiten essentiell. Dabei sollte das Toilettenverhalten, die Analhygiene, Bewegung, eine Gewichtsreduktion sowie die Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme beachtet werden.

Hämorrhoiden erkennen 
Auch wenn es starke Beschwerden auslösen kann, gilt ein Hämorrhoidalleiden in den meisten Fällen als ungefährlich. Dennoch sollte der Arzt konsultiert werden – insbesondere wenn Jucken, Brennen oder gar Blut im Stuhl als Symptome auftreten. Hämorrhoiden bluten zumeist während oder kurz nach dem Stuhlgang: Übt der Kot Druck auf die Afterschleimhaut aus, werden die Blutgefäße leicht beschädigt und beginnen zu bluten. Das Blut zeigt sich durch hellrot gefärbte Spuren am Toilettenpapier. Leiden Sie unter solchen Symptomen, sollte Ihr erster Schritt der Weg zum Arzt sein. 

Hämorrhoiden per Operation entfernen

Bietet sich keine dieser Behandlungsmöglichkeiten bei vergrößerten Hämorrhoiden an, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Hierbei werden die Knoten entweder abgetrennt oder aber wieder in ihre ursprüngliche Position im Analkanal gebracht. Ob eine einfache Behandlung durch Salben und Hausmittel oder Verfahren wie eine Verödung, eine Ligatur oder eine Operation zur Behandlung für das Hämorrhoidalleiden sinnvoll ist, kann letztendlich am besten der Arzt bestimmen. 

Vorbeugung und Behandlung ohne OP

Je nach Ausmaß der Beschwerden werden die Hämorrhoiden unterschiedlich behandelt. Kurzfristigen Juckreiz und Schmerzen kann man mit Salben, Cremes oder Zäpfchen gut behandeln. Darüber hinaus helfen weiches Toilettenpapier und Unterwäsche aus Baumwolle, dem Leiden vorzubeugen und die Beschwerden möglichst gering zu halten. Verordnet der Arzt ein Abführmittel, etwa um Verstopfungen zu bekämpfen, sollte dieses nur über den empfohlenen Zeitraum eingenommen werden. Denn eine dauerhafte Einnahme der Medikamente kann die Bildung von Hämorrhoiden sogar begünstigen.

Gehen die Beschwerden allerdings soweit, dass Blutungen auftreten, sollte diese vom Arzt abgeklärt werden. Dann kann eine der genannten Behandlungen hilfreich sein. Um langfristig von den Vorwölbungen verschont zu bleiben, ist jedoch eine Lebensumstellung notwendig. Viel Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr helfen nicht nur die Hämorrhoiden loszuwerden, sondern diese auch bewusst vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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