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Alzheimer: So senken Sie Ihr Demenzrisiko

Strategien gegen Gedächtnisverlust  

Lässt sich das persönliche Demenzrisiko senken?

14.05.2019, 16:52 Uhr | t-online.de

Alzheimer: So senken Sie Ihr Demenzrisiko. Wer sein Gehirn regelmäßig herausfordert, kann das eigene Demenzrisiko senken.  (Quelle: Getty Images/Daisy-Daisy)

Wer sein Gehirn regelmäßig herausfordert, kann das eigene Demenzrisiko senken. (Quelle: Daisy-Daisy/Getty Images)

Eine Garantie, dass man mit dem richtigen Lebensstil dem Risiko im Alter an Alzheimer zu erkranken entgeht, gibt es nicht. Nach der Ansicht von Wissenschaftlern gibt es jedoch die Möglichkeit das eigene Demenzrisiko zu senken. 

In einer Studie benennen Forscher aus Leipzig sieben Risikofaktoren für Demenz. Wer sein Risiko an Demenz zu erkranken senken möchte, sollte in erster Linie folgende Faktoren vermeiden: 

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Depressionen
  • Rauchen
  • geringes Bildungsniveau

Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung

Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht vorbeugen heißt, sich ausreichend zu bewegen und auf ein normales Gewicht zu achten. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen. Zucker sollte man nur in Maßen essen. Dieser stellt zwar keine direkte Gefahr für das Demenzrisiko dar, doch Menschen, die viel zuckerreiche Nahrungsmittel essen erhöhen das Risiko mit den Jahren an Altersdiabetes – und damit auch an Alzheimer zu erkranken.

Omega-3-Fettsäuren

Zudem raten Experten dazu, mindestens zwei Mal in der Woche Fisch zu essen. Vor allem Seefisch, darunter Lachs und Hering, enthalten besondere Omega-3-Fettsäuren, die sich in Studien positiv auf das Alzheimer-Risiko ausgewirkt haben. Auch die Versorgung mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist wichtig, um das Risiko zu senken.

Das Gehirn herausfordern

Geistige Herausforderungen halten das Gehirn mit fortschreitendem Alter ebenfalls fit und leistungsfähig. Denn sobald die Denkarbeit für das Gehirn anstrengend ist und über die Routine hinausgeht, werden die Nervenzellen aktiviert. Das gilt auch für sportliche Aktivitäten: Sie sollen den Körper fordern und ihn ins Schwitzen bringen. Ein gemütlicher Spaziergang reicht da nicht aus.

Soziale Kontakte pflegen

Außerdem ist es wichtig genügend Schlaf zu bekommen und langes Sitzen zu vermeiden. Menschen, die stundenlang bewegungslos auf der Couch oder vor dem Computer sitzen, schaden ihrem Körper erheblich. Auch soziale Kontakte und Unternehmungen sind für ein fittes Gehirn von großer Bedeutung.

Ursachen der Demenz: So kommt es zum Gedächtnisverlust

Wie eine Demenzerkrankung entsteht, hat die Wissenschaft noch immer nicht vollständig entschlüsselt. Experten unterscheiden, ob die Nervenzellen des Gehirns degenerieren, also ohne äußerlich erkennbare Ursache absterben (neurodegenerativ), wie etwa bei Alzheimer oder ob die Nervenzellen beispielsweise aufgrund von Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße im Gehirn schwer geschädigt wurden (vaskulär).

Daher sprechen Mediziner bei Demenz-Erkrankungen von "vaskulären" und "neurogenerativen" Demenztypen. Mit zunehmendem Alter treten häufig Mischformen von vaskulärer und neurodegenerativer Demenz auf.

Eiweißablagerungen sind häufige Ursachen

Je nach Demenztyp unterscheiden sich jedoch die Ursachen: In Bezug auf die neurodegenerative Demenz, deren häufigste Form Alzheimer ist, gelten Eiweiß-Spaltprodukte als Auslöser (Amyloide). Diese lagern sich im Gehirn an und blockieren die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen, die fürs Lernen, für die Merkfähigkeit und die Orientierung zuständig sind. Die Folge: Die blockierten Nervenzellen sterben ab. Das führt zu einer schrittweisen, irreparablen Veränderung der Gehirnstruktur. Die damit einhergehenden Symptome beginnen ebenso schleichend - meist nach dem 60. Lebensjahr.

Früherkennung von Demenz: Risiko-Test ist teuer

Zur Früherkennung von Demenz werden Untersuchungen per Magnetresonanztomographie (MRT) angeboten. Bei dieser Untersuchung werden mögliche Veränderungen bestimmter Hirnareale sichtbar: Wie bereits erforscht ist, schrumpfen bei Menschen mit Alzheimer bestimmte Hirnareale schneller als bei gesunden Menschen.

Eine Früherkennung muss aus eigener Tasche bezahlt werden und kann mehrere hundert Euro bis zu über 1000 Euro kosten. Der Nutzen einer solchen Untersuchung gilt jedoch als zweifelhaft. Denn aufzuhalten oder gar zu heilen ist die Krankheit nicht.

Therapie von Alzheimer-Demenz

Es gibt Medikamente, die den Verfall geistiger Fähigkeiten verzögern können. Beispielsweise sollen so genannte Cholinesterasehemmer für einen besseren Informationsaustausch zwischen Nervenzellen und Gehirn sorgen. Der Wirkstoff Memantin soll bei Patienten den Glutamat-Spiegel im Gehirn reduzieren. Denn ein Überschuss an Glutamat findet sich häufig im Gehirn von Dementen, was laut Wissenschaftlern das Absterben von Nervenzellen begünstige. 

Natürliche Behandlung mit Gingko

Auch das pflanzliche Präparat aus Gingko kann das Demenzrisiko verringern. Es wird aus den Blättern des Ginkgo-Biloba-Baums gewonnen. Der Wirkstoff wirkt sich besonders gut auf die Durchblutung des Gehirns aus und soll dadurch Nervenzellen schützen.

Medikament-freie Therapien

Weitere Therapien zur Behandlung von Alzheimer-Demenz sind beispielsweise: Reflexzonenmassage sowie Aroma- und Musiktherapie.  Einzelne Studien zeigen, dass Aromatherapie etwa bei Unruhezuständen und aggressivem Verhalten entspannend wirken kann. Wirksame Effekte durch Reflexzonenmassagen und Musiktherapie wurden bislang sind nicht eindeutig nachgewiesen.

Trotz der Behandlungsmöglichkeiten zur Reduzierung des Demenzrisikos gilt: Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar. Therapien verzögern bislang nur leicht den geistigen Verfall.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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