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Jeder Siebte stirbt durchs Rauchen

t-online, Larissa Koch

Aktualisiert am 30.05.2017Lesedauer: 3 Min.
Der Glimmstängel – allmählich verliert er an Kraft, weil die Deutschen weniger rauchen
Der Glimmstängel – allmählich verliert er an Kraft, weil die Deutschen weniger rauchen (Quelle: Wavebreakmedia Ltd/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2017 ist das Thema mal wieder auf der Agenda. Rauchen tötet. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, aber alle, die dennoch rauchen, hoffen, sie selbst trifft es nicht. Jedoch Fakt ist: Wer raucht, muss lebensmüde sein. Tabakkonsum schädigt schließlich nahezu jedes Organ des Körpers. Und jeder siebte stirbt an den Folgen.

121.000 Menschen in Deutschland starben 2013 an den Folgen des Rauchens. Damit waren 13,5 Prozent aller Todesfälle durch das Rauchen bedingt. Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, Krebs und Diabetes verantworten zwei Drittel aller Tode weltweit. Rauchen verursacht verschiedene Krebsarten, vor allem Lungenkrebs: Rund 80 Prozent aller Fälle sind auf das Rauchen zurückzuführen. Die Latte der Erkrankungen ist erschreckend lang aber auch langweilend, denn wir wissen es längst und rauchen ja doch. Sucht und Genuss haben offensichtlich mehr Macht als die gute alte Vernunft.

Noch mehr Fakten zum Rauchen

Rauchen fördert nicht nur chronische, sondern auch akute Erkrankungen der Atemwege wie Grippe und Erkältungen. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein mehr als doppelt so hohes Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung und ein doppelt so hohes Risiko für Schlaganfälle. Zudem schädigt Rauchen die Augen, des Zahnfleisch, den Verdauungstrakt sowie das Skelett, führt zu Erektionsstörungen und schränkt die Fruchtbarkeit ein. Während der Schwangerschaft schadet Rauchen dem Ungeboren, führt zu Geburtskomplikationen und beeinträchtigt die Entwicklung des Kindes noch bis ins Erwachsenenalter wie es im Tabakatlas 2015 heißt.

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Man muss also fragen: Was in unserem Körper bleibt vom Qualm unbehelligt? Nichts.

Im Norden Deutschlands wird mehr geraucht

Jeder vierte Erwachsene in Deutschland raucht – rund 30 Prozent der Männer und etwa 20 Prozent der Frauen. Zwischen den Bundesländern bestehen deutliche Unterschiede: Von den Männern rauchen je nach Bundesland 27 bis 35 Prozent, von den Frauen 17 bis 24 Prozent. Tendenziell gibt es sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den nördlich gelegenen Bundesländern mehr Raucher als in den südlichen Bundesländern.

Die gute Nachricht: Es werden weniger Raucher

Oder besser gesagt: Es sind in den vergangenen Jahren weniger Raucher geworden. Ob das so bleibt, muss sich erst zeigen. Seit einigen Jahren sinken die Raucheranteile in der deutschen Bevölkerung in allen Altersgruppen. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Trend zum Nichtrauchen am deutlichsten. Ende der 1990er Jahre rauchten knapp 30 Prozent der 12- bis 17-Jährigen; aktuell sind es nur noch rund 10 Prozent. Am höchsten ist der Raucheranteil unter den jungen Erwachsenen: Von den 18- bis 25-Jährigen raucht fast jeder Dritte.

Die meisten Raucher konsumieren täglich bis zu 20 Zigaretten. Der Anteil der starken Raucher (täglich mehr als 20 Zigaretten) hat bei beiden Geschlechtern abgenommen.

Die jahrelangen Informationskampangen, die Schreckensbilder auf den Zigarettenpackungen, die steigenden Preise. Diese Melange scheint allmählich ihre Wirkung zu zeigen.

Viele sind umgestiegen und dampfen vor sich hin

Nach Angaben des Verbandes des E-Zigaretten-Handels hat sich in Deutschland die Anzahl der täglichen und gelegentlichen E-Zigarettenkonsumenten von 300.000 im Jahr 2010 auf drei Millionen im Jahr 2015 verzehnfacht. In der E-Zigarette befindet sich eine Flüssigkeit, das sogenannte Liquid. In den meisten Fällen ist darin auch Nikotin gelöst, außerdem Aromen. Es gibt aber auch nikotinfreie Liquids. Das "Dampfen" gilt als weniger schädlich als Tabakkonsum, denn es wird kein Teer produziert und die unzähligen Verbrennungsstoffe, die Zigaretten-Raucher einatmen, fallen auch weg. Dennoch gilt die E-Zigarette keineswegs als harmlos. Welche Langzeitfolgen von ihr ausgehen oder ausgehen könnten ist bislang noch unklar.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Christiane Braunsdorf
Von Wiebke Posmyk
DeutschlandTodesfall

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