Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Psychische Erkrankungen >

Sind Sie zu empfindlich? Psychische Störungen erkennen

...

Psychische Störungen  

Bei diesen Problemen empfiehlt sich professionelle Hilfe

11.01.2018, 09:57 Uhr | Marie von der Tann, dpa

Sind Sie zu empfindlich? Psychische Störungen erkennen. Traurige Frau (Quelle: Getty Images/Kerkez)

Traurige Frau: Besonders Frauen gelten häufig als zu empfindlich. (Symbolbild) (Quelle: Kerkez/Getty Images)

Psychische Störungen verstecken sich oft gut. Deshalb braucht es einen Experten, der einschätzt, was pathologisch ist und was nicht. Und selbst ein positiver Befund heißt nicht zwingend, dass eine Therapie nötig ist.

Der Anblick einer Spinne lässt die Frau erschaudern. Aber weil sie in einer Neubauwohnung wohnt, hat sie praktisch keinen Kontakt zu Spinnen. Ihre Arbeit kann sie gut ausführen, und ihr Alltag ist nicht beeinträchtigt. Ist sie nun neurotisch? Wahrscheinlich. Braucht sie eine Therapie? Sofern sie sich nicht belastet fühlt: nein. Viele Menschen zeigen irgendwelche Auffälligkeiten. Entscheidend dafür, ob sie sich in Behandlung begeben sollten, sind andere Dinge.

Neurose oder Psychose?

Der im Volksmund immer noch gern gebrauchte Begriff der Neurose ist unter Fachleuten mittlerweile umstritten. Früher unterschieden Psychiater zwischen Neurosen und Psychosen. Als Neurosen wurden eine ganze Reihe von Verhaltensauffälligkeiten im Zusammenhang mit frühkindlichen Konflikten bezeichnet. Demgegenüber standen schwerwiegende seelische Störungen, die Psychosen. Unter Psychiatern wurden beide Begriffe inzwischen abgelöst, erklärt Isabella Heuser, Chefärztin der Psychiatrie an der Berliner Charité. Heute sprechen sie einfach von psychischen Störungen.

30 Prozent haben Symptome einer psychischen Störung

In der Psychotherapie sei die Grundidee der Neurose aber keineswegs überholt, erklärt Prof. Henning Schauenburg, Psychosomatiker und Psychoanalytiker am Universitätsklinikum in Heidelberg. Denn nur weil jemand irgendeine Störung hat – etwa panische Angst vor Spinnen – muss er nicht unbedingt behandelt werden. "Etwa 30 Prozent der Menschen erfüllen irgendein Diagnosekriterium einer psychischen Störung, längst aber nicht alle sind behandlungsbedürftig." Andererseits gibt es Symptome, die mit den gängigen Kriterien nur schwer zu fassen sind, die den Patienten aber nun mal belasten und im Alltag einschränken.

Therapie nicht immer notwendig

Es ist der Leidensdruck, der zumindest mit entscheidet, ob therapiert werden sollte. Ob eine Therapie infrage kommt, entscheiden Arzt oder Therapeut und Patient gemeinsam. Professionell beraten lassen sollte sich, wer seinen Alltag nicht mehr bewältigen kann. Wenn vermehrt Beziehungen scheitern, Freundschaften nur oberflächlich bleiben und im Job große Schwierigkeiten auftauchen. Wer sich seelisch belastet fühlt, kann als erste Anlaufstelle den Hausarzt konsultieren oder gleich einen Facharzt oder einen Psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.

Erhöht Empfindlichkeit das Risiko für Depressionen?

Dass jemand ein bisschen empfindlich ist – emotional labil, wie das in der Fachsprache heißt – muss indes kein schlechtes Zeichen sein. In der Psychologie wird diese Persönlichkeitseigenschaft als Neurotizismus bezeichnet. "Der Neurotizismus gibt an, wie sensibel Menschen auf Stress reagieren", erklärt Eva Asselmann, Postdoc am Institut für Psychologie an der Humboldt-Universität in Berlin. "Sind Sie auf der Skala weit oben, reagieren Sie empfindlich: nervös, reizbar und ängstlich", so die Psychologin.

Das geht zwar einerseits einher mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen. Es heißt aber nicht, dass man zwingend eine psychische Störung bekommt. "Auch wer weit oben auf der Skala ist, kann im Prinzip gesund sein", sagt Asselmann. Ein hoher Wert könnte sogar von Vorteil sein, ergänzt Heuser. Diese Menschen hätten meist auch ausgeprägte soziale Fähigkeiten: Empathie beispielsweise.

Was helfen kann

Aber ganz egal, ob jemand generell empfindlich ist oder nicht: Jeder kann ein Stück weit selbst zusehen, dass er gar nicht erst in eine seelische Notlage gerät. Etwa, indem er sein Stressmanagement optimiert, sagt Asselmann. Dazu geeignet sind Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen.

Eine Angststörung oder Depression kann sich auch auf Ihr Immunsystem und Ihre Verdauung auswirken. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Quelle:
- Nachrichtenagentur dpa


Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Aktuelle Leserdiskussionen und Kommentare finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sinnliches für drunter: BHs, Nachtwäsche u.v.m.
gefunden auf otto.de
Klingelbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Psychische Erkrankungen

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • erdbeerlounge.de
  • kino.de
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018