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So will Spahn Bußgelder bei Masern-Impfpflicht gestalten

Laut Gesundheitsministerium  

Spahn will Bußgelder bei Masern-Impfpflicht flexibel gestalten

06.05.2019, 18:27 Uhr | dpa, AFP

So will Spahn Bußgelder bei Masern-Impfpflicht gestalten. Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. (Quelle: dpa/Patrick Seeger, Kay Nietfeld)

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister will verpflichtende Masern-Impfungen für Kita- und Schulkinder und einem Ausschluss vom Kita-Besuch durchsetzen. (Quelle: Patrick Seeger, Kay Nietfeld/dpa)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Geldbußen von bis zu 2.500 Euro bei der geplanten Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen verteidigt. Wann die Impfpflicht laut Gesetzesentwurf kommen soll und was sie vorsieht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Bußgelder bei Verstößen gegen die von ihm geplante Masern-Impfpflicht flexibel gestalten. Wer hartnäckig und dauerhaft nach entsprechender Aufforderung seiner Impfpflicht nicht nachkomme, werde härter behandelt als jemand, der es nur vergessen habe, sagte Spahn am Montag in Berlin. Sein Entwurf zur Masern-Impfpflicht sieht Bußgelder bis zu 2.500 Euro gegen Eltern vor, die ihre Schulkinder nicht gegen Masern impfen lassen.

"Wenn es eine Impfpflicht gibt, muss es auch Sanktionen geben"

Die Bußgelder seien unverzichtbar, sagte Spahn. "Wenn es eine Impfpflicht gibt, muss es auch Sanktionen geben." Dies gelte schließlich auch für Autofahrer, die zu schnell fahren.

Generelle Einwände gegen eine Impfpflicht wies Spahn zurück. Er halte seinen Plan für rechtlich umsetzbar, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Zwar gebe es schon seit Jahren Diskussionen und Bemühungen, die Menschen noch stärker freiwillig zum Impfen zu bewegen – aber "es passiert halt nicht genug", kritisierte Spahn.

Das sieht Spahns Gesetzesentwurf vor

Spahns Gesetzentwurf sieht vor, eine Impfpflicht zum März kommenden Jahrs einzuführen. Bei Impfverweigerern soll ein Kita-Verbot verhängt werden. Dies ist bei Schülern wegen der geltenden Schulpflicht nicht möglich. Die Neuregelung soll zum März kommenden Jahrs in Kraft treten, bis Ende Juli muss dann der Impfnachweis erbracht werden.

Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums müssen sich auf Grundlage des geplanten Gesetzes wohl über 600.000 Bundesbürger nachträglich impfen lassen. Demnach gibt es 360.000 nichtgeimpfte Kinder in Kitas und Schulen sowie 220.000 Angestellte in diesen Gemeinschaftseinrichtungen sowie in Krankenhäusern und Arztpraxen.

Über die Schätzung hatte zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet. Genaue Angaben kann Spahns Haus aber noch nicht machen. Die bisherigen Daten müssten noch überprüft werden, heißt es im Gesetzentwurf.

Weiter Abwarten sei keine Möglichkeit

Unterstützung bekam Spahn von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). "Eine Impfpflicht ist keine leichtfertige Entscheidung, aber nötig, wenn es keine andere zuverlässige Möglichkeit gibt, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen", erklärte sie in Berlin. "Weiter abzuwarten, ist angesichts der aktuellen Masernfälle keine Option."

Auch SPD-Chefin Andrea Nahles hatte sich für Spahns Vorhaben ausgesprochen, in der SPD gibt es aber auch Kritik. Eine Impfpflicht greife in das Recht auf körperliche Unversehrtheit ein, argumentierte etwa Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD).

Lob bekam Spahn von den Linken. Sein Vorschlag zur Impfpflicht sei "eine der wenigen sinnvollen Initiativen aus der Bundesregierung", erklärte Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte. "Die Linke wird das Vorhaben konstruktiv begleiten."


Deutscher Lehrerverband unterstützt Forderung

Auch FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sprach sich für eine Impflicht gegen Masern aus. "Da wir mit anderen Mittel nicht weiterkommen, leider ja", sagte sie im "Bild"-Talk "Die richtigen Fragen". Es könne nicht sein, "dass andere Kinder in Kitas und Schulen durch Impfverweigerer gefährdet werden".

Auch der Deutsche Lehrerverband unterstützt die Forderung nach einer Impfpflicht, wie sein Präsident Heinz-Peter Meidinger der "Passauer Neuen Presse" sagte. Er orientiere sich da an Experten, erläuterte Meidinger und fügt hinzu: "Die sagen überwiegend: Der Nutzen übersteigt die Risiken einer Impfung bei weitem."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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