Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Rheuma >

Fibromyalgie: Symptome und Ursachen der Muskelschmerzen

Für Betroffene eine Belastung  

Fibromyalgie – was hinter den rätselhaften Muskelschmerzen steckt

24.11.2019, 12:35 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Fibromyalgie: Symptome und Ursachen der Muskelschmerzen. Eine Frau fasst sich an die Schulter: Die genauen Ursachen für Fibromyalgie sind bislang unbekannt. (Quelle: Getty Images/FotoDuets)

Eine Frau fasst sich an die Schulter: Die genauen Ursachen für Fibromyalgie sind bislang unbekannt. (Quelle: FotoDuets/Getty Images)

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung mit starken Muskelschmerzen an verschiedenen Körperregionen. Die Attacken halten oft mehrere Tage an. Doch es gibt Therapien, die Linderung versprechen.

Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz, kurz FMS) ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung gestört sind. Die Reizschwelle für das Schmerzempfinden ist deutlich niedriger als bei Gesunden. Viele Betroffene begleitet die Krankheit ein Leben lang.

Nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga erkranken von hundert Menschen zwei an Fibromyalgie – Frauen häufiger als Männer. Jeder Körperbereich kann von den Schmerzen betroffen sein. Meist treten sie am Rücken, an der Wirbelsäule sowie um Sprunggelenke, Knie, Hüften, Ellenbogen, Hände und Schultern auf.

Gefährlich ist Fibromyalgie nicht, denn Organe, Muskeln und Gelenke sind gesund. Medizinern zufolge hat die Erkrankung auch keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Trotzdem: Für die Betroffenen kann Fibromyalgie zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und in der Lebensqualität führen.

Fibromyalgie-Auslöser: Was ist die Ursache der Schmerzen?

Die genauen Ursachen für Fibromyalgie sind bislang unbekannt. Was die Wissenschaft weiß, ist, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn bei Fibromyalgie-Patienten gestört ist. Als Auslöser wird ein Zusammenspiel aus genetischen, körperlichen und psychischen Faktoren angenommen, die bestimmte Reaktionen des Hormon- und Nervensystems verursachen, die wiederum FMS-Beschwerden hervorrufen. Zu den Einflussgrößen, die das Auftreten der Schmerzkrankheit begünstigen können, gehören:

  • Stress
  • belastende und traumatische Erlebnisse
  • Depression
  • zu wenig Bewegung
  • Rauchen
  • Übergewicht

Fibromyalgie kann als Primärerkrankung vorliegen, aber auch infolge einer anderen Krankheit auftreten, etwa der rheumatoiden Arthritis. Dann sprechen Mediziner von einer Sekundärerkrankung. Wie die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV) betont, ist Fibromyalgie an sich aber keine Rheuma-Erkrankung.

Der Weg zur Fibromyalgie-Diagnose ist oft schwer

Fibromyalgie entwickelt sich über viele Jahre hinweg. Nach Angaben der DFV treten die ersten Symptome meist ab dem 35. Lebensjahr auf und verstärken sich im weiteren Verlauf. Viele Patienten leiden schon lange unter unklaren Schmerzen oder anderen Schmerzkrankheiten. Schmerzphasen können sich mit Zeiten abwechseln, in denen die Betroffenen nahezu beschwerdefrei sind. Die Symptome einer Fibromyalgie sind sehr vielfältig und in Teilen auch unspezifisch. Das führt dazu, dass sie häufig mit anderen Krankheitsbildern in Zusammenhang gebracht werden.

Erschwert wird die Fibromyalgie-Diagnose, weil keine körperliche Ursache im Sinne kranker Organe zu finden ist. Auch gibt es keine bestimmten Marker im Blut, die auf die Erkrankung hinweisen könnten. Der Arzt geht daher oft den anderen Weg: Er schließt andere Erkrankungen Stück für Stück aus. Bis zur Diagnose haben viele Patienten deshalb einen langen Weg und viele Stunden Wartezeit in verschiedenen Arztpraxen hinter sich. Oft wird Fibromyalgie außerdem erst in einer rheumatologischen oder schmerzmedizinischen Praxis festgestellt.

Fibromyalgie-Symptome: Daran erkennen Sie die Erkrankung

Das Beschwerdebild der Fibromyalgie zeigt nicht nur von Person zu Person Unterschiede. Auch bei den Betroffenen selbst können sich die Krankheitssymptome verändern. Die Schmerzen können in verschiedene Körperbereiche wechseln, die Schmerzintensität kann schwanken und die Länge der Schmerzschübe variieren.

Zu den Fibromyalgie-Symptomen gehören:

  • über mehr als drei Monate bestehende Schmerzen in mehreren Körperbereichen, oft um Gelenke herum, die an Muskelkater und Muskelzerrungen erinnern
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Steifigkeits- und Schwellungsgefühle an Händen, Füßen und im Gesicht
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Gefühlsstörungen an Händen und Füßen
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • erhöhte Licht-, Geruchs- und Geräuschempfindlichkeit
  • Menstruationsbeschwerden bei Frauen
  • Herzrasen
  • Atembeschwerden
  • innere Unruhe
  • Nervosität
  • Angstgefühle
  • Niedergeschlagenheit bis hin zu einer Depression

Da die Fibromyalgie-Symptome so unberechenbar sind, ist es für Betroffene oft eine große Herausforderung, ihren Alltag zu meistern. Nie wissen sie sicher, wann der nächste Schmerzschub kommt. Schlechter Schlaf, Müdigkeit und Erschöpfung belasten zusätzlich.

Wie kann man Fibromyalgie behandeln?

Die Beschwerden der Betroffenen sind sehr unterschiedlich. Es gibt daher nicht die eine Standardbehandlung, um das Fibromyalgiesyndrom zu behandeln. Der Arzt stellt die Therapie für den Patienten abhängig vom Symptombild zusammen. Es erfordert deshalb viel Geduld, das passende Therapiekonzept zu finden. In der Regel werden Behandlungsformen verschiedener Fachgebiete miteinander kombiniert. Ärzte, Psychologen und Physiotherapeuten arbeiten oft zusammen.

Medikamentöse Behandlung

Eine wichtige Behandlungssäule der Fibromyalgie-Therapie sind Medikamente zur Schmerzlinderung, darunter:

  • Amitriptylin
  • Duloxetin
  • Milnacipran
  • Pregabalin

Die Wirkstoffe wurden ursprünglich zur Behandlung von Depressionen oder Epilepsie entwickelt und wirken auf die Botenstoffe, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind.

Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol werden im Rahmen der Fibromyalgie-Therapie von Ärzten eher selten verschrieben. Sie reduzieren die Schmerzen meist nicht in gewünschtem Maße und bringen, über einen längeren Zeitraum eingenommen, erhebliche Nebenwirkungen mit sich.

Nicht-medikamentöse Therapien

Zu den nicht-medikamentösen Therapien bei Fibromyalgie gehören unter anderem:

  • Gymnastik
  • warme Bäder
  • Massagen
  • Akupunktur
  • transkutane elektrische Nervenstimulation – kurz TENS

All diese Maßnahmen haben das Ziel, die Muskeln zu lockern und Verspannungen zu lösen. Leichter Sport wie Fahrradfahren, Schwimmen und Walking zeigen bei der Therapie ebenfalls positive Wirkungen.

Auch Entspannungsübungen wie Meditation, Autogenes Training und Techniken zur Schmerzbewältigung werden von vielen Betroffenen als unterstützend empfunden. Da Fibromyalgie neben den körperlichen Einschränkungen auch psychische Beschwerden mit sich bringt, kann eine Psychotherapie hilfreich sein.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal