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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Achtung, Läuse! Daran erkennen Sie Kopf-, Filz- und Kleiderläuse

Von Wiebke Posmyk

21.01.2022Lesedauer: 6 Min.
Kopfläuse mit Nissen
Läuse sind meist mit bloßem Auge zu erkennen. (Quelle: KevinDyer/getty-images-bilder)
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Ist von Läusen beim Menschen die Rede, sind damit fast immer Kopfläuse gemeint. Doch es gibt zwei weitere Lausarten, die äußerst lästig sein können: Filzläuse und Kleiderläuse. Wie sich ein Lausbefall äußert und was dagegen hilft.

Das Wichtigste im √úberblick


  • L√§use erkennen: Wie sieht Lausbefall aus?
  • Kopfl√§use erkennen
  • Filzl√§use erkennen
  • Kleiderl√§use erkennen
  • L√§use: Was tun?
  • Hausmittel gegen L√§use

Egal, ob Kopf-, Filz- oder Kleiderl√§use: Die nur wenige Millimeter kleinen Parasiten ern√§hren sich vom Blut ihres Wirts ‚Äď dem Menschen. Ohne menschliches Blut sterben L√§use schon nach wenigen Tagen.


Die häufigsten Parasiten beim Menschen

Kopfläuse
Hausstaubmilben
+4

Wo sich L√§use niederlassen, sind auch ihre Eier zu finden, die sogenannten Nissen. Nach etwa einer Woche schl√ľpfen die L√§use und produzieren eine neue Generation. Ein Weibchen legt innerhalb eines Monats zwischen 90 und 140 Nissen.

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Hat eine Person Läuse, sprechen Fachleute von einer Pedikulose. Dabei unterscheiden sie zwischen Befall durch

  • Kopfl√§use (Pediculus humanus capitis),
  • Filzl√§use (Phthirus pubis) und
  • Kleiderl√§use (Pediculus humanus corporis).

Vor allem Kopfläuse sind weit verbreitet, insbesondere bei Schul- oder Kindergartenkindern.

Illustration verschiedener Lausarten
Filzlaus (links), Kleiderlaus (Mitte) und Kopflaus (rechts). (Quelle: ZU_09/getty-images-bilder)

Läuse sind ansteckend

In der Regel gelangen Läuse durch direkten Körperkontakt von Mensch zu Mensch, etwa, wenn Kinder miteinander spielen. Aber auch durch gemeinsam benutzte Matratzen, Kleidung oder Kämme kann man sich anstecken. Nur wenn sich keine beweglichen Läuse mehr an einer Person befinden, besteht keine Ansteckungsgefahr.

Schon gewusst?
Im Gegensatz zu Flöhen können Läuse nicht springen. Von Mensch zu Mensch können sie daher nur auf direktem Wege geraten.

Läuse erkennen: Wie sieht Lausbefall aus?

L√§use kann eine √Ąrztin oder ein Arzt leicht erkennen. L√§use und Eier sind mit blo√üem Auge oder mithilfe einer Lupe sichtbar. Die Eier der L√§use (Nissen) sind grau-braun und haben die Form eines Tropfens. Je nach Lausart legen die Parasiten ihre Eier entweder an den Haarsch√§ften oder an Stoffasern ab.

Laien k√∂nnen L√§use oft selbst erkennen, vor allem die weit verbreiteten Kopfl√§use. Bei Verdacht auf einen Lausbefall kann ein spezieller L√§usekamm helfen, die Parasiten aufzusp√ľren.

Läuse und Nissen mit Läusekamm
Kopfläuse und ihre an Haaren befestigten Eier lassen sich leicht erkennen. (Quelle: Pridannikov/getty-images-bilder)

Juckende Knötchen durch Lausbefall

Neben den L√§usen und ihren Nissen l√§sst sich ein Lausbefall an typischen Symptomen erkennen. Um zu √ľberleben, ben√∂tigen L√§use Blut ‚Äď und das mehrmals t√§glich. Mit ihren Mundwerkzeugen stechen sie durch die Haut und saugen eine kleine Menge Blut heraus. Die Symptome eines Lausbefalls entstehen durch den Speichel, den die L√§use bei einem Stich abgeben.

Typische Anzeichen f√ľr einen Befall mit L√§usen sind

  • m√§√üiger bis starker, oft nachts auftretender Juckreiz sowie
  • Hautver√§nderungen in Form von Kn√∂tchen (Papeln) oder Quaddeln.

Je nachdem, welche L√§use dahinterstecken, treten die Symptome an unterschiedlichen Stellen auf. Wichtig ist, dem Juckreiz m√∂glichst nicht nachzugeben: Beim Kratzen k√∂nnten Krankheitserreger in offene Hautstellen gelangen und zu einer Infektion f√ľhren.

Wichtige Information
Juckreiz und Hautveränderungen können sehr viele Ursachen haben. Die Diagnose Lausbefall lässt sich erst stellen, wenn Läuse und/oder Eier ausfindig gemacht wurden. Suchen Sie daher im Zweifel ärztlichen Rat.

Kopfläuse erkennen

Die nur etwa zwei bis vier Millimeter großen Kopfläuse sind weit verbreitet. Die juckenden Knötchen, die Kopfläuse hinterlassen, treten meist im Bereich des Hinterkopfs auf. Ohren, Nacken oder Schläfen können ebenfalls befallen sein. Zusätzlich können die Lymphknoten an den befallenen Stellen vergrößert sein. Die Läuse kleben ihre Eier an die Haarschäfte.

Kinder stecken sich h√§ufig beim Spielen an. Auch gemeinsam benutzte B√ľrsten und K√§mme k√∂nnen L√§use √ľbertragen, ebenso wie Handt√ľcher oder Bettw√§sche.

Hat ein Kind Kopfläuse, sind die Eltern verpflichtet, dies der Schule, Kita oder ähnlichen Gemeinschaftseinrichtungen mitzuteilen. So soll verhindert werden, dass sich der Kopflausbefall weiter verbreitet.

Eine Kopflaus neben einem Zentimetermaß.
Kopfläuse sind nur wenige Millimeter groß. (Quelle: Pridannikov/getty-images-bilder)

Filzläuse erkennen

Anders als Kopfläuse sind die seltener vorkommenden Filzläuse nicht auf dem Kopf, sondern meist in der Genital- oder Analregion zu finden. Daher werden sie auch Schamläuse genannt. Bart, Achselhöhlen, Brust- und Bauchhaare, Wimpern oder Augenbrauen können ebenfalls befallen sein.

Filzläuse haben im Vergleich zu Kopfläusen ein eher gedrungenes, krabbenartiges Aussehen. Sie sind zwar etwas kleiner als Kopf- oder Kleiderläuse, aber mit einer Länge von unter zwei Millimetern mit bloßem Auge als hellbraune Punkte in der Nähe der Haarschäfte zu erkennen. Da sie sich jedoch kaum bewegen, sind sie oft schwer zu entdecken.

Filzl√§use werden beim Geschlechtsverkehr oder durch anderen engen Kontakt √ľbertragen. Daher ist das Risiko bei h√§ufig wechselnden Sexualpartnerinnen und -partnern erh√∂ht. Auch eine √úbertragung √ľber Bettw√§sche, Handt√ľcher oder Kleidung ist m√∂glich.

An den befallenen Stellen sind punktf√∂rmige, ger√∂tete Verletzungen zu sehen. Hat der L√§usestich zu Einblutungen der Haut gef√ľhrt, k√∂nnen in Kombination mit dem L√§usespeichel bl√§uliche, bis zu fingernagelgro√üe Flecken (sogenannte Taches bleues) auftreten. Ein weiteres Symptom von Filzl√§usen: In der Unterw√§sche k√∂nnen rostfarbene Flecken zu sehen sein ‚Äď dies sind die Ausscheidungen der L√§use.

Spuren von Filzläusen unter männlicher Achsel
Filzläuse treten oft im Genitalbereich auf, sie können aber auch an anderen Körperstellen wie etwa in den Achselhöhlen zu sehen sein. (Quelle: HengDao/getty-images-bilder)

Kleiderläuse erkennen

Im Gegensatz zu Kopf- und Filzl√§usen ist ein Befall mit Kleiderl√§usen (K√∂rperl√§usen) auf schlechte hygienische Bedingungen zur√ľckzuf√ľhren. In Deutschland kommt ein Kleiderlausbefall nur selten vor. Das Risiko steigt zum Beispiel in Notzeiten, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben.

Kleiderl√§use sind etwa drei bis f√ľnf Millimeter gro√ü. Sie legen ihre Eier nicht in den Haaren, sondern in die N√§hte von Kleidungsst√ľcken ab, die eng am K√∂rper anliegen. Die dort herrschenden Temperaturen von etwa 28 bis 30 Grad Celsius sind f√ľr diese Lausart ideal. Auf der w√§rmeren Hautoberfl√§che befinden sich Kleiderl√§use daher nur w√§hrend einer Blutmahlzeit ‚Äď anschlie√üend wandern sie wieder direkt in die Innenseite der Kleidung.

Die Eier der Kleiderlaus können zum Beispiel an der Naht des BHs oder der Unterhose zu finden sein. An diesen Stellen sind kleine, rote Knötchen zu erkennen, die stark jucken. Auch können dort Lymphknoten geschwollen sein.

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Kleiderl√§use verbreiten sich relativ rasch von Mensch zu Mensch. Ein Grund: Steigt die K√∂rpertemperatur eines Menschen, etwa bei Fieber, f√ľhlen sie sich nicht mehr wohl ‚Äď und wechseln dann zu einem anderen Wirt.

Kleiderl√§use als Krankheits√ľbertr√§ger
Kleiderl√§use k√∂nnen √úbertr√§ger verschiedener Krankheitserreger sein. Die Folge k√∂nnen verschiedene Erkrankungen sein. Dazu z√§hlen zum Beispiel das Fleckfieber, das F√ľnftagefieber oder das epidemische L√§use-R√ľckfallfieber. In Deutschland kommt es jedoch nur selten zu einer solchen √úbertragung.

Läuse: Was tun?

Sobald Eier oder lebende Läuse entdeckt werden, sollte der Lausbefall behandelt werden.

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die meist miteinander kombiniert werden:

  • Bei Befall mit Kopfl√§usen (und oft auch Filzl√§usen) wird mit L√§usemitteln behandelt, welche die Parasiten abt√∂ten.
  • In den Haaren befindliche Eier k√∂nnen mit einem speziellen L√§usekamm entfernt werden.
  • Unabh√§ngig von der Lausart sollten Kleidung, Handt√ľcher und √Ąhnliches gr√ľndlich gereinigt oder entfernt werden.

L√§use und ihre Eier sind sehr widerstandsf√§hig. Daher muss die Behandlung sehr konsequent durchgef√ľhrt werden. Um wirklich alle L√§use ‚Äď auch nachschl√ľpfende ‚Äď abzut√∂ten, muss die Therapie mit einem L√§usemittel daher in der Regel nach einigen Tagen wiederholt werden. Wichtig ist daher, dass Sie sich genau an die Anweisungen in der Packungsbeilage halten.

Behandlung von Kopfläusen

Bei Kopfläusen hat sich eine Kombination aus Läusemittel und Auskämmen mit einem Läusekamm bewährt.

L√§usemittel k√∂nnen zum Beispiel als Shampoo auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Es stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verf√ľgung. Dazu z√§hlen etwa Permethrin, Allethrin oder Pyrethrum, die zu den Insektiziden z√§hlen. Diese helfen meist sehr gut ‚Äď in manchen F√§llen wirken sie jedoch nicht, weil die L√§use gegen den Wirkstoff unempfindlich (resistent) geworden sind. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind Insektizide nicht geeignet. Eine Alternative zu Insektiziden ist der Wirkstoff Dimeticon auf Silikon√∂lbasis.

Zus√§tzlich empfiehlt sich die Behandlung mit einem L√§usekamm. Dieser hat besonders engstehende Zinken, sodass L√§use und Eier gut entfernt werden k√∂nnen. Das feuchte Haar muss Str√§hne f√ľr Str√§hne von der Kopfhaut bis in die Spitzen sorgf√§ltig durchk√§mmt werden. Das K√§mmen muss in Abst√§nden wiederholt werden.

Wichtig zu wissen: Eine alleinige Behandlung mit dem L√§usekamm kann in manchen F√§llen ausreichend sein ‚Äď in der Regel wird die √Ąrztin oder der Arzt jedoch eine Kombination aus L√§usekamm und L√§usemittel empfehlen.

Behandlung von Filzläusen

Filzläuse können genau wie Kopfläuse mit Läusemitteln behandelt werden. Auch das Auskämmen mit einem Läusekamm kann helfen. Zudem empfiehlt es sich, befallene Stellen zu rasieren, zum Beispiel im Schamhaarbereich.

Sind die Wimpern befallen, kann es helfen, etwas Vaseline aufzutragen. Dadurch sterben die Läuse ab und können anschließend mit einer Pinzette entfernt werden.

Solange noch Filzläuse zu sehen sind, sollten Betroffene engen Körperkontakt (wie Geschlechtsverkehr) meiden, um andere nicht anzustecken. Die Partnerin oder der Partner sollte sich ebenfalls nach Filzläusen absuchen.

Behandlung von Kleiderläusen

Kleiderl√§use werden oft nicht mit speziellen L√§usemitteln behandeln, da sich die L√§use gr√∂√ütenteils nicht auf Haut und Haaren, sondern in der Kleidung befinden. Besonders wichtig ist vielmehr, s√§mtliche kontaminierte Gegenst√§nde gr√ľndlich zu reinigen oder zu entsorgen. Wie das geht, erfahren Sie im n√§chsten Abschnitt.

Kopf-, Filz- oder Kleiderl√§use: W√§sche gr√ľndlich reinigen

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie Kleidung, Handt√ľcher oder Bettw√§sche m√∂glichst bei mindestens 60 Grad Celsius waschen und t√§glich wechseln. Hilfreich ist zudem, die W√§sche m√∂glichst in einem Trockner bei hohen Temperaturen zu trocknen. K√§mme, B√ľrsten und Haarspangen k√∂nnen Sie mit Seife und Wasser reinigen und ein paar Tage liegenlassen.

Kleidungsst√ľcke oder Gegenst√§nde, die nicht bei hohen Temperaturen gewaschen werden k√∂nnen, k√∂nnen Sie mehrere Tage in einer geschlossenen Plastikt√ľte aufbewahren. Manchmal wird empfohlen, die T√ľte in die Tiefk√ľhltruhe oder den Gefrierschrank zu legen. Bei Kleiderl√§usen kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, kontaminierte Kleidung komplett zu entsorgen.

Hausmittel gegen Läuse

Gegen Kopfläuse sind verschiedene pflanzliche Mittel erhältlich, zum Beispiel mit Kokosöl oder einem Extrakt aus Neembaum. Auch Präparate mit Mineralöl gibt es zu kaufen.

Manche Betroffene versuchen, die L√§use mit Hausmitteln wie Oliven√∂l oder Mayonnaise zu bek√§mpfen. Durch eine die Kopfhaut bedeckende √Ėlschicht sollen L√§use und Eier abget√∂tet werden.

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Wie gut Hausmittel und pflanzliche Mittel jedoch wirklich helfen, ist bislang nicht ausreichend in Studien untersucht worden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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