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Oberbauchschmerzen: Welche Ursachen gibt es und was hilft?


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Was Oberbauchschmerzen bedeuten können und was hilft

mp , Dr. Monique Amey-Özel

Aktualisiert am 17.03.2023Lesedauer: 6 Min.
Frau hält sich den Bauch
Oberbauchschmerzen sind oft harmlos, können aber auch ein Symptom für eine schwerwiegende Erkrankung sein. (Quelle: PORNCHAI SODA/getty-images-bilder)
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Bauchschmerzen sind nicht immer gleich – mal betreffen sie den gesamten Bauchraum, mal nur den Oberbauch. Erfahren Sie hier, was Oberbauchschmerzen verursacht und wie sie sich behandeln lassen.

Das Wichtigste im Überblick


Bauchschmerzen hatte jeder schon einmal – mal mehr, mal weniger stark. Oft lässt sich kaum sagen, aus welchem Bereich sie kommen – geschweige denn von welchem Organ.

Um hier besser einzugrenzen, teilen Fachleute den gesamten Bauchraum in vier Quadranten ein: oben rechts, oben links, unten rechts und unten links. Außerdem gibt es noch einen in der Mitte liegenden Bereich. Der Oberbauch mit den beiden oberen Quadranten befindet sich oberhalb des Bauchnabels und der Unterbauch mit den beiden unteren Quadranten entsprechend darunter. Das Brustbein kennzeichnet die Mittellinie zwischen rechter und linker Körperhälfte.

In jedem der Quadranten liegen bestimmte Organe, von denen die entsprechenden Schmerzen ausgehen können. Bei den meisten Schmerzen lässt sich anhand des Ausbreitungsschemas, das Betroffene beschreiben, auf ein oder mehrere Organe schließen.

Im Oberbauch liegen zum Beispiel der Magen und der untere Abschnitt der Speiseröhre, der Zwölffingerdarm (vorderer Abschnitt des Dünndarms), die Leber, die Bauchspeicheldrüse, die Milz und die Nieren (außerhalb bzw. hinter dem Bauchfell). Je nachdem, welches der Organe betroffen ist, sind die Beschwerden in einem oder mehreren der vier Quadranten spürbar.

Was kennzeichnet Oberbauchschmerzen?

Als Oberbauchschmerzen bezeichnen Ärztinnen und Ärzte schmerzhafte Beschwerden im oberen Bauchraum. Dieses sogenannte Epigastrium – also die Region um den Magen herum – erstreckt sich von den unteren Rippen bis hinunter zum Bauchnabel. Die Betroffenen beschreiben die Schmerzen entweder als plötzlich auftretend und stark (akut) oder andauernd beziehungsweise wiederkehrend (chronisch).

Oft breiten sich die Oberbauchschmerzen wellenartig aus und lassen sich keinem bestimmten Bereich oder Organ zuordnen – sie wandern. Das ist meist bei Schmerzen der Fall, die von einem Organ ausgehen. Fachleute sprechen von viszeralen Schmerzen. Sie sind häufig drückend, dumpf oder auch krampfartig.

Schmerzen, die vom Bauchfell (Peritoneum) ausgehen, das die meisten Bauchorgane umgibt, sind dagegen leichter zuzuordnen. Fachleute sprechen hierbei von somatischen Schmerzen, die meist von brennendem oder stechendem Charakter sind.

Oberbauchschmerzen sind häufig von weiteren Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall, Blähungen oder Verstopfung begleitet.

Welche Ursachen haben Oberbauchschmerzen?

Bauchschmerzen sind eines der häufigsten Symptome bei Organerkrankungen. Sowohl die Organe innerhalb als auch die Organe außerhalb des Bauchraums gelten als mögliche Quelle. Insbesondere Entzündungen, Geschwüre oder Tumoren verursachen Beschwerden.

Folgende Organe können bei Oberbauchschmerzen betroffen sein:

  • Speiseröhre (wie etwa bei Sodbrennen oder der Refluxkrankheit)
  • Magen und Dünndarm (etwa wegen einer Magenschleimhautentzündung, Geschwüren, einem Reizmagen oder Reizdarm)
  • Gallenblase und Gallenwege (beispielsweise durch Gallensteine oder Gallenkoliken)
  • Bauchspeicheldrüse (etwa infolge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Leber (zum Beispiel bei Hepatitis, Leberzirrhose oder einer Stauungsleber)
  • Milz (etwa bei einem Milzriss)
  • Nieren (wie beispielsweise bei Nierenkoliken)
  • Herz (zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder Aortenaneurysma)
  • Lunge (etwa wegen einer Lungenentzündung)

Wann treten Oberbauchschmerzen auf?

Viele Menschen verspüren Oberbauchschmerzen kurz nach dem Essen. Grund dafür ist meist eine zu üppige Mahlzeit. Der Magen ist sprichwörtlich überfordert und mitunter zu stark gedehnt. Die entstehenden Schmerzen sind aber in der Regel nicht sehr schlimm und vergehen von selbst innerhalb kurzer Zeit wieder.

Sind die Schmerzen stärker und stechender, liegt das zumeist an der Magensäure, die der Magen im Zuge der Verdauung produziert. Je nach Menge reizt sie die Magenschleimhaut, was die typischen Magenschmerzen verursacht.

Manchmal steckt auch eine bereits bestehende Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür dahinter. Mit jeder Nahrungsaufnahme verschlimmert sich die Entzündung oder das Geschwür und die Schmerzen nehmen zu.

Schmerzhafte Beschwerden können aber auch erst etwas später nach dem Essen auftreten. Typisch hierfür ist ein Reizmagen, bei dem die Magenschleimhaut überempfindlich ist und bereits auf geringere Mengen an Magensäure reagiert. Hinter einer solchen Überreaktion stecken nicht selten psychische Störungen, denn negativer Stress verstärkt die Magensäureproduktion und beeinträchtigt den Verdauungsvorgang.

Sodbrennen und damit einhergehende, zentral gelegene Oberbauchschmerzen treten ebenfalls erst eine gewisse Zeit nach dem Essen auf.

Liegen Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung vor, kommt es bei manchen Betroffenen auch nach dem Stuhlgang zu entsprechenden Schmerzen im Oberbauch.

Phasenweise auftretende Beschwerden sind typisch für Krebserkrankungen. Oft haben Betroffene lange Zeit keine Beschwerden oder verspüren anfangs hin und wieder leichte Schmerzen. Auffällig sind der mit Tumoren meist einhergehende Gewichtsverlust und die Appetitlosigkeit. Die Betroffenen essen dann in der Regel weniger und fühlen sich dennoch voll.

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Wo treten Oberbauchschmerzen auf?

Je nach Ursache und beteiligten Strukturen konzentrieren sich die Bauchschmerzen auf einen bestimmten Bereich oder breiten sich aus einer Richtung her in andere Bereiche aus.

Schmerzen im linken Oberbauch

Für Schmerzen im linken Oberbauch sind sehr häufig eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür verantwortlich. Während die Schmerzen bei einer Magenschleimhautentzündung zumeist ausstrahlen und schwer einzugrenzen sind, handelt es sich bei einem Magengeschwür eher um dumpfe, bohrende Schmerzen, die gelegentlich in den Rücken ziehen. Sie sind in der Regel aber klar dem Magen zuzuordnen.

Linkseitige Oberbauchschmerzen sind auch typisch bei einer Erkrankung der Milz. So verursacht eine geschwollene Milz beispielsweise ein dumpfes Druckgefühl, das häufig kommt und geht. Ist die Milz gerissen, verspüren Betroffene dagegen einen plötzlich einsetzenden starken Schmerz.

Neben den Organen des Bauchraums können aber auch Organe, die im Brustraum liegen, Oberbauchschmerzen verursachen. Schmerzen im linken Oberbauch sind manchmal beispielsweise Anzeichen für eine Lungenentzündung oder einen Herzinfarkt (ein Warnzeichen insbesondere bei Frauen). Beim Herzinfarkt setzen die Schmerzen zumeist plötzlich ein und strahlen bis in die linke Schulter.

Schmerzen im rechten Oberbauch

Ist die Leber erkrankt, sind die Schmerzen im rechten Oberbauch spürbar. Eine Lebererkrankung wird dabei oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Leber betroffen ist, ist eine Gelbfärbung der Haut.

Erkrankungen der Gallenblase verursachen ebenfalls Schmerzen im Oberbauch. Diese sind bei Gallensteinen zu Beginn dumpf und gehen von der rechten Bauchseite aus. Bei Gallenkoliken sind die Schmerzen oft sehr stark und dehnen sich wellenartig über den gesamten Oberbauch aus, sodass sie von den Betroffenen selbst manchmal nur schwer örtlich einzuordnen sind. Typisch ist aber, dass sie nicht gleichmäßig anhalten, sondern meist wellenförmig ab- und wieder zunehmen.

Anhaltende, starke Schmerzen im rechten Oberbauch sprechen dagegen für eine Entzündung der Gallenblase. Diese Schmerzen strahlen meist auch bis in die rechte Schulter aus.

Schmerzen in der Mitte des Oberbauchs

Bei einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse ziehen die Schmerzen von der Bauchmitte teils in die linke Hälfte des Oberbauchs und bei etwa 50 Prozent der Betroffenen auch in den Rücken. Ist die Entzündung akut, breiten sich die Schmerzen wie ein Gürtel rings um den gesamten Oberbauch aus.

Ist die Hauptschlagader des Bauchs beschädigt oder gar gerissen (Aortenaneurysma oder Aortendissektion), verspüren Betroffene plötzlich starke Schmerzen in der Mitte des Ober- und Mittelbauchs.

Erkrankungen der Nieren verursachen zumeist Schmerzen in den seitlichen Bauchregionen (Flanken) bis hin zur Wirbelsäule. Je nach Stärke der Schmerzen strahlen sie aber auch bis zur Bauchmitte. Nierensteine, die in einen Harnleiter gelangt sind und diesen verstopfen, sorgen beispielsweise für sehr starke, krampfartige Schmerzen (ähnlich wie bei Gallenkoliken). Diese sind im gesamten unteren Rücken (hintere Bauchwand) und in der Leistengegend spürbar.

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Wann bei Oberbauchschmerzen zum Arzt?

Oberbauchschmerzen sind in vielen Fällen harmlos und nach einiger Zeit wieder verschwunden. Sie können aber auch auf ernste Erkrankungen hindeuten.

Wenn folgende Symptome auftreten, sollten Sie unbedingt eine ärztliche Praxis aufsuchen:

  • akute, krampfartige oder stechende Schmerzen
  • verhärtete, stark angespannte Bauchdecke
  • geschwollener Bauch
  • Bauchschmerzen, die länger als drei Monate andauern
  • Begleiterscheinungen wie anhaltender Durchfall und Erbrechen, Blut im Stuhl oder Urin, Fieber, Schüttelfrost
  • Schockzeichen wie schneller Puls, abfallender Blutdruck, Blässe, Schweißausbrüche, Berührungsempfindlichkeit, Bewusstseinseintrübung (Verwirrtheit)

Was tun gegen Oberbauchschmerzen?

Bei Oberbauchschmerzen, die auf eine fehlerhafte oder unverträgliche Ernährung zurückzuführen sind, sollten Betroffene möglichst ruhen und keine feste Nahrung zu sich nehmen, solange die Schmerzen anhalten. Beschränken Sie sich vorerst auf Flüssigkeiten wie milde Tees, die bei der Verdauung helfen. Eine ärztliche Versorgung ist hierbei meist nicht notwendig. Gehen die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen nicht weg, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Langfristig lassen sich nahrungsmittelbedingte Bauchschmerzen mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung behandeln und auch vermeiden.

Überdies kommen bei Oberbauchschmerzen Schmerzmittel, krampflösende Medikamente oder sogenannte Protonenpumpenhemmer (Säureblocker) infrage. Sie sind zum Teil frei in der Apotheke erhältlich, sollten aber wegen möglicher Nebenwirkungen immer nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

Sind ernsthafte Erkrankungen die Ursache für die Schmerzen im Oberbauch, müssen diese unbedingt medizinisch versorgt werden.

Hausmittel bei Oberbauchschmerzen

Bei leichten Oberbauchschmerzen können schon einfache Hausmittel helfen und die Schmerzen lindern. Altbekannt ist die Behandlung mit einer Wärmflasche beziehungsweise einem Wärmekissen. Das beruhigt sowohl den Magen als auch den Darm und regt die Verdauung an.

Milde Kräutertees mit Kamille, Fenchel, Anis, Kümmel oder Süßholzwurzel beruhigen zum Beispiel den Magen-Darm-Trakt, schützen die empfindliche Magenschleimhaut vor Reizung und wirken antientzündlich. Auch Nahrungsbreie aus Hafer oder Leinsamen beruhigen die Schleimhaut. Wechseln Sie zu schonender Kost, also zu Lebensmitteln, die weniger Säure enthalten, nicht zu fett oder süß und nicht übermäßig gewürzt sind. Meiden Sie zudem nach Möglichkeit Alkohol und Tabak und trinken Sie Kaffee nur in Maßen.

Bauen Sie Stress ab. Ohne den negativen Einfluss von Stress und Aufregung beruhigt sich ein nervöser Magen oder Darm oft von selbst. Nützlich sind zum Beispiel Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder Yoga.

Wichtig: Hausmittel haben ihre Grenzen. Ihre Wirksamkeit ist zudem meist nicht medizinisch belegt. Kontaktieren Sie bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden sowie bei Fragen daher immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Keller J., Layer P.: Funktionelle Dyspepsie. In: Lehnert H., et al. (Hrsg.): DGIM Innere Medizin. Online-Informationen des Springer Medizin Verlags GmbH: www.springermedizin.de (Abrufdatum: 26.4.2022)
  • Herold, G.: Innere Medizin 2022. Selbstverlag, Köln 2021
  • Koronare Herzkrankheit (KHK). Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 20.10.2021)
  • Gallensteine. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 10.3.2021)
  • Oberbauchschmerzen. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2019)
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2018
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V. (DGVS): Diagnostik und Therapie von Gallensteinen. AWMF- Leitlinien-Register Nr. 021/008 (Stand: 30.11.2017)
  • Was ist ein Magen-/Darmgeschwür? Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (Hrsg.): www.internisten-im-netz.de (Stand: 18.8.2017)
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e. V. (DGVS): Gastroösophageale Refluxkrankheit. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 021/013 (Stand: 31.5.2014)
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