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Welche Spuren Sonne auf der Haut hinterlässt

Nicht nur Pigmentflecken  

Welche Spuren Sonne auf der Haut hinterlässt

Ann-Kathrin Landzettel

06.06.2021, 05:00 Uhr
Welche Spuren Sonne auf der Haut hinterlässt   . Eine Frau sonnt sich: UV-Strahlen lassen unsere Haut nicht nur schneller altern, sie erhöhen auch das Risiko für Hautkrebs. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Naked King)

Eine Frau sonnt sich: UV-Strahlen lassen unsere Haut nicht nur schneller altern, sie erhöhen auch das Risiko für Hautkrebs. (Quelle: Naked King/Thinkstock by Getty-Images)

Sonnenlicht ist wichtig: Der Körper braucht Sonne für die Bildung von Vitamin D. Sonne wirkt stimmungsaufhellend und aktivierend. Und in richtiger Dosierung wirkt Sonnenlicht sogar antientzündlich auf die Haut. Doch wer seine Haut zu viel Sonne aussetzt, riskiert Hautschäden: Pigmentflecken, Falten, weißer und schwarzer Hautkrebs drohen. 

Während manche Pigmentflecken bereits von Geburt an bestehen, bilden sich andere im Laufe des Lebens auf der Haut. Besonders UV-Licht begünstigt die Bildung von Pigmentflecken wie Sommersprossen und Leberflecken (Nävi): UV-Licht regt bestimmte Hautzellen – die Melanozyten – an, den Farbstoff Melanin zu produzieren. So füllen sich die Zellen mit Pigmenten. 

Pigmentflecken können durch Sonne entarten

"Grundsätzlich ist es möglich, dass jeder Pigmentfleck irgendwann bösartig entartet", sagt Dr. Marcus Nippesen, Dermatologe aus Bünde und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). "Während Sommersprossen so gut wie nie bösartig werden, ist das bei Muttermalen deutlich häufiger der Fall. Die Einwirkung von Sonnenlicht spielt dabei eine bedeutende Rolle."

Warum wird aus einem Leberfleck Hautkrebs?

Hautzellen teilen sich und neue entstehen. Alte Hautzellen sterben ab. Bei diesen ständigen "Copy-Paste-Vorgängen" können Fehler in der Zellerneuerung passieren. Entartet eine Zelle, reagiert normalerweise das Immunsystem. Fresszellen vernichten die "falsche" Zelle. Sonnenlicht birgt für die Haut zwei Risiken: Zum einen erhöht UV-Licht das Risiko für fehlerhafte Zellbildungen, da es schädigend auf die DNA einwirkt. Zum anderen können beispielsweise bei einem Sonnenbrand so viele Hautzellen zerstört werden, dass das Immunsystem mit dem Reparieren nicht hinterherkommt.

 (Quelle: privat) (Quelle: privat) Dr. Marcus Nippesen arbeitet als Hautarzt in Bünde und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Der Dermatologe ist außerdem als Referent für die Krebsgesellschaft NRW tätig.

Es reicht bereits eine einzige entartete Zelle, um Hautkrebs zu verursachen. Sonnenlicht gehört neben dem Hauttyp, der familiären Veranlagung und dem Alter zu den bedeutendsten Hautkrebs-Risikofaktoren. "Vor allem UV-B-Licht ist DNA-schädigend und erhöht das Hautkrebsrisiko", sagt Nippesen, der auch als Referent der Krebsgesellschaft NRW tätig ist. "Bereits ein leichter Sonnenbrand birgt ein deutliches Hautkrebsrisiko, ein starker Sonnenbrand ein noch höheres. Je mehr Defekte in der Haut entstehen, desto schwieriger ist es für die Immunabwehr, fehlerhafte Zellen zu erkennen und unschädlich zu machen."

Warnzeichen für schwarzen Hautkrebs richtig deuten: die ABCD-Regel

Angaben des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zufolge sind 2016 rund 230.000 Menschen an weißem Hautkrebs erkrankt: 172.500 Menschen an einem Basalzellkarzinom und etwa 57.500 Menschen an einem Plattenepithelkarzinom. An schwarzem Hautkrebs, auch malignes Melanom genannt, erkrankten etwa 23.200 Menschen. "Die Hautkrebsfälle nehmen weiter zu", sagt Nippesen. "Das Basaliom ist nach wie vor die häufigste Hautkrebsform. Doch Fälle von schwarzem Hautkrebs werden immer häufiger."

Erste Hinweise, dass ein Pigmentfleck möglicherweise bösartig entartet ist, gibt die ABCD-Regel: Zu einem Hautarzt sollten Personen – neben den regelmäßigen Hautkrebsscreenings – in jedem Fall gehen, wenn ein Leberfleck asymmetrisch, nicht klar begrenzt, ungleichmäßig in der Färbung (Couleur) und/ oder größer ist als ein Durchmesser von fünf Millimetern. Zum Hautarzt sollte man auch gehen, wenn sich ein bestehender Pigmentfleck plötzlich verändert oder sich eine Hautstelle ohne ersichtlichen Grund wie eine Wunde verhält, also zum Beispiel immer wieder nässt, juckt oder blutet und nicht abheilt.

Gene beeinflussen das Hautkrebsrisiko

Nicht nur die Neigung zur Bildung von Pigmentflecken ist genetisch bedingt. Es ist auch genetisch festgelegt, wie gut die Kontroll- und Reparaturfunktion der Haut funktioniert. Helle Hauttypen haben die empfindlichste Haut und bekommen rasch Sonnenbrand. Dunklere Hauttypen hingegen haben einen besseren Eigenschutz der Haut. "Verhalten Sie sich Ihrem Hauttyp entsprechend in der Sonne. Ein heller Hauttyp etwa sollte eine Creme mit Lichtschutzfaktor 50 wählen. Die Wahl einer Sonnencreme mit dem passenden Lichtschutzfaktor und das Auftragen einer ausreichenden Menge – ein Milliliter pro Quadratzentimeter Haut – senkt das Hautkrebsrisiko deutlich – und beugt übrigens auch frühzeitiger Faltenbildung vor", sagt der Dermatologe.

Wie UV-Licht Falten macht

Ein guter Sonnenschutz ist neben einem Hautkrebsschutz eine bedeutende Anti-Aging-Maßnahme. Für die Alterung der Haut ist vor allem UV-A-Strahlung verantwortlich. Sie ist langwelliger und dringt tiefer in die Hautschichten ein als UV-B-Strahlung. Dort schädigt sie die elastischen Fasern in der Haut.

"Stellen Sie sich das vor wie bei einem Gummiring. Legen Sie diesen in die Sonne, wird er spröde. Das gleiche passiert, wenn die Haut über Jahre immer wieder zu viel UV-A-Licht ausgesetzt ist", erklärt Nippesen. "Zudem begünstigt zu viel Sonnenstrahlung neben Entzündungsreaktionen auch DNA-Schäden der Haut. Beides beschleunigt die Hautalterung. Ein guter Sonnenschutz wirkt wie ein Schutzschild für die Haut – damit sie lange frisch aussieht und gesund bleibt.

Verwendete Quellen:


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