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Mallorca, Barcelona, Kanaren: Diese Corona-Regeln gelten im Spanien-Urlaub

Reisewarnung für drei Gebiete  

Diese Corona-Regeln gelten jetzt im Spanien-Urlaub

07.08.2020, 16:22 Uhr
Mallorca, Barcelona, Kanaren: Diese Corona-Regeln gelten im Spanien-Urlaub. Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht.  (Quelle: imago images/Agencia EFE)

Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht. (Quelle: Agencia EFE/imago images)

Spanien wurde von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Trotzdem ist jetzt ein Sommerurlaub auf Mallorca, den Kanaren und sogar dem Festland wieder möglich. Was ist zu beachten?

Partyurlaub auf Mallorca, Baden auf den Kanaren oder Sightseeing in Barcelona oder Madrid: Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie schien ein Urlaub in Spanien in weite Ferne gerückt zu sein. 

Seit Juni können Touristen wieder in das beliebte Reiseland fahren. Das Auswärtige Amt hat am 31. Juli aber wegen der Corona-Pandemie eine Reisewarnung für drei Regionen in Spanien ausgesprochen: Betroffen sind die Regionen Katalonien, Aragón und Navarra, in denen sich beliebte Touristenziele wie die Costa Brava, die Stadt Barcelona und die Pyrenäen befinden. Das Robert Koch-Institut (RKI) schloss sich dieser Einschätzung an. Die drei spanischen Regionen gelten damit auch als offizielle Risikogebiete. Das geht aus der Aktualisierung der entsprechenden Liste des RKI hervor. 

Für Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten soll im August eine Corona-Testpflicht kommen – über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen. Wegen des starken Anstiegs der Infektionen rät das Auswärtige Amt (AA) bereits seit Dienstag von touristischen Reisen in die drei spanischen Regionen ab. Nicht betroffen von dem neuen Sicherheitshinweis sind die Balearen oder die Kanaren.

Nach Angaben der Behörden vom 30. Juli gibt es leichte Anzeichen für einen Rückgang der täglich registrierten Corona-Infektionen in den besonders betroffenen Regionen Barcelona und Lleida. 

Seit wann können Sie wieder nach Spanien reisen?

Bis zum 15. Juni bestand in Spanien ein strenges Einreiseverbot. Einreisende mussten außerdem zwei Wochen in Quarantäne, wenn sie nach Spanien kamen. Am 21. Juni hat Ministerpräsident Pedro Sanchez dann den Alarmzustand des Landes beendet. Seither sind in ganz Spanien die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sowie die Quarantäneverpflichtung bei Einreise aus dem innereuropäischen Ausland entfallen. Seit dem 1. Juli sind die Grenzen vollständig wieder für den Tourismus geöffnet. 

Was müssen Sie bei der Einreise beachten?

Seit dem 1. Juli müssen Flugreisende ein Online-Formular im Spain-Travel-Health-Portal ausfüllen. Das Formular dient der Gesundheitskontrolle und erzeugt einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss.

Reisende können sich frühestens 48 Stunden vor ihrer Einreise registrieren. Bis Ende Juli kann auch weiterhin ein Formular in Papierform bei Einreise ausgefüllt werden.

Zudem sollten Sie beachten, dass laut Auswärtigem Amt zur Zeit neue Maßnahmen für einige Gebiete gelten, in denen es neue Infektionsherde gab. 

  • In Katalonien: Die Regionalregierung von Katalonien hat für folgende Gebiete die dringende Empfehlung ausgesprochen, die Wohnung nicht zu verlassen und Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen verboten sowie kulturelle und sportliche Veranstaltungen abgesagt: Großraum Barcelona, die Kreise Segriá und Noguera in der Provinz Lleida sowie Figueres und Vilafant (Alt Empordà). Daneben ist der Zugang bzw. das Verlassen des Kreises Segriá in der Provinz Lleida einschließlich der Provinzhauptstadt Lleida in Katalonien zurzeit nur eingeschränkt möglich.
  • In Aragón: Die Regionalregierung von Aragón hat für Zaragoza und die Kreise Monegros, Bajo Cinca sowie Bajo Aragón-Caspe seit 24. Juli 2020 Maßnahmen beschlossen, die den Zugang zu Gastronomie, Geschäften, Schwimmbädern und Sportanlagen, sowie zum kulturellen Angebot zahlenmäßig stark beschränken. Gastronomie und Nachtlokale müssen um Mitternacht schließen, Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind verboten. Zudem wird empfohlen, Zaragoza nicht zu verlassen oder dorthin zu reisen. 
  • In Madrid: Die Regionalregierung von Madrid hat für die Autonome Gemeinschaft Madrid Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen in der Öffentlichkeit verboten. Gastronomie und Nachtlokale dürfen nur bis 1.30 Uhr öffnen, beim Besuch von Bars und Nachtlokalen werden die Personalien aufgenommen. Von Reisen in diese Gebiete rät das Auswärtige Amt ab. 

Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht.  (Quelle: imago images/Agencia EFE)Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht. (Quelle: Agencia EFE/imago images) 

Wo gilt welche Maskenpflicht in Spanien?

Landesweit gilt die Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine Ausnahme von der generellen Maskenpflicht außerhalb geschlossener Räume gilt nur für die Kanarischen Inseln, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann. 

Sie müssen dort immer dann eine Gesichtsmaske tragen, wenn Sie Ihre Unterkunft verlassen. Wenn Sie gegen die Maskenpflicht verstoßen, droht ein Bußgeld von rund 100 Euro. Ausnahmen gelten am Strand, in Schwimmbädern und beim Sport. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind zudem Kinder bis sechs Jahre und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen befreit sind. 

Wie können Sie einreisen?

Mittlerweile können Sie wieder regelmäßige Flüge nach Spanien und auf die Balearen sowie die Kanaren buchen. Auch die Einreise auf dem Landweg ist kein Problem mehr.

Es gibt allerdings trotzdem noch einige Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Zudem sollten Sie das örtliche Infektionsgeschehen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes beobachten. Verboten bleibt das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen. Es gibt einige wenige Ausnahmen, die häufig einer offiziellen Genehmigung bedürfen. 


Können Sie wieder Hotels und Unterkünfte buchen?

In fast allen spanischen Regionen sind Hotels und Unterkünfte wieder geöffnet. Es gelten allerdings strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Viele Hotels dürfen nicht so viele Gäste aufnehmen, wie es ihre Kapazitäten hergeben würden, öffentliche Bereiche wie Bars, Restaurants, Pool- und Wellnessbereiche sind nur unter Auflagen nutzbar. Einige Hotels bleiben geschlossen, bis sie die Auflagen erfüllen können. Informieren Sie sich daher immer direkt bei Ihrem Reiseanbieter oder Ihrer Unterkunft. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in Spanien?

Spanien lockert seine Corona-Einschränkungen in einem Vier-Phasen-System, das sich an den Infektionszahlen orientiert. Regionen mit geringem Infektionsgeschehen wie beispielsweise einige der Kanarischen Inseln haben mehr Lockerungen als andere mit hohen Infektionszahlen, wie Städte und Regionen auf dem spanischen Festland.

Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen.  (Quelle: imago images/Shotshop)Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Zusätzlich zur Maskenpflicht sollten Sie beachten, dass der öffentliche Nahverkehr in Spanien aktuell noch reduziert ist. Zudem gelten in den stärker betroffenen Regionen teils strenge Ausgangsbeschränkungen. 

Können Sie wieder am Strand liegen und baden?

Die Strände Mallorcas, Gran Canarias und der meisten anderen spanischen Ferienziele wurden wieder geöffnet. Es gelten allerdings Sicherheits- und Abstandsregeln. Auch Pools und Schwimmbäder dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Sie sollten sich aber immer über die aktuelle Lage und die geltenden Regeln vor Ort informieren. 

Können Sie trotzdem am Ballermann feiern?

Anfang Juli feierten Hunderte Touristen ausgelassen an der Playa de Palma. Das hatte Konsequenzen: Die Inselregierung verfügte die Schließung vieler Lokale, die vor allem bei Deutschen beliebt sind. Betroffen sind alle Lokale, die auf der "Bier- und Schinkenstraße" am sogenannten Ballermann liegen. Diese Anordnung gelte zunächst bis Mitte September. Gleiches gilt für die Briten-Hochburg Magaluf: Dort werden alle Lokale der Straße "Puerto Ballena" geschlossen. 

Ausgelassene Partys, bei denen sich das Coronavirus allzu gut verbreiten könnte, sollen also erst einmal vermieden werden. 

Wie hoch ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Mit mehr als 28.500 Toten und rund 310.000 bestätigten Infektionsfällen (Stand: 7. August 2020) ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder. 

Aktuell gibt es in ganz Spanien laut Johns Hopkins University noch rund 131.000 aktive, bestätigte Coronavirus-Fälle. Auf den Kanarischen Inseln sind es noch rund 1.050, auf den Balearen rund 1.200 aktive Fälle. Stärker betroffen sind Regionen wie Katalonien mit rund 53.000 aktiven Fällen und die Hauptstadt Madrid mit mehr als 30.000 aktiven Fällen. Die Zahl der aktiven Fälle ist im vergangenen Monat wieder angestiegen, die meisten sind lokale Ausbrüche, besonders in Aragonien und Katalonien um Barcelona.

Verwendete Quellen:
  • Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Spanien 
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Johns Hopkins University
  • Spanisches Gesundheitsministerium
  • Mallorca Magazin
  • weitere Quellen
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