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Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – diese Corona-Regeln gelten jetzt

Zahlen steigen dramatisch  

Diese Corona-Regeln gelten jetzt im Spanien-Urlaub

09.09.2020, 17:14 Uhr | sms, msc, t-online

Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – diese Corona-Regeln gelten jetzt. Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus.  (Quelle: imago images/Aviation-Stock)

Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus. (Quelle: Aviation-Stock/imago images)

Spanien wurde von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Ein ein Urlaub auf Mallorca, den Kanaren und dem Festland ist zwar möglich. Doch Spanien gilt als Risikogebiet und die Infektionszahlen steigen weiter. 

Wegen erneut hoher Infektionszahlen hat das Robert Koch-Institut (RKI) Spanien bereits Mitte August wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Zunächst galt die Einstufung nicht für die Kanaren, seit Anfang September zählt auch die Inselgruppe zu den Risikogebieten. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien. Was bedeutet das für Reisen nach Spanien?

Was bedeutet die Einstufung als Risikogebiet für Urlauber?

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus gilt. Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test selbst zahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos. Sie müssen dann so lange in häuslicher Quarantäne bleiben, bis das Testergebnis da ist. In der Regel dauert das laut Gesundheitsministerium 24 bis 48 Stunden.

Kann ich trotz Reisewarnung nach Spanien einreisen?

Sowohl die Einstufung als Risikogebiet als auch die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, die seit Mitte August wieder für Spanien gilt, bedeuten kein Verbot für Reisen nach Spanien. Sie sollten allerdings beachten, dass in diesen Fällen andere Stornierungs- und Versicherungsbedingungen gelten und Sie sich an die Maßnahmen wie Quarantäne- und Testpflicht halten müssen. 

Was müssen Sie bei der Ein- und Ausreise jetzt beachten?

Seit dem 1. Juli müssen Flugreisende ein Online-Formular im Spain-Travel-Health-Portal ausfüllen. Das Formular dient der Gesundheitskontrolle und erzeugt einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss. Reisende können sich frühestens 48 Stunden vor ihrer Einreise registrieren. 

Bei der Rückreise nach Deutschland müssen Sie sich zudem an die Test- und Quarantänepflichten halten. Zudem ist das Flugangebot zwischen Deutschland und Spanien derzeit wieder eingeschränkt. Auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in Spanien ist begrenzt. 

Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus.  (Quelle: imago images/Aviation-Stock)Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus. (Quelle: Aviation-Stock/imago images)

Wo gilt welche Maskenpflicht in Spanien?

Landesweit gilt die Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Sie müssen dort immer dann eine Gesichtsmaske tragen, wenn Sie Ihre Unterkunft verlassen. Wenn Sie gegen die Maskenpflicht verstoßen, droht ein Bußgeld von rund 100 Euro. Ausnahmen gelten am Strand, in Schwimmbädern und beim Sport. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind zudem Kinder bis sechs Jahre und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen befreit sind. 

Diese Maskenpflicht gilt auch für die Kanarischen Inseln. Dort mussten auch Clubs, Diskotheken und andere Nachtlokale wieder schließen, nachdem es im Zusammenhang mit dem Nachtleben zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen war. Außerdem besteht ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit.

Zuvor hatte schon die Regionalverwaltung von Galicien im Nordwesten Spaniens ein Rauchverbot im Freien erlassen.


Können Sie wieder Hotels und Unterkünfte buchen?

In fast allen spanischen Regionen sind Hotels und Unterkünfte wieder geöffnet. Es gelten allerdings strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Viele Hotels dürfen nicht so viele Gäste aufnehmen, wie es ihre Kapazitäten hergeben würden, öffentliche Bereiche wie Bars, Restaurants, Pool- und Wellnessbereiche sind nur unter Auflagen nutzbar oder geschlossen. Einige Hotels bleiben zudem weiter geschlossen, bis sie die Auflagen erfüllen können. Informieren Sie sich daher immer direkt bei Ihrem Reiseanbieter oder Ihrer Unterkunft. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in Spanien?

Es gibt noch einige Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Zudem sollten Sie das örtliche Infektionsgeschehen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes genau beobachten, da sich die Maßnahmen bei zunehmenden Infektionszahlen schnell ändern können. Verboten bleibt das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen. Es gibt einige wenige Ausnahmen, die häufig einer offiziellen Genehmigung bedürfen. Zudem gelten in den betroffenen Regionen teils strenge Ausgangsbeschränkungen, wie die Sperrstunden auf den Kanaren.

Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen.  (Quelle: imago images/Shotshop)Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Können Sie wieder am Strand liegen und baden?

Die Strände Mallorcas, Gran Canarias und der meisten anderen spanischen Ferienziele wurden wieder geöffnet. Es gelten allerdings Sicherheits- und Abstandsregeln. Auch Pools und Schwimmbäder dürfen nur unter Auflagen wieder öffnen. Sie sollten sich daher immer über die aktuelle Lage und die geltenden Regeln direkt vor Ort informieren. 

Können Sie trotzdem am Ballermann feiern?

Anfang Juli feierten Hunderte Touristen ausgelassen an der Playa de Palma. Das hatte Konsequenzen: Die Inselregierung verfügte die Schließung vieler Lokale, die vor allem bei Deutschen beliebt sind. Betroffen sind alle Lokale, die auf der "Bier- und Schinkenstraße" am sogenannten Ballermann liegen. Diese Anordnung gilt zunächst bis Mitte September. Gleiches gilt für die Briten-Hochburg Magaluf: Dort werden alle Lokale der Straße "Puerto Ballena" geschlossen. 

Wie hoch ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Die Infektionszahlen in Spanien sind in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Mit insgesamt mehr als 29.59 Toten und rund 534.513 bestätigten Infektionsfällen (Stand: 9. September 2020) ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen sind besonders in den vergangenen zwei bis drei Wochen um fast 200.000 neue Fälle gestiegen. Rund 1.000 Menschen starben in dieser kurzen Zeitspanne an Covid-19.

Regionale Infektionsherde gibt es landesweit, insbesondere in den Autonomen Gemeinschaften Aragón, Kantabrien, Kastilien und Léon, La Rioja, Navarra, im Baskenland, in Melilla, in der Hauptstadtregion Madrid sowie auf den kanarischen Inseln mit Schwerpunkten auf Gran Canaria und Lanzarote. Auf Mallorca ist insbesondere Palma de Mallorca betroffen.

Auch die Zahl der aktiven Fälle ist in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Aktuell (Stand: 9. September 2020) gibt es in ganz Spanien laut Johns Hopkins University noch rund 355.000 aktive, bestätigte Coronavirus-Fälle – fast doppelt so viele wie noch vor ein paar Wochen. Auf den Kanarischen Inseln sind es noch rund 7.700 (Mitte August: 1.600), auf den Balearen rund 8.000 (Mitte August: 2.400) aktive Fälle. Noch stärker betroffen sind Regionen wie Katalonien mit rund 90.000 (Mitte August: 60.000) aktiven Fällen und die Hauptstadt Madrid mit fast 100.000 (Mitte August: 38.000) aktiven Fällen. 

Verwendete Quellen:
  • Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Spanien 
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Johns Hopkins University
  • Spanisches Gesundheitsministerium
  • Mallorca Magazin
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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