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Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – Diese Corona-Regeln gelten jetzt

Reisewarnung und Risikogebiet  

Diese Corona-Regeln gelten jetzt im Spanien-Urlaub

15.08.2020, 12:12 Uhr | sms, msc, t-online.de

Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – Diese Corona-Regeln gelten jetzt. Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht.  (Quelle: imago images/Agencia EFE)

Der Strand Can Pere Antoni auf Mallorca: Auf der Urlaubsinsel gilt eine generelle Maskenpflicht. (Quelle: Agencia EFE/imago images)

Spanien wurde von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Trotzdem war ein Sommerurlaub auf Mallorca, den Kanaren und dem Festland seit Juni möglich. Doch jetzt wird das Land wieder zum Risikogebiet.

Wegen erneut hoher Infektionszahlen stuft das Robert Koch-Institut (RKI) seit 14. August Spanien wieder als Corona-Risikogebiet ein. Das Auswärtige Amt warnt daraufhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Spanien. Betroffen ist auch die Urlaubsinsel Mallorca. Ausgenommen bleiben dagegen die Kanarischen Inseln. Welche Folgen hat dies für Reisende?

Was bedeutet die Einstufung als Risikogebiet für Urlauber?

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in Quarantäne begeben.

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test aber selbst bezahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos. In häuslicher Quarantäne muss man so lange bleiben, bis das Testergebnis da ist. In der Regel dauert das laut Gesundheitsministerium 24 bis 48 Stunden.

Kann ich trotz Reisewarnung nach Spanien einreisen?

Sowohl die Einteilung als Risikogebiet als auch die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, die seit 14. August wieder für Spanien gilt, bedeuten kein Verbot für Reisen nach Spanien.

Was müssen Sie bei der Ein- und Ausreise jetzt beachten?

Seit dem 1. Juli müssen Flugreisende ein Online-Formular im Spain-Travel-Health-Portal ausfüllen. Das Formular dient der Gesundheitskontrolle und erzeugt einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss. Reisende können sich frühestens 48 Stunden vor ihrer Einreise registrieren. 

Zudem sollten Sie die neuen Maßnahmen beachten, die laut Auswärtigem Amt für fast ganz Spanien gelten:

Infektionsherde liegen besonders in den Gebieten Aragón, Katalonien, Navarra, La Rioja, Kastilien und Léon, im Baskenland, in der Hauptstadtregion Madrid sowie auf den Balearen. Auf Mallorca ist insbesondere Palma de Mallorca betroffen. Da es landesweit aktuell mehr als 50 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage gibt, hat das Robert-Koch-Institut Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln zum Risikogebiet erklärt. Daraus resultiert ein kostenloser verpflichtender Corona-Test und eine Quarantäneverpflichtung bei der Rückkehr nach Deutschland.

Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus.  (Quelle: imago images/Aviation-Stock)Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus. (Quelle: Aviation-Stock/imago images)

Wo gilt welche Maskenpflicht in Spanien?

Landesweit gilt die Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Sie müssen dort immer dann eine Gesichtsmaske tragen, wenn Sie Ihre Unterkunft verlassen. Wenn Sie gegen die Maskenpflicht verstoßen, droht ein Bußgeld von rund 100 Euro. Ausnahmen gelten am Strand, in Schwimmbädern und beim Sport. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind zudem Kinder bis sechs Jahre und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen befreit sind. 

Diese Maskenpflicht gilt auch für die Kanarischen Inseln, die als einziges Gebiet nicht von der Reisewarnung des AA betroffen sind. Dort müssen dafür Clubs, Diskotheken und andere Nachtlokale wieder schließen, nachdem es im Zusammenhang mit dem Nachtleben zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen war. Außerdem besteht ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit.

Zuvor hatte schon die Regionalverwaltung von Galicien im Nordwesten Spaniens ein Rauchverbot im Freien erlassen.


Können Sie wieder Hotels und Unterkünfte buchen?

In fast allen spanischen Regionen sind Hotels und Unterkünfte wieder geöffnet. Es gelten allerdings strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Viele Hotels dürfen nicht so viele Gäste aufnehmen, wie es ihre Kapazitäten hergeben würden, öffentliche Bereiche wie Bars, Restaurants, Pool- und Wellnessbereiche sind nur unter Auflagen nutzbar. Einige Hotels bleiben weiter geschlossen, bis sie die Auflagen erfüllen können. Informieren Sie sich daher immer direkt bei Ihrem Reiseanbieter oder Ihrer Unterkunft. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in Spanien?

Es gibt noch einige Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Zudem sollten Sie das örtliche Infektionsgeschehen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes genau beobachten, da sich die Maßnahmen bei zunehmenden Infektionszahlen schnell ändern können. Verboten bleibt das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen. Es gibt einige wenige Ausnahmen, die häufig einer offiziellen Genehmigung bedürfen. Zudem gelten in den betroffenen Regionen teils strenge Ausgangsbeschränkungen, wie die Sperrstunden auf den Kanaren..

Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen.  (Quelle: imago images/Shotshop)Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Können Sie wieder am Strand liegen und baden?

Die Strände Mallorcas, Gran Canarias und der meisten anderen spanischen Ferienziele wurden wieder geöffnet. Es gelten allerdings Sicherheits- und Abstandsregeln. Auch Pools und Schwimmbäder dürfen nur unter Auflagen wieder öffnen. Sie sollten sich aber immer über die aktuelle Lage und die geltenden Regeln vor Ort informieren. 

Können Sie trotzdem am Ballermann feiern?

Anfang Juli feierten Hunderte Touristen ausgelassen an der Playa de Palma. Das hatte Konsequenzen: Die Inselregierung verfügte die Schließung vieler Lokale, die vor allem bei Deutschen beliebt sind. Betroffen sind alle Lokale, die auf der "Bier- und Schinkenstraße" am sogenannten Ballermann liegen. Diese Anordnung gelte zunächst bis Mitte September. Gleiches gilt für die Briten-Hochburg Magaluf: Dort werden alle Lokale der Straße "Puerto Ballena" geschlossen. 

Wie hoch ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Mit mehr als 28.617 Toten und rund 342.800 bestätigten Infektionsfällen (Stand: 15. August 2020) ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder. 

Die Zahl der aktiven Fälle ist im vergangenen Monat wieder angestiegen. Aktuell gibt es in ganz Spanien laut Johns Hopkins University noch rund 136.000 aktive, bestätigte Coronavirus-Fälle. Auf den Kanarischen Inseln sind es noch rund 1.600, auf den Balearen rund 2.400 aktive Fälle. Stärker betroffen sind Regionen wie Katalonien mit rund 60.000 aktiven Fällen und die Hauptstadt Madrid mit mehr als 38.000 aktiven Fällen. 

Verwendete Quellen:
  • Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Spanien 
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Johns Hopkins University
  • Spanisches Gesundheitsministerium
  • Mallorca Magazin
  • weitere Quellen
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