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Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – diese Corona-Regeln gelten jetzt

Sonderstatus für Kanarische Inseln  

Diese strengen Corona-Regeln gelten jetzt im Spanien-Urlaub

22.10.2020, 16:57 Uhr | sms, msc, t-online

Spanien: Reisewarnung und Risikogebiet – diese Corona-Regeln gelten jetzt. Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus.  (Quelle: imago images/Aviation-Stock)

Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus. (Quelle: Aviation-Stock/imago images)

Spanien ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Das Land gilt als Risikogebiet und die Infektionszahlen steigen weiter. Einen Lichtblick gibt es jetzt allerdings für die Kanaren.

Wegen hoher Infektionszahlen hat das Robert Koch-Institut (RKI) Spanien bereits Mitte August wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Seit Anfang September zählte auch die Inselgruppe zu den Risikogebieten. Zum 24. Oktober wird diese Regelung allerdings wieder aufgehoben. Auch das Auswärtige Amt warnt dann nicht mehr vor nicht notwendigen, touristischen Reisen auf die Kanaren. Was bedeutet das für diejenigen, die dennoch nach Spanien reisen?

Was bedeutet die Einstufung als Risikogebiet für Urlauber?

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus gilt, durch die neue Regelung für die Kanaren gilt dies nur noch für Reisende vom spanischen Festland oder den Balearen. Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test selbst zahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos. Sie müssen dann so lange in häuslicher Quarantäne bleiben, bis das Testergebnis da ist. In der Regel dauert das laut Gesundheitsministerium 24 bis 48 Stunden.

Kann ich trotz Reisewarnung nach Spanien einreisen?

Sowohl die Einstufung als Risikogebiet als auch die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, die seit Mitte August wieder für Spanien gilt, bedeuten kein Verbot für Reisen nach Spanien. Sie sollten allerdings beachten, dass in diesen Fällen andere Stornierungs- und Versicherungsbedingungen gelten und Sie sich an die Maßnahmen wie Quarantäne- und Testpflicht halten müssen. 

Was müssen Sie bei der Ein- und Ausreise beachten?

Seit dem 1. Juli müssen Flugreisende ein Online-Formular im Spain-Travel-Health-Portal ausfüllen. Das Formular dient der Gesundheitskontrolle und erzeugt einen QR-Code, der bei Einreise vorgezeigt werden muss. Reisende können sich frühestens 48 Stunden vor ihrer Einreise registrieren. 

Bei der Rückreise nach Deutschland müssen Sie sich an die Test- und Quarantänepflichten halten. Zudem ist das Flugangebot zwischen Deutschland und Spanien derzeit wieder eingeschränkt. Auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in Spanien ist begrenzt. 

Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus.  (Quelle: imago images/Aviation-Stock)Teneriffa: Auch auf den Kanaren gelten besondere Regeln für den Tourismus. (Quelle: Aviation-Stock/imago images)

Welche Maskenpflicht gilt in Spanien?

Landesweit gilt die Maskenpflicht an allen öffentlichen Orten innerhalb und außerhalb geschlossener Räume sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Sie müssen dort immer dann eine Gesichtsmaske tragen, sobald Sie Ihre Unterkunft verlassen. Wenn Sie gegen die Maskenpflicht verstoßen, droht ein Bußgeld von rund 100 Euro. Ausnahmen gelten am Strand, in Schwimmbädern und beim Sport. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind zudem Kinder bis sechs Jahre und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen befreit sind. 


Können Sie Hotels und Unterkünfte buchen?

In vielen spanischen Regionen sind Hotels und Unterkünfte geöffnet. Es gelten allerdings strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Viele Hotels dürfen nicht so viele Gäste aufnehmen, wie es ihre Kapazitäten hergeben würden, öffentliche Bereiche wie Bars, Restaurants, Pool- und Wellnessbereiche sind nur unter Auflagen nutzbar oder geschlossen. Einige Hotels bleiben zudem weiter geschlossen, bis sie die Auflagen erfüllen können. Informieren Sie sich daher immer direkt bei Ihrem Reiseanbieter oder Ihrer Unterkunft. 

Welche Beschränkungen erwarten Sie in Spanien?

Seit 1. Oktober sollen immer dann weitere Maßnahmen ergriffen werden, wenn Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern eine 14-Tage-Inzidenz von mehr als 500 Neuinfektionen bei 100.000 Einwohnern haben, mehr als zehn Prozent der Tests positiv sind und mehr als 35 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Dann sollen strenge Ausgangssperren gelten und die Gemeinden nur noch mit besonderen Gründen betreten werden dürfen. Bisher gilt die Regelung bereits für die Hauptstadt Madrid, hier wurde am 9. Oktober zudem der Alarmzustand für die nächsten 15 tage ausgerufen. 

Für Katalonien gelten seit 16. Oktober zudem folgende Einschränkungen: 

  • Schließung aller Bars und Restaurants, Casinos, Nachtclubs und Diskotheken
  • Absage aller Sportwettbewerbe sowie aller Messen, Kongresse und Konferenzen 
  • Schließung aller Parks und Grünanlagen um 20 Uhr 
  • Reduzierung der Kunden in Geschäften auf 30 Prozent, in Fitnessstudios, Kino und Theater auf 50 Prozent 

Es gibt zudem in ganz Spanien noch einige Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr. Zudem sollten Sie das örtliche Infektionsgeschehen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes genau beobachten, da sich die Maßnahmen bei zunehmenden Infektionszahlen schnell ändern können. Verboten bleibt das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen. 


Landesweit hat Spanien die Schließung von Diskotheken und Nachtbars sowie eine Begrenzung der Öffnungszeiten im Gastronomiebereich auf spätestens 1 Uhr nachts beschlossen. Zudem gilt ein Rauchverbot auch im Freien, wenn nicht mindestens zwei Meter Abstand eingehalten werden können. Auch das Party-Verbot im Freien soll noch stärker kontrolliert werden. In mehreren autonomen Gemeinschaften sind Zusammenkünfte von mehr als sechs Personen verboten.

Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen.  (Quelle: imago images/Shotshop)Barcelona, Schloss Montjuic: Die Region Katalonien hat die Corona-Krise besonders schwer getroffen. (Quelle: Shotshop/imago images)

Können Sie trotzdem am Ballermann feiern?

Das am 15. Juli verhängte Öffnungsverbot von Lokalitäten auf bestimmten Straßen Mallorcas wurde Mitte Oktober aufgehoben. Diskotheken und größere Partytempel müssen aber im Rahmen der Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie weiterhin geschlossen bleiben.

Von den Zwangsschließungen waren neben allen Lokalen der vor allem von deutschen Touristen gern besuchten "Bier-" und "Schinkenstraße" an der Playa auch Einrichtungen der Straße Punta Ballena in der britischen Urlauber-Hochburg Magaluf westlich von Palma betroffen. 

Wie hoch ist die aktuelle Zahl der Infektionen?

Die Infektionszahlen in Spanien sind in den vergangenen Wochen dramatisch gestiegen. Mit insgesamt mehr als 34.300 Toten und rund 1,005 Millionen bestätigten Infektionsfällen (Stand: 22. Oktober 2020) ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder. Die Zahlen sind allein in den vergangen zwei Wochen um fast 200.000 neue Fälle gestiegen.

Regionale Infektionsherde gibt es landesweit, insbesondere in der Hauptstadtregion Madrid, den Autonomen Gemeinschaften Aragón, Ceuta, Kastilien La Mancha, Kastilien und Léon, La Rioja, Murcia, Navarra, im Baskenland und in Melilla.

Auch die Zahl der aktiven Fälle ist in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Aktuell (Stand: 22. Oktober 2020) gibt es in ganz Spanien laut Johns Hopkins University noch rund 821.000 aktive, bestätigte Coronavirus-Fälle – rund 200.000 mehr als noch vor zwei Wochen. Auf den Kanarischen Inseln sind es noch mehr als 14.400 aktive Fälle (Anfang September: 7.700), auf den Balearen rund 14.600 (Anfang September: 8.000) aktive Fälle. 

Verwendete Quellen:
  • Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Spanien 
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Johns Hopkins University
  • Spanisches Gesundheitsministerium
  • Mallorca Magazin
  • weitere Quellen
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