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So könnte Ihr Winterurlaub in diesem Jahr aussehen

Von dpa
Aktualisiert am 10.10.2020Lesedauer: 5 Min.
Skiurlaub: Wegen der Corona-Krise kann der Winterurlaub in diesem Jahr nur eingeschrÀnkt stattfinden.
Skiurlaub: Wegen der Corona-Krise kann der Winterurlaub in diesem Jahr nur eingeschrÀnkt stattfinden. (Quelle: michelangeloop/getty-images-bilder)
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Desinfizierte Gondeln, Multifunktionsschals zum Liftpass, GĂ€ste-Login per QR-Code: Der Skiurlaub wird in diesem Jahr anders als gewohnt. In ganz Europa hoffen Betreiber, den Winter unter Corona-Bedingungen GĂ€sten so schmackhaft – und so sicher – wie möglich zu machen.

Das Wichtigste im Überblick


Trotz wieder steigender Coronavirus-Zahlen dĂŒrften viele Menschen auf den Winterurlaub hoffen. Die Skigebiete und Ferienregionen wollen ihr Möglichstes dafĂŒr tun, dass Touristen trotz der Pandemie nicht ausbleiben. Maskenpflicht, Abstand und Desinfektion bestimmen fast ĂŒberall die Vorsichtsmaßnahmen. Mancherorts wird auch auf Technologie gesetzt.


Die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Skigebiete in Europa

Platz 1: 600 Pistenkilometer bietet Les 3 Vallées in Frankreich.
Platz 2: Les Portes du Soleil in Frankreich und der Schweiz bietet 580 Pistenkilometer.
+3

Österreich: Maskenpflicht in den Gondeln

"Ski-VergnĂŒgen ja, aber ohne AprĂšs-Ski", lautet die Parole, die Österreichs Regierung ausgegeben hat. Essen und GetrĂ€nke gibt es nur im Sitzen, in Gondeln herrscht Maskenpflicht. DarĂŒber hinaus setzen Behörden, TourismusverbĂ€nde und Betreiber je nach Bundesland und Skigebiet auf unterschiedliche Maßnahmen. "Wintersportgebiete wie Ischgl sind im Zuge der Berichterstattung ein Synonym fĂŒr die Pandemie geworden. Das entspricht natĂŒrlich nicht der RealitĂ€t, aber trotzdem haben viele Menschen Vorbehalte, in diese Gebiete zu reisen. Das nehmen wir sehr ernst", sagt der Direktor des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg, Martin Ebster.

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Die Bandbreite an Maßnahmen ist groß: Ein Multifunktionstuch als Mund-Nasen-Schutz gibt es in manchen Skiorten zu kaufen, anderswo direkt zum Saisonpass dazu. Beim Anstehen fĂŒr Skilifts muss Abstand eingehalten werden. Hotel- und auch Skigebietsmitarbeiter sollen hĂ€ufiger auf Corona getestet werden, teils soll tĂ€glich vor Dienstantritt Fieber gemessen werden. Registrierung von GĂ€sten und Kontaktnachverfolgung sollen auch per Handy erfolgen.

Mehrere Skigebiete garantieren beim Kauf der Saisonkarten Erstattungen, falls es erneut zum Lockdown kommen sollte. Angst macht allen Beteiligten, dass wegen der Reisewarnungen des AuswĂ€rtigen Amts deutsche Touristen ausbleiben könnten – die machten in Tirol und Vorarlberg zuletzt mehr als die HĂ€lfte aller Übernachtungen aus.

Deutschland: Liftkarten wird es nur online geben

Deutschland spielt im alpinen Skitourismus keine große Rolle. Denn auch die Skigebiete in den Bayerischen Alpen sind zu klein, um mit der Konkurrenz in Österreich und der Schweiz mithalten zu können – ganz zu schweigen von Mittelgebirgspisten im Schwarzwald, Fichtelgebirge oder Sauerland. TagesausflĂŒgler sind daher wichtig.

Mit Ministerien abgestimmte Hygienekonzepte gibt es noch nicht, aber die Vorgaben fĂŒr den Winter werden sich am Sommerbetrieb orientieren. Das heißt Maskenpflicht fĂŒr Gondeln und Lifte sowie Abstandsgebote. Mehrere Skigebiete wollen zusĂ€tzliche SaisonkrĂ€fte zur Lenkung von Besuchern einstellen. Voraussichtlich nicht nur in Bayern wird eine App zum "GĂ€ste-Tracing" zum Einsatz kommen, deren Nutzung freiwillig wĂ€re und beim Nachverfolgen von Infektionsketten helfen könnte.

Im Schwarzwald blickt man auch mit Hoffnung auf die Saison. "Nach all den Corona-bedingten EinschrÀnkungen des Sommers erwarte ich, dass die GÀste sich nach einem Schwarzwaldwinter sehnen wie schon lange nicht mehr", sagt Adrian Probst, Vorsitzender des Liftverbunds Feldberg.

Skifahrerin im Schwarzwald: In diesem Jahr gelten strenge Hygieneauflagen.
Skifahrerin im Schwarzwald: In diesem Jahr gelten strenge Hygieneauflagen. (Quelle: MITO/imago-images-bilder)

Liftkarten werde es nur online geben. Damit wĂŒrden Schlangen vor Schaltern vermieden – "und wir wissen genau, wie viele Leute an welchem Tag zu uns kommen", heißt es. Wenn das Infektionsgeschehen es erfordere, werde die Ticketzahl beschrĂ€nkt. Neben Maskenpflicht und Abstandsregeln soll es Stationen mit Desinfektionsspendern geben. Personal soll sicherstellen, dass Maßnahmen eingehalten werden.

Schweiz: Alle Bahnen geöffnet und Pisten beschneit

Die Schweizer Wintersportregionen setzen auf Optimismus. "Wir planen wie immer mit viel Vorfreude einen Winter mit einigen Neuigkeiten", sagt Markus Meili, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Engadin St. Moritz Mountains AG in GraubĂŒnden. In Zermatt am Fuß des Matterhorns werden alle Bahnen geöffnet und Pisten beschneit. Zermatt Tourismus hat eigens einen Schlauchschal entwickelt, der ĂŒber die Nase gezogen so gut wie jede Schutzmaske vor Viren schĂŒtzen soll.

"Bei der AusĂŒbung des Schneesports gibt es bis auf den Mund-Nasen-Schutz in geschlossenen Transportmitteln und den Distanzregeln im Anstehbereich keine VerĂ€nderungen zu sonstigen Wintern", sagt Meili. Simona Altwegg von Zermatt Tourismus sagt: "Auf den Pisten Ă€ndert sich nichts, da man an der frischen Luft ist und der Mindestabstand beim Skifahren sowieso gegeben ist."

Bei den Jungfraubahnen im Berner Oberland mit den Skigebieten Grindelwald, Wengen, MĂŒrren sieht man auch kein Problem. Maskenpflicht gelte in ZĂŒgen und Gondeln, zusĂ€tzlich könnten fast ĂŒberall die Fenster geöffnet werden. "FĂŒr die Skilifte und Sesselbahnen wird keine Maskenpflicht herrschen", sagt Sprecherin Kathrin Naegeli, da seien die GĂ€ste ja an der frischen Luft, und die Fahrzeit liege meist unter 15 Minuten. Ob beim Anstehen an Skiliften Mund- und Nasenschutz nötig ist, dĂŒrften die Kantone noch festlegen.

Grindelwald: Auf den Sesselliften in der Schweiz gilt zunÀchst keine Maskenpflicht.
Grindelwald: Auf den Sesselliften in der Schweiz gilt zunÀchst keine Maskenpflicht. (Quelle: IP3press/imago-images-bilder)

Feiern nach dem Pistentag spiele in der Schweiz kaum eine Rolle, heißt es. FĂŒr die Mehrheit der GĂ€ste stĂŒnden das sportliche Skifahren und die Gastronomie im Vordergrund, sagt Altwegg. Und Meili: Das Oberengadin sei nicht bekannt fĂŒr ausschweifenden AprĂšs-Ski. Dass die Saison kein brummendes GeschĂ€ft wird, ist allen klar. Ein Einbruch bei der Zahl auslĂ€ndischer GĂ€ste sei sehr wahrscheinlich, sagt die Sprecherin von Schweiz Tourismus, Martina Bieler.

Italien: Alle Gondeln werden regelmĂ€ĂŸig desinfiziert

In den italienischen Skigebieten laufen seit Wochen die Vorbereitungen fĂŒr die neue Saison. "Wir werden alle nötigen Vorkehrungen treffen, damit der Ski- und Wintertourismus in SĂŒdtirol auch in diesem Winter möglich ist", sagt der fĂŒr Tourismus zustĂ€ndige Landesrat in SĂŒdtirol, Arnold Schuler.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehören das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Seilbahnen und Abstandsregeln. Alle Gondeln wĂŒrden regelmĂ€ĂŸig desinfiziert, Schutzabtrennungen installiert und Taktfrequenzen von Skibussen erhöht. Besucher können SkipĂ€sse in vielen Gebieten vorab online kaufen und in einer Ticketbox vor Ort abholen. Auch Skischulen, Skiverleihe sowie Restaurants und Hotels entwickeln nach Angaben der Behörden eigene Konzepte.

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Frankreich: Reisen können auch kurzfristig storniert werden

Frankreichs Wintersportgebiete haben teils ihre Stornierungsbedingungen geĂ€ndert. So können Reisende auch kurzfristig absagen, wenn es die Corona-Lage nötig macht. Jeder Reisende sollte vorher die Bedingungen prĂŒfen. Das Wintersportgebiet Courchevel in den französischen Alpen wirbt mit zwei Apotheken und drei medizinischen Zentren, die den Winter ĂŒber geöffnet sind.

Im nicht weit entfernten La Plagne wird betont, dass Hygienevorschriften und ein schöner Skiurlaub sich nicht ausschließen wĂŒrden. Einige UnterkĂŒnfte böten einen Online-Check-in an, damit die Wartezeit in GemeinschaftsrĂ€umen verkĂŒrzt werde. SkipĂ€sse können bis 48 Stunden vor dem ersten GĂŒltigkeitstag storniert werden. Es gebe weiterhin Kinderbetreuung und Skikurse. Auch Helme könnten weiter ausgeliehen werden, sie wĂŒrden regelmĂ€ĂŸig desinfiziert.

Eine Maske auf Sesselliften, in Warteschlangen oder in Gondeln ist in den meisten Skigebieten Pflicht – so auch im Wintersportort Val Thorens in der Region Auvergne-RhĂŽne-Alpes. Generell werben die Skigebiete damit, dass ĂŒberall ausreichend Desinfektionsmittel bereitstĂŒnden und Lifte regelmĂ€ĂŸig gesĂ€ubert wĂŒrden.

AprĂšs-Ski-Partys: In diesem Jahr wird im Winterurlaub zum Schutz vor dem Coronavirus nicht gefeiert.
AprĂšs-Ski-Partys: In diesem Jahr wird im Winterurlaub zum Schutz vor dem Coronavirus nicht gefeiert. (Quelle: Jonjo Rooney/getty-images-bilder)

Tschechien: Hygiene-Leitfaden trotz Reisewarnung

Traditionell sind die Skigebiete im Riesengebirge, Erzgebirge, im Böhmerwald und in den Beskiden bei Touristen aus Deutschland und Polen beliebt. Allerdings liegt Tschechien derzeit bei der Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen, gemessen an der Bevölkerungszahl, EU-weit hinter Spanien an der Spitze. Das AuswĂ€rtige Amt hat eine Reisewarnung fĂŒr Tschechien ausgesprochen.

Die tschechische Vereinigung der Skigebiete bereitet fĂŒr die Wintersaison einen Hygiene-Leitfaden vor. Dies geschehe in Konsultation mit GesundheitsĂ€mtern und dem Gesundheitsministerium in Prag, sagt Verbandsleiter Libor Knot: "Sport und Bewegung an der freien Luft ist eine der sichersten AktivitĂ€ten."

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EinschrĂ€nkungen wird es beim AprĂšs-Ski geben. Aktuell gilt in der Gastronomie, dass jeder Gast einen Sitzplatz haben muss. Zudem dĂŒrfen nicht mehr als sechs Leute an einem Tisch sitzen. Um 22 Uhr mĂŒssen alle GaststĂ€tten, Bars und CafĂ©s schließen. "Wir bleiben optimistisch – wenn das Wetter im Winter mitspielt, könnten wir mit dem Vorjahr vergleichbare Besucherzahlen erreichen", sagt Knot.

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