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Terror in Sri Lanka – Wurden Warnungen ignoriert?

Von afp, dpa, tyh, dru

Aktualisiert am 21.04.2019Lesedauer: 4 Min.
Explosionen in Sri Lanka
Explosionen in Sri Lanka (Quelle: Eranga Jayawardena/ap-bilder)
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In Sri Lanka sind bei mehreren Explosionen mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen, darunter über 30 Ausländer. Die Regierung macht extremistische Gruppen dafür verantwortlich – gab es zuvor Hinweise?

Bei der Serie von Anschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka sind auch mehr als 30 Ausländer ums Leben gekommen. Nach Angaben der Tourismusbehörde stammen die ausländischen Opfer aus acht Staaten. Deutsche waren nicht darunter. Premierminister Ranil Wickremesinghe gab derweil bekannt, dass dem Geheimdienst offenbar Hinweise auf einen Anschlag vorlagen. Warum sie nicht verfolgt wurden, blieb unklar.


Sri Lanka: Tote und Verletzte bei Explosionen

Soldaten vor der Kirche St. Anthony's Shrine
Zerbrochene Marienstatue
+12

In dem südasiatischen Inselstaat waren am Ostersonntag binnen weniger Minuten sechs Sprengsätze in drei christlichen Kirchen und drei Luxus-Hotels detoniert. Später gingen zwei weitere Bomben in einer Wohngegend und in einem Gästehaus hoch. Am größten Flughafen des Landes stießen Sicherheitskräfte nach Medienberichten auf einen weiteren Sprengsatz, der aber unschädlich gemacht werden konnte. Die Zahl der Todesopfer stieg am späten Abend (Ortszeit) auf 215. Weit über 500 Menschen wurden verletzt.

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Die getöteten Ausländer stammten nach Behördenangaben aus Indien, den USA, Großbritannien, Portugal, China, den Niederlanden, Belgien und der Türkei. US-Außenminister Mike Pompeo sprach von mehreren amerikanischen Opfern, ohne genaue Zahlen zu nennen. Das dänische Außenministerium teilte mit, auch drei ihrer Landsleute seien ums Leben gekommen. 30 Ausländer sollen verletzt worden sein.

Auswärtiges Amt: Situation unübersichtlich

Ob Deutsche bei den Anschlägen verletzt wurden, blieb zunächst offen. Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amts teilte mit, die Situation sei unübersichtlich. "Die Botschaft Colombo bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, ob Deutsche betroffen sind. Wenn Sie vor Ort sind: Bleiben Sie den Anschlagsorten fern. Folgen Sie Anweisungen der Behörden."

Große deutsche Reiseveranstalter bemühten sich um Klarheit, was den Verbleib deutscher Urlauber betrifft. DER Touristik erklärte, man habe zwar einige der angegriffenen Hotels im Angebot. Es gebe bislang aber keine Hinweise, dass DER-Feriengäste betroffen seien. Ähnlich war die Lage bei TUI in Hannover. "Nach jetzigen Stand sind keine TUI-Gäste von den Explosionen betroffen", sagte eine Sprecherin. Das Reisebüro Thomas Cook habe keine Gäste in den betroffenen Hotels, sagte ein Sprecherin in Oberursel.

Neben den Anschlägen auf eine Kirche und drei Luxushotels in Colombo (siehe Karte) wurde auch je eine Kirche in Batticaloa im Osten des Landes sowie in Negombo nördlich der Hauptstadt zum Ziel.
Neben den Anschlägen auf eine Kirche und drei Luxushotels in Colombo (siehe Karte) wurde auch je eine Kirche in Batticaloa im Osten des Landes sowie in Negombo nördlich der Hauptstadt zum Ziel.

Selbstmordattentäter beteiligt

Bei den Kirchen handelte es sich um die St.-Antonius-Kirche in der Hauptstadt Colombo, die St.-Sebastians-Kirche im rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Negombo sowie die Zionskirche in Batticaloa, rund 250 Kilometer östlich von Colombo. In den Kirchen fanden gerade Ostergottesdienste statt. Dort gab es die meisten Opfer. Außerdem gab es Explosionen in den Fünf-Sterne-Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo. Dort sollen auch Ausländer verletzt worden sein.

Zum Teil waren die Explosionen offenbar das Werk von Selbstmordattentätern: Im Luxushotel Cinnamon Grand habe sich ein Attentäter in einer Warteschlange im Restaurant in die Luft gesprengt, sagte ein Hotelmitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. "Er ging zum Anfang der Schlange und löste die Detonation aus", berichtete der Angestellte.

Nach Polizeiangaben wurde auch die achte Detonation von einem Selbstmordattentäter ausgelöst. Der Mann habe sich in die Luft gesprengt, als Polizisten sein Haus im Vorort Dematagoda nahe Colombo betreten hätten, verlautete aus Polizeikreisen. Drei Beamte seien von einer einstürzenden Wand erschlagen worden.

Anschläge auf Christen an Ostern
Immer wieder sind Christen in den vergangenen Jahren an Ostern zum Ziel von Terroranschlägen geworden – viele gingen auf das Konto islamistischer Extremisten. So töteten am Palmsonntag 2017 zwei Selbstmordattentäter in Ägypten insgesamt 45 Menschen. Zu der Tat bekannte sich der "Islamische Staat". Im Jahr zuvor zündete ein Selbstmordattentäter einen Sprengsatz in einem Park im pakistanischen Lahore, wo sich Tausende christliche Familien zum Osterfest versammelt hatten. 75 Menschen starben, darunter viele Kinder. In Nigeria starben an Ostern 2012 41 Menschen, als eine Autobombe vor einer Kirche in der nordnigerianischen Stadt Kaduna explodierte. Die Region ist eine Hochburg der islamistischen Gruppierung Boko Haram.

Verteidigungsministerium spricht von terroristischem Vorfall

Nach Angaben von Premierminister Wickremesinghe sind die Verantwortlichen für die Anschlagsserie mittlerweile identifiziert. Seine Regierung stufte die Attacken als "terroristischen Vorfall" von "extremistischen Gruppen" ein. Sie räumte zudem ein, dass es vorab Informationen über mögliche Angriffe auf Kirchen mit Bezug auf eine kaum bekannte Gruppe örtlicher Islamisten gegeben habe.

Alle bislang festgenommenen Tatverdächtigen stammten den Angaben zufolge aus Sri Lanka. Laut der Polizei wurden inzwischen 13 Personen festgenommen. Wickremesinghe sagte weiter, Mithilfe der internationalen Gemeinschaft solle ermittelt werden, ob die Angreifer Verbindungen ins Ausland hatten. Staatspräsident Maithripala Sirisena, der auch Verteidigungsminister ist, sagte, die Streitkräfte und die Polizei gingen der "Verschwörung" auf den Grund. Zu den Anschlägen hat sich bislang noch niemand bekannt.

Das Standbild aus einem Video von Hiru TV zeigt das zerstörte Innere einer Kirche. Die Explosionen ereigneten sich nahezu gleichzeitig in drei Kirchen und drei Luxushotels.
Das Standbild aus einem Video von Hiru TV zeigt das zerstörte Innere einer Kirche. Die Explosionen ereigneten sich nahezu gleichzeitig in drei Kirchen und drei Luxushotels. (Quelle: Hiru TV/ap-bilder)

Verteidigungsministers Ruwan Wijewardene kündigte eine zwölfstündige, landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr an. Zehn Tage vor den Anschlägen hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor Selbstmordanschlägen auf Kirchen und das Indische Hochkommissariat durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er verwies dabei auf Informationen eines ausländischen Geheimdienstes.

Premier Wickremesinghe berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein. Der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er habe in einer Kirche in Colombo schreckliche Szenen erlebt. Er rief dazu auf, Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

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Weltweit haben die Anschläge für Bestürzung gesorgt. "Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden", schrieb der Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, am Sonntag. "Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen."

Zehn Jahre nach Ende des Bürgerkriegs

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent im mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka sind Katholiken. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der verschiedenen Religionsgemeinschaften.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) – die Tamilen sind zumeist Hindus – hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich. Seit dem Ende des Krieges vor fast zehn Jahren hatte es keine Terroranschläge mehr in Sri Lanka gegeben.

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Von Lisa Becke
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