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Ukraine bittet Deutschland um Hilfe

Von dpa
Aktualisiert am 22.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein ukrainischer Soldat in einem Sch├╝tzengraben: Das Land braucht unter anderem "dringend 100.
Ein ukrainischer Soldat in einem Sch├╝tzengraben: Das Land braucht unter anderem "dringend 100.000 Helme und Schutzwesten" f├╝r die Freiwilligen. (Quelle: Andriy Dubchak/AP/dpa./dpa)
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Berlin/Kiew/Moskau (dpa) - Im Konflikt mit Russland ruft die Ukraine Deutschland zu weiterer Hilfe auf. Momentan ben├Âtige sein Land vor allem "dringend 100 000 Helme und Schutzwesten f├╝r die Freiwilligen, die sich gerade f├╝r die Landwehr melden, um ihre Heimat zusammen mit den Streitkr├Ąften zu verteidigen", sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, dem "Handelsblatt". Berlin lehnt Waffenlieferungen weiterhin ab, will aber im Februar ein Feldlazarett in die Ex-Sowjetrepublik bringen. Die USA k├╝ndigten indes inmitten der schweren Spannungen ein neues Nato-Man├Âver an.

Die ├ťbung im Mittelmeer mit dem Namen "Neptune Strike 22" soll nach US-Angaben am kommenden Montag beginnen und zw├Âlf Tage dauern. Daran werde auch der US-Flugzeugtr├Ąger "USS Harry S. Truman" beteiligt sein. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte, das Man├Âver stehe nicht im Zusammenhang mit Bef├╝rchtungen eines russischen Einmarsches in die Ukraine. "Die ├ťbung ist nicht f├╝r die Art von Szenarien entworfen, die sich mit Blick auf die Ukraine abspielen k├Ânnten." Das Man├Âver sei zudem bereits lange in Planung.

Russland hatte zuvor verschiedene Seeman├Âver mit insgesamt 140 Kriegsschiffen in den n├Ąchsten Wochen etwa im Mittelmeer, Pazifik und Atlantik angek├╝ndigt. Auf russischem Gebiet laufen bereits mehrere ├ťbungen. Das Verteidigungsministerium in Moskau verwies am Samstag auf ein Training im Gebiet Woronesch an der Grenze zur Ukraine, wo der Einsatz von Flammenwerfern ge├╝bt worden sei.

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USA schicken Milit├Ąrhilfe in die Ukraine

Nur wenige Stunden nach einem Treffen von US-Au├čenminister Antony Blinken mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Freitag in Genf haben die USA neue Milit├Ąrhilfe in die Ukraine geschickt. In der Nacht landete eine US-Frachtmaschine auf einem Flughafen der Hauptstadt Kiew, wie die dortige US-Botschaft mitteilte. An Bord seien 90 Tonnen Fracht gewesen, darunter Munition "f├╝r die Frontverteidigung". Weitere Lieferungen sollten folgen.

Russland hatte wiederholt dazu aufgerufen, die Ukraine nicht weiter aufzur├╝sten, weil dies milit├Ąrische Spannungen sch├╝rte und das Land ermuntern k├Ânnte, etwa den Donbass im Osten der Ex-Sowjetrepublik anzugreifen, um sich dort die abtr├╝nnigen Teile der Gebiete Luhansk und Donezk zur├╝ckzuholen. Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj warnte am Samstag in einer Ansprache zum Tag der Einheit, die Grenzen seines Landes zu verletzen. "Bewahren wir die Unabh├Ąngigkeit und Einheit der Ukraine."

Zuletzt hatte der Kreml die Lieferung von leichten Panzerabwehrwaffen aus Gro├čbritannien an die Ukraine scharf kritisiert. Auch die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen wollen nun in den USA hergestellte Panzerabwehrraketen und Flugabwehrsysteme in die an Russland grenzende Ex-Sowjetrepublik schicken.

Keine Waffenlieferung aus Deutschland

Die Ukraine hatte auch Deutschland wiederholt um Waffenlieferungen gebeten. Die Bundesregierung hat bisher an ihrem Nein festgehalten. Der ukrainische Botschafter Melnyk sagte dazu: "Der Ernst der Lage verlangt von der Ampel-Regierung sofortiges Umdenken und Kurs├Ąnderung in der Frage von Waffenlieferungen an die Ukraine".

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht machte in der "Welt am Sonntag" deutlich: "Waffenlieferungen w├Ąren da aktuell nicht hilfreich - das ist Konsens in der Bundesregierung". Die SPD-Politikerin k├╝ndigte an, im Februar werde "ein komplettes Feldlazarett ├╝bergeben, inklusive der n├Âtigen Ausbildung, alles von Deutschland mit 5,3 Millionen Euro kofinanziert".

Deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine lehnt auch CSU-Chef Markus S├Âder ab. Zur Forderung Kiews nach Aufnahme in die Nato sagte Bayerns Regierungschef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Aus meiner Sicht ist klar: Eine Nato-Osterweiterung um die Ukraine steht auf lange Zeit nicht auf der Tagesordnung."

Berichte ├╝ber Botschaftsevakuierungen

Zu Berichten ├╝ber m├Âglicherweise bevorstehende Evakuierungen von deutschem und amerikanischem Botschaftspersonal und deren Angeh├Ârigen in der Ukraine gab es noch keine definitiven Angaben aus Berlin und Washington.

Es gebe derzeit von Seiten des Ausw├Ąrtigen Amts "keine Ma├čnahmen zur Reduzierung von Botschaftspersonal" oder von dessen Familienangeh├Ârigen, hie├č es am Samstag aus dem Ausw├Ąrtigen Amt. Man beobachte aber sehr aufmerksam, "wie sich die Sicherheitslage f├╝r das Personal an unseren Auslandsvertretungen in der Ukraine darstellt". Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass das Ausw├Ąrtige Amt "an einem Evakuierungsplan f├╝r die Angeh├Ârigen der Deutschen Botschaftsmitarbeiter in der Ukraine" arbeite.

US-Au├čenministerium dementiert

Auch das US-Au├čenministerium sagte, es habe derzeit zur Evakuierung von Familien von Botschaftspersonal "nichts anzuk├╝ndigen." Das Ministerium betonte auch, dass US-B├╝rger in der Ukraine nicht mit einer von der Regierung unterst├╝tzten Evakuierungsaktion rechnen k├Ânnten, sollte sich die Haltung mit Blick auf Botschaftspersonal und Angeh├Ârige ├Ąndern. "Derzeit stehen kommerzielle Fl├╝ge zur Verf├╝gung, um die Abreise zu unterst├╝tzen", hie├č es lediglich. Berichte hatten zuvor angedeutet, eine Evakuierung k├Ânne bereits am Montag beginnen.

Zuletzt hatte das russische Au├čenministerium US-Medienberichte ├╝ber eine angebliche Evakuierung russischer Diplomaten und deren Familien aus der Ukraine zur├╝ckhaltend kommentiert: "Die russische Botschaft in Kiew arbeitet routinem├Ą├čig", hie├č es in Moskau.

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