Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

London wirft Russland Einflussnahme in der Ukraine vor

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ukrainische Soldaten patrouillieren auf einer Stra├če im Dorf Werchnjotorezke in der Region Donezk im Osten der Ukraine.
Ukrainische Soldaten patrouillieren auf einer Stra├če im Dorf Werchnjotorezke in der Region Donezk im Osten der Ukraine. (Quelle: Andriy Andriyenko/AP/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

London/Kiew (dpa) - Mit einer beispiellosen Warnung hat die britische Regierung dem Kreml unterstellt, Moskau wolle massiv politischen Einfluss in der Ukraine nehmen.

"Uns liegen Informationen vor, die darauf hindeuten, dass die russische Regierung versucht, eine pro-russische F├╝hrung in Kiew zu etablieren, w├Ąhrend sie erw├Ągt, ob sie in die Ukraine einmarschieren und sie besetzen soll", hie├č es am Samstagabend in einer Mitteilung des britischen Au├čenministeriums. Experten halten aber einen Einmarsch Moskaus in Kiew f├╝r unwahrscheinlich.

Aus Moskau kam eine scharfe Reaktion. Die Verbreitung dieser "Desinformationen" durch britische Medien sei einmal mehr der Beweis daf├╝r, "dass gerade die Nato-L├Ąnder, angef├╝hrt von den Angelsachsen, eine Versch├Ąrfung der Lage rund um die Ukraine betreiben", verlautete aus dem russischen Au├čenministerium. Das britische Au├čenministerium wurde aufgefordert, "die Provokationen und das Verbreiten von Unsinn einzustellen", erfuhr die Agentur Tass aus nicht genannter Quelle im Au├čenamt in Moskau.

Ukrainer weist Vorw├╝rfe zur├╝ck

Als m├Âglicher Kandidat f├╝r die F├╝hrungsposition in der Regierung in Kiew wird von britischer Seite der fr├╝here ukrainische Abgeordnete Jewgenij Murajew genannt. Er nannte die Anschuldigungen im "Telegraph" "dumm und absurd".

"Wenn ich nichts verpasst habe, haben sie [Russland] einen anderen Kandidaten und verstecken das auch nicht. Ich bin ein Patriot meines Landes", sagte der Ukrainer der Zeitung. Murajew steht seit 2018 auf einer russischen Sanktionsliste. "Es ist nicht besonders logisch. Ich bin aus Russland verbannt", sagte er au├čerdem der Sonntagszeitung "The Observer".

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putin-Propagandist irritiert mit Aussage ├╝ber Kriegsgrund


Schwere Spannungen im Ukraine-Konflikt

Hintergrund der Mitteilung des Au├čenministeriums sind die schweren Spannungen im Ukraine-Konflikt. Vor allem die USA bef├╝rchten angesichts der hohen russischen Truppenpr├Ąsenz an der Grenze zur Ukraine einen Einmarsch ins Nachbarland. Moskau weist dies fast t├Ąglich zur├╝ck. Gro├čbritannien hatte der Ukraine bereits leichte Panzerabwehrwaffen geschickt und daf├╝r Kritik vom Kreml geerntet.

Das britische Au├čenministerium teilte weiter mit, man habe au├čerdem Informationen, dass weitere - namentlich genannte - ukrainische Ex-Politiker in Kontakt mit den russischen Geheimdiensten st├╝nden, hie├č es von den Briten. Einige h├Ątten demnach Kontakt mit Sicherheitsdienstlern, die "an der Planung eines Angriffs auf die Ukraine beteiligt" seien.

Bereits vor einer Woche hatten die USA Russland unterstellt, dass Agenten eine Spezialoperation im Osten der Ukraine planten. Der Kreml wies das zur├╝ck und verlangte Beweise daf├╝r.

London stehe an Seite der Ukraine

Die britische Au├čenministerin Liz Truss forderte von Moskau, "seine Kampagnen der Aggression und Desinformation zu beenden und einen Pfad der Diplomatie zu verfolgen". Jeglicher milit├Ąrische Einmarsch in die Ukraine w├Ąre ein "massiver strategischer Fehler mit ernsthaften Kosten", sagte die Ministerin. London stehe an der Seite der Ukraine als unabh├Ąngigem, souver├Ąnem Land. Mehrere russische Staatsmedien berichteten am Samstag unter Berufung auf Quellen, dass Truss im Februar zu einem Besuch in Moskau erwartet werde.

US-Pr├Ąsident Joe Biden beriet sich am Samstag in Camp David, dem Landsitz des Pr├Ąsidenten im Bundesstaat Maryland, mit seinem Sicherheitsteam ├╝ber die Krise. Biden sei ├╝ber den aktuellen Stand der russischen Milit├Ąroperationen an den ukrainischen Grenzen unterrichtet worden, teilte das Wei├če Haus mit. Der Pr├Ąsident habe bekr├Ąftigt, dass Moskau bei einem Einmarsch in die Ukraine "rasche und heftige Konsequenzen" drohen. Die US-Regierung setze weiterhin auf Diplomatie als auch eine Palette von Abschreckungsma├čnahmen, die eng mit den Verb├╝ndeten abgestimmt sei. Dazu z├Ąhlten auch die laufenden Lieferungen von Sicherheitshilfe an die Ukraine.

Die USA und ihre westlichen Verb├╝ndeten verlangen seit Wochen einen R├╝ckzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen russischen Truppen. Im Gegenzug fordert Moskau Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Milit├Ąrb├╝ndnisses Nato. Die Entspannungsbem├╝hungen laufen seit vergangener Woche auf Hochtouren, haben aber bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
DonezkKiewLondonMoskauNatoRusslandUSAUkraine
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website