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Schröder: "Ich mache jetzt nicht einen auf mea culpa"

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 24.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Gerhard Schröder: Im Interview mit der "New York Times" spricht der Altkanzler erstmals über seine Moskau-Reise und Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Gerhard Schröder: Im Interview mit der "New York Times" spricht der Altkanzler erstmals über seine Moskau-Reise und Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. (Quelle: Sean Gallup/getty-images-bilder)
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Altkanzler Schröder steht in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten bei russischen Energiekonzernen trennt. Nun sagt er: Nur in einem Fall würde er das tun.

In Deutschland steht Altkanzler und Putin-Freund Gerhard Schröder massiv in der Kritik, nun hat er sich zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in einem Interview geäußert. In der US-amerikanischen Zeitung "The New York Times" erklärte er sich dabei unter anderem erneut zur Vermittlung im Ukraine-Krieg bereit.

"Ich habe immer deutsche Interessen vertreten. Ich tue, was ich kann. Wenigstens eine Seite vertraut mir", sagte der frühere SPD-Chef und heutige Lobbyist für russische Energieunternehmen. In dem am Samstag veröffentlichten Interview erklärte Schröder, man müsse nun so schnell wie möglich zu einer Friedenslösung kommen. "Ich denke, dieser Krieg war ein Fehler, und das habe ich auch immer gesagt."

Schröder war im März nach Moskau gereist, um mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) war über die Reise nach eigenen Angaben nicht informiert. Zu den Details des Gesprächs mit Putin äußerte sich der 78-jährige Schröder in dem Interview nicht und verriet nur so viel: "Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass Putin daran interessiert ist, den Krieg zu beenden. Aber das ist nicht so leicht. Da gibt es ein paar Punkte, die geklärt werden müssen."

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Schröder wurde dem Bericht zufolge von Putin im Kreml wie ein Staats- oder Regierungschef empfangen. So wie Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron wenige Wochen zuvor sprach er mit dem russischen Präsidenten an einem inzwischen berühmt gewordenen sechs Meter langen Riesentisch. In Moskau habe er außerdem mit Putins Berater Wladimir Medinski und dem Oligarchen Roman Abramowitsch gesprochen.

In dem Gespräch wiederholt Schröder, dass die Moskau-Reise durch eine Initiative von ukrainischer Seite zustande gekommen sei. Dieser Darstellung hatte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, zuvor widersprochen.

Nach Schröders Angaben informierte ihn der ukrainische Parlamentarier Rustem Umerow vor der Reise nach Moskau bei einem Treffen in Istanbul über die ukrainischen Positionen. Nach dem Gespräch mit Putin habe es ein weiteres Treffen mit Umerow in der türkischen Metropole gegeben – im Anschluss sei der Kontakt abgebrochen. Er sei aber bereit, erneut mit beiden Seiten zu sprechen, sagte Schröder der "New York Times".

Rücktritt von Lobbyposten? Unwahrscheinlich

Einen Rücktritt von seinen Posten bei russischen Energiekonzernen kann sich Schröder dagegen nur in einem Fall vorstellen: Wenn Kremlchef Wladimir Putin Deutschland und der Europäischen Union das Gas abdreht. Aus Schröders Perspektive ein unwahrscheinliches Szenario: "Das wird nicht passieren." Sollte es aber doch dazu kommen, "dann würde ich zurücktreten", fügte er hinzu – ohne explizit zu sagen, von welchen Positionen.

Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energieriesen Rosneft und war zuletzt auch für die Pipeline-Gesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 tätig. Er steht in Deutschland massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten trennt. Vier SPD-Verbände haben deswegen ein Parteiausschlussverfahren gegen den Altkanzler beantragt.

Der russische Energieriese Gazprom hat Schröder Anfang Februar – kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine – ebenfalls für einen Aufsichtsratsposten nominiert. Die Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant. Schröder ließ laut "New York Times" in dem Interview offen, ob er die Nominierung annehmen wird.

"Sie können ein Land wie Russland nicht langfristig isolieren"

Er warb dafür, die Beziehungen zu Russland trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine aufrechtzuerhalten. "Sie können ein Land wie Russland langfristig nicht isolieren, weder politisch noch wirtschaftlich", so Schröder. "Die deutsche Industrie braucht Rohstoffe, die Russland hat. Es geht nicht nur um Öl und Gas, es geht auch um seltene Erden. Und das sind Rohstoffe, die nicht so einfach ersetzt werden können."

Die deutsche Energiepolitik der letzten Jahrzehnte, die das Land abhängig von russischem Gas gemacht hat, verteidigte Schröder. Über die hitzige Debatte in Deutschland sei er verwundert: "In den letzten 30 Jahren haben sie alle mitgemacht. (...) Ich mache jetzt nicht einen auf mea culpa (meine Schuld)", sagte er. "Das ist nicht mein Ding."

Die US-Zeitung sprach nach eigenen Angaben zweimal mit dem früheren Bundeskanzler und SPD-Chef in seiner Heimatstadt Hannover. Es ist das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar, dass der langjährige Freund Putins sich in einem Interview äußert.

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Von Lisa Becke, Daniel Mützel
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