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Ukraine-Krieg: Warum Söldner aus Nepal für Russland an die Front ziehen


Tausende Männer aus dem Ausland
In diesem Land rekrutiert Putin Söldner für den Krieg

Von t-online, mam

20.02.2024Lesedauer: 3 Min.
Russische Soldaten sitzen auf einem T-90M Kampfpanzer in der von Russland besetzten Ukraine.Vergrößern des BildesRussische Soldaten auf einem T-90M-Kampfpanzer in der Ukraine (Archivbild): Der Kreml zieht immer neue Maßnahmen heran, um die Lücken in der Armee aufzufüllen. (Quelle: Alexey Maishev/imago-images-bilder)
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Im Krieg gegen die Ukraine füllt Russland die Reihen der eigenen Armee auch mit ausländischen Söldnern. Das reißt ein Loch in viele Familien fernab Europas.

Seit nun bald zwei Jahren kämpft die russische Armee in ihrem Krieg gegen die Ukraine. Tausende russische Männer sind mittlerweile auf dem Schlachtfeld gefallen und so trifft der Kreml immer neue Maßnahmen, um die Reihen seiner Truppen zu füllen. Einem Bericht zufolge will Russlands Präsident Wladimir Putin etwa die Altersgrenze für Offiziere von 50 auf 70 anheben. Im Geheimdienst-Update des britischen Verteidigungsministeriums hieß es zuletzt, dass zudem eine Anhebung der Altersgrenze für einfache Soldaten geplant sei.

Doch Putin greift auch auf Männer aus dem Ausland zurück: Mit einem lukrativen Paket hat er nach Recherchen des US-Senders CNN mindestens 15.000 Nepalesen in den Krieg gegen die Ukraine gelockt. Versprochen wurden ihnen demnach ein Monatsgehalt von 2.000 US-Dollar (circa 1.850 Euro) und ein beschleunigter Prozess, um an einen russischen Pass zu gelangen – für die Männer ein verlockendes Angebot, denn Nepal ist nicht nur eines der ärmsten Länder der Welt, sondern auch eines, dessen Pass eine vergleichsweise geringe Reisefreiheit bietet.

"Ich bin nicht aus Vergnügen zum russischen Militär gegangen"

Ramchandra Khadka ist einer der Söldner aus Nepal, die in den Krieg gegen die Ukraine gezogen sind. "Ich bin nicht aus Vergnügen zum russischen Militär gegangen. Ich hatte in Nepal keine Jobmöglichkeiten", erzählt er CNN. Erst vor Kurzem sei der 37-Jährige nach Nepal zurückgekehrt, nachdem er an der Front verletzt worden sei. "Im Nachhinein war es nicht die richtige Entscheidung", sagt er heute über seinen Einsatz in der Ukraine. "Wir wussten nicht, dass wir so schnell an die Front geschickt werden würden und wie schrecklich die Situation sein würde."

Sein Einsatz begann demnach im September letzten Jahres. In Moskau angekommen habe er eine zweiwöchige Ausbildung an der Waffe sowie Grundausrüstung erhalten. Dann sei er an die Front in Bachmut gebracht worden – einer Stadt in der Ostukraine, in der einige der schwersten Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften stattfanden. Die Verluste auf beiden Seiten der Kriegsparteien waren so hoch, dass der Ort unter Soldaten schon bald als "Fleischwolf" bezeichnet wurde. "Ich bekomme immer noch Kopfschmerzen, wenn ich an die schrecklichen Szenen denke, die ich im Kriegsgebiet gesehen habe", erinnert sich Khadka im Gespräch mit CNN.

"Es gibt keinen Zentimeter Land in Bachmut, der nicht von Bomben getroffen war. All die Bäume, Sträucher und das Grün ... Sie sind alle verschwunden. Die meisten Häuser wurden zerstört. Die Situation dort ist so grausam, dass man am liebsten weinen würde", sagt der 37-Jährige. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hält er für falsch. "Alle Länder sollten die Souveränität eines anderen Landes respektieren. Es ist nicht richtig, dass Menschen eines Landes auf solch abscheuliche Weise getötet werden. Es ist nicht richtig, dass Zehntausende Menschen für die Interessen einiger weniger sterben", meint Khadka.

Video | Nach schweren Kämpfen ist bereits Awdijiwka unter russischer Kontrolle
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Quelle: reuters

Tausende Familien bangen um ihre Liebsten

Auch in Nepal selbst reißt der russische Krieg ein Loch in viele Familien. Nach offiziellen Angaben der nepalesischen Regierung sollen mehr als 200 Männer für Putin an der Front in der Ukraine kämpfen, 13 seien gefallen. Die Recherchen von CNN lassen jedoch darauf schließen, dass es weit mehr Männer sind, die in den Kampf gezogen sind.

Kritu Bhandari, Politikerin und Vorsitzende einer Gruppe von Familienmitgliedern nepalesischer Söldner, berichtet dem Sender, dass sich rund 2.000 Familien an sie gewandt und um Hilfe gebeten hätten. Oft hätten sie den Kontakt zu ihrem Angehörigen an der Front verloren oder versuchten, ihn zurück nach Nepal zu holen.

Nepals Regierung hat ihren Bürgern inzwischen verboten, nach Russland oder in die Ukraine zu reisen, um dort an der Front zu kämpfen. Sie geht davon aus, dass eine kleine Zahl auch in der ukrainischen Armee kämpft. Für beide Länder wurden darum nun Arbeitserlaubnisse ausgesetzt, "um potenzielle Risiken und Verluste für nepalesische Staatsangehörige, die in diese vom Krieg zerstörten Länder einreisen, zu minimieren", zitierte der britische "Guardian" den Direktor der Abteilung für Auslandsbeschäftigung, Kabiraj Upreti, Anfang des Jahres. Wie illegale Reisen verhindert werden sollen, ließ er offen.

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