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Assad-Regime wirft USA Kriegsverbrechen vor

USA spricht von Selbstverteidigung  

Assad-Regime wirft USA Kriegsverbrechen vor

08.02.2018, 21:49 Uhr | as, AP

Assad-Regime wirft USA Kriegsverbrechen vor. Zivilschutzarbeiter und Zivilisten bei einem zerstörten Gebäudes in dem Rebellengebiet Ghuta: Damaskus wirft USA Kriegsverbrechen vor. (Quelle: AP/dpa/Syrian Civil Defense White Helmets)

Zivilschutzarbeiter und Zivilisten bei einem zerstörten Gebäudes in dem Rebellengebiet Ghuta: Damaskus wirft USA Kriegsverbrechen vor. (Quelle: Syrian Civil Defense White Helmets/AP/dpa)

Nach einem US-Luftangriff auf Truppen des Assad-Regimes im Osten Syriens spricht die syrische Regierung von einem Massaker. Die US-geführte Koalition widerspricht: Sie habe in Selbstverteidigung gehandelt.

Bei einem US-Luftangriff auf regierungstreue Truppen im Osten Syriens sind nach einem staatlichen Medienbericht Dutzende Stammeskämpfer getötet und verletzt worden. Die US-geführte Koalition teilte mit, sie habe am Mittwoch in Selbstverteidigung gehandelt. Sie erwähnte einen Großangriff auf ihre verbündeten Truppen und US-Berater in der Provinz Dair as-Saur. Die syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete am Donnerstag, die laut ihren Angaben in Chuscham bombardierten Stammeskämpfer hätten gegen IS-Extremisten und die von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) gekämpft.

Zunnehmende Gewalt in Syrien

Der US-Luftangriff geht mit zunehmender Gewalt in Syrien einher. Die Türkei führt eine Militäroffensive, um die von den USA gestützte kurdische Miliz YPG aus einer Grenzstadt im Nordwesten Syriens zu vertreiben. Die syrische Regierung ist in einem Rebellengebiet nahe der Hauptstadt Damaskus aktiv. In der Gegend Ost-Ghuta wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 56 Menschen getötet, darunter zehn Kinder. Siradsch Mahmud von den als Weißhelmen bekannten Ersthelfern sagte, es habe 58 Tote gegeben. Seit Montag sind laut Aktivisten mindestens 211 Menschen in Ost-Ghuta getötet worden.

Aus US-Militärkreisen verlautete, bei dem Angriff in Dair as-Saur seien rund 100 Angreifer getötet worden. Der US-Offizier Oberst Thomas Veale teilte der Nachrichtenagentur AP in einer E-Mail mit, die Koalition habe die Russen über die Ansammlung der regierungstreuen Truppen in der Gegend vor dem Angriff informiert. Die russischen Stellen hätten zugesichert, sich nicht in die Aktionen der US-geführten Koalition einzumischen. Dennoch kritisierte das russische Verteidigungsministerium den Angriff.

Russland kritisiert Offensive

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia sagte, er habe das Vorgehen der US-Koalition gegen die von der syrischen Regierung unterstützen Truppen vor dem UN-Sicherheitsrat als "unzulässig" und "beklagenswert" dargestellt. Es könne nicht wiederholt werden, egal welche Gründe die Koalition angebe, um einen Angriff zu rechtfertigen. Er habe den Sicherheitsrat daran erinnert, dass die Koalition nicht nach Syrien eingeladen worden sei. Der Kampf der Koalition gegen "internationalen Terrorismus" gehe aus russischer Sicht "darüber hinaus", sagte Nebensia zu Reportern. Russland ist der wichtigste Verbündete von Präsident Baschar al-Assad. 

Bis Ende letzten Jahres kontrollierte die Terrormiliz Islamischer Staat die ölreiche Ostprovinz Dair as-Saur; der Verkauf des dort geförderten Rohstoffs war eine ihre wichtigsten Einnahmequellen. Besiegt wurde der IS in der Region von der von Westen vorstoßenden, kurdisch geführten Miliz SDF und von Westen angreifenden syrischen Regierungstruppen, die zudem von Stammeskämpfen aus der Region unterstützt werden.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"

Die von den USA unterstützten Truppen kontrollieren Gegenden östlich des Euphrats und den Großteil der Öl- und Gasfelder. Veale erklärte, regierungsnahe syrische Kämpfer hätten einen Angriff auf die Syrischen Demokratischen Kräfte etwa acht Kilometer östlich des Flusses in Chuscham begonnen, unterstützt mit Artillerie und Kampfpanzern. Die regierungsnahen Truppen hätten vermutlich versucht, Gebiet einzunehmen, das die von den USA unterstützten Truppen vergangenes Jahr vom IS befreit hätten.

Sana berichtete, das Vorgehen der USA sei ein "neues Massaker" und eine "Aggression". Sie meldete zehn Luftangriffe der Koalition, die "massive Zerstörung" angerichtet hätten. In Botschaften an UN-Generalsekretär António Guterres und den Weltsicherheitsrat sprach das syrische Außenministerium von einer "Aggression, die ein Kriegsverbrechen und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit" darstelle.

Verwendete Quellen:
  • AP

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