Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Frontex: 2017 kamen viel weniger Flüchtlinge

EU-Grenzschutzagentur  

Frontex: 2017 kamen viel weniger Flüchtlinge

20.02.2018, 22:33 Uhr | dpa

Frontex: 2017 kamen viel weniger Flüchtlinge. Flüchtlinge im Mittelmeer: Mittlerweile hat sich die Zahl der nach Europa kommenden Migranten stark reduziert. (Quelle: dpa/Olmo Calvo)

Flüchtlinge im Mittelmeer: Mittlerweile hat sich die Zahl der nach Europa kommenden Migranten stark reduziert. (Quelle: Olmo Calvo/dpa)

2015 kamen rund 1,8 Millionen Migranten in die EU. Seitdem soll die Zahl reduziert werden. Das gelingt. Gelöst ist das Problem aus Sicht der EU-Grenzschützer aber noch lange nicht.

Trotz eines deutlichen Rückgangs bleibt die Zahl der illegal in die EU eingereisten Flüchtlinge und Migranten hoch. Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex kamen im vergangenen Jahr knapp 205.000 Menschen über die verschiedenen Flüchtlingsrouten. 2016 seien es rund 511.000, zur Hochzeit der Migrationsbewegung 2015 sogar rund 1,8 Millionen Menschen gewesen.

Ein deutlicher Rückgang also - vor 2014 seien jährlich allerdings nur zwischen 75.000 und 150.000 Menschen gezählt worden. Das Niveau sei also noch immer deutlich höher als vor Flüchtlingskrise, sagte Frontex-Chef Fabrice Leggeri am Dienstag in Brüssel. Der Druck auf die südlichen Außengrenzen bleibe hoch.

"Eine heikle und schwierige Angelegenheit"

Er betonte, die EU-Mitgliedsstaaten müssten abgelehnte Asylbewerber künftig schneller zurück in ihre Heimat schicken. Doch sei die Zahl der Rückführ-Entscheidungen in den einzelnen Ländern zurückgegangen. "Wir sprechen über Menschen, Familien - deshalb ist es eine heikle und schwierige Angelegenheit", sagte der Frontex-Chef.

Allerdings habe er auch das Gefühl, in den Mitgliedstaaten sei bei Personal und Budget gekürzt worden. Asylbehörden und die für Rückführungen zuständigen Stellen müssten eng zusammenarbeiten, forderte Leggeri. Zudem forderte er mehr EU-Abkommen mit Herkunftsländern, ähnlich dem mit Afghanistan vom Februar 2017. Dieses verpflichtet Afghanistan zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung unerwünschter Migration.

Fast 150.000 Menschen aus der EU abgeschoben

Frontex organisierte im vergangenen Jahr 341 Abschiebeflüge mit mehr als 14.000 Menschen. Das waren 50 Prozent mehr Flüge als 2016. Insgesamt seien 2017 fast 150.000 Menschen aus der EU abgeschoben worden, sagte Leggeri.

Neben Rückführungen sei auch die innere Sicherheit ein Schwerpunkt des laufenden Jahres, sagte er. Migranten versteckten sich wegen verbesserter Grenzkontrollen unter Zügen oder versuchten, mit gefälschten Dokumenten in die EU einzureisen. Darunter seien auch Gesuchte oder mögliche Straftäter. Nötig sei mehr Expertise, um gefälschte Dokumenten zu erkennen. Zudem müsse im Blick behalten werden, ob neue Flüchtlingsrouten entstehen.

"Spanien ist jetzt unter hohem Druck"

Fast auf allen bisherigen Routen ist die Zahl der illegalen Grenzübertritte im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Nur auf der westlichen Mittelmeerroute stieg sie deutlich: von knapp 10.000 auf 23.000. "Spanien ist jetzt unter hohem Druck", sagte Leggeri. Nach Spanien kommen früheren Frontex-Angaben zufolge in erster Linie Wirtschaftsflüchtlinge aus Marokko und Algerien, sowie aus Ländern in Westafrika.

Der Rückgang illegaler Grenzübertritte war mit mehr als 80 Prozent auf der östlichen Mittelmeerroute über die Türkei nach Griechenland besonders groß. Die EU hatte im März 2016 einen Flüchtlingspakt mit der Türkei geschlossen, seitdem ist die Route nahezu dicht. Auch auf der zentralen Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien sei die Zahl der illegal Eingereisten seit Sommer rückläufig, sagte Leggeri.

Kampf gegen kriminelle Netzwerke

Dennoch bleibe dies die Hauptroute illegaler Migration. 2017 seien über diesen Weg knapp 120.000 Menschen gekommen. Die Situation in Libyen - etwa der Kampf gegen kriminelle Netzwerke - müsse in vielen Bereichen verbessert werden. Auch die humanitäre Lage in dem Land sei nicht akzeptabel.

Anfang des Monats hatte Frontex zusammen mit Italien eine neue Operation im zentralen Mittelmeer gestartet. Stärker als die Vorgänger-Mission Triton konzentriere sich Themis auf die Terrorabwehr und die Verfolgung von grenzüberschreitenden Straftaten wie dem Drogenhandel, hieß es damals. Die Seenotrettung sei aber nach wie vor wesentlicher Teil der Operation. 2017 rettete Frontex den Angaben zufolge 38.000 Migranten aus Seenot.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUniceftchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal