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Syrien-Konflikt: Türkische Armee steht kurz vor Kurdenstadt Afrin

Offensive in Nordsyrien  

Türkische Armee steht kurz vor Kurdenstadt Afrin

11.03.2018, 17:14 Uhr | AFP

Syrien-Konflikt: Türkische Armee steht kurz vor Kurdenstadt Afrin. Operation "Olivenzweig": Kämpfer der von Ankara unterstützten Freien Syrischen Armee rücken auf Afrin vor. (Quelle: Reuters/Khalil Ashawi)

Operation "Olivenzweig": Kämpfer der von Ankara unterstützten Freien Syrischen Armee rücken auf Afrin vor. (Quelle: Khalil Ashawi/Reuters)

Präsident Erdogan will Afrin "von Terroristen säubern". Seine Offensive gegen die Kurden in Nordwestsyrien soll aber erst der Anfang sein. Derweil geraten die Rebellen in Ost-Ghuta weiter in die Enge.

Die türkische Armee ist am Wochenende bis kurz vor die kurdisch kontrollierte Stadt Afrin in Nordsyrien vorgerückt. Im Nordosten der Stadt habe es "heftige Kämpfe mit Luftangriffen und Artilleriebeschuss gegeben, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der AFP. Gleichzeitig setzt die syrische Armee am Sonntag ihre Offensive in der umkämpften Rebellenenklave Ost-Ghuta bei Damaskus fort.

Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Kämpfer befanden sich am Samstag nach Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle weniger als zwei Kilometer von Afrin entfernt, das seit 2012 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert wird.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einer in der südlichen Stadt Mersin gehaltenen und im Fernsehen übertragenen Rede, nach Afrin würden auch die Städte Manbidsch, Kobane, Tal Abjad, Ras al-Ain und Kamischli "von Terroristen gesäubert". Die YPG hatten das von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommene Kobane im Januar 2015 in einer symbolträchtigen viermonatigen Schlacht zurückerobert.

Ankara bezeichnet die YPG als Terrororganisation, ebenso wie die mit ihr verbündete und in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) des inhaftierten Abdullah Öcalan. Die YPG sind mit den USA im Kampf gegen den IS verbündet. Deshalb sorgt Ankaras Offensive für Irritationen zwischen Washington und Ankara, die beide Partner in der Nato-Militärallianz sind.

Massiver Beschuss mit Fassbomben

An einer anderen Front des Syrienkriegs setzte die syrische Armee ihre drei Wochen andauernde Offensive in der Rebellenhochburg Ost-Ghuta nahe Damaskus am Sonntag mit Luftangriffen und Fassbomben fort. Tags zuvor hatte die Armee die größte Stadt der Enklave, Duma, von der übrigen Region abgetrennt, wie die Beobachtungsstelle mitteilte.

Den Angaben zufolge kontrollierten die syrischen Truppen und verbündete Milizen am Samstag die Straße, die Duma mit Harasta im Westen und mit dem Ort Misraba im Süden verbindet. Den Truppen sei es somit gelungen, Ost-Ghuta in drei Teile aufzuspalten: Duma und seine Umgebung im Norden, Harasta im Westen sowie die übrigen Orte im Süden.

Am Sonntag griffen Regierungstruppen die Ränder der drei Teilregionen mit Bomben und Raketen an, berichtete die Beobachtungsstelle. Funktionäre der Rebellenstadt Hammurije berieten am Sonntag über ein Regierungsangebot, das Kämpfern und Zivilisten bei einer Übergabe der Stadt freies Geleit zusagt. Die zwei größten Rebellengruppen Ost-Ghutas hatten bisher jegliche Verhandlungen mit der Regierung abgelehnt.

Mehr als 1100 Zivilisten in Ost-Ghuta getötet

Laut der Beobachtungsstelle, die den Rebellen nahesteht und ihre kaum nachprüfbaren Informationen von Aktivisten vor Ort bezieht, kontrolliert die Armee mittlerweile mehr als die Hälfte von Ost-Ghuta. Bewaffnete Islamisten und Dschihadisten beschießen von dort aus Wohnviertel in Damaskus. Seit dem Beginn der Offensive syrischer Regierungstruppen auf Ost-Ghuta sind dort nach Angaben der Beobachtungsstelle 1102 Zivilisten getötet worden.

Der US-Verteidigungsminister Jim Mattis warnte die syrische Regierung am Sonntag davor, bei ihren Angriffen in Ost-Ghuta Giftgas einzusetzen. "Wir haben deutlich gemacht, dass es sehr unklug wäre, Gas gegen Menschen" einzusetzen, sagte Mattis am Rande einer Omanreise zu Reportern. Es gebe "eine Menge Berichte" über den Einsatz von Chlorgas, fügte Mattis hinzu - allerdings ohne stichhaltige Beweise.

Verwendete Quellen:
  • AFP

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