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Machtkampf in Venezuela: Nicolás Maduro setzt auf das Militär

Krise in Venezuela  

Staatschef Maduro setzt für den Machterhalt aufs Militär

06.05.2019, 09:53 Uhr | dpa, jmt

Machtkampf in Venezuela: Nicolás Maduro setzt auf das Militär. Nicolás Maduro badet in den ihm loyalen Einheiten: "Eine Handvoll Verräter, die sich an die USA verkaufen, werden nicht die Ehre unserer Streitkräfte beflecken." (Quelle: AP/dpa/Jhonn Zerpa)

Nicolás Maduro badet in den ihm loyalen Einheiten: "Eine Handvoll Verräter, die sich an die USA verkaufen, werden nicht die Ehre unserer Streitkräfte beflecken." (Quelle: Jhonn Zerpa/AP/dpa)

Der zivile Aufstand gegen Venezuelas sozialistischen Machthaber Maduro dauert an. Er setzt im Kampf um die Macht auf die mächtigen Generäle, sein Widersacher hingegen auf die Soldaten.

Im Machtkampf in Venezuela hat Machthaber Nicolás Maduro die Streitkräfte zur Verteidigungsbereitschaft gegen eine "imperialistische Konspiration" aufgerufen. Im Bundesstaat Cojedes besuchte er ein Manöver, an dem 5.000 Soldaten teilnahmen. "Eine Handvoll Verräter, die sich an die USA verkaufen, werden nicht die Ehre unserer Streitkräfte beflecken", sagte Maduro auf dem Militärstützpunkt El Pao. Bei dem Absturz eines Militärhubschraubers, der nach Angaben des kolumbianischen Fernsehsenders NTN24 den Flug Maduros zu der Garnison begleitet hatte, starben alle sieben Menschen an Bord. Die Unglücksursache war zunächst unbekannt.

Langwieriger Kampf um die Macht

Bei einem gescheiterten Militäraufstand gegen den sozialistischen Staatschef hatten sich am Dienstag einige Uniformierte dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó angeschlossen. Die Staatsanwaltschaft erließ am Freitag 18 Haftbefehle gegen Militärs und Zivilpersonen wegen Landesverrats. Von einem Haftbefehl gegen Guaidó wurde nichts bekannt. Maduro vermied bisher die direkte Konfrontation mit seinem Herausforderer. Die Bevölkerung leidet seit Langem unter der Mangelwirtschaft der Regierung.

Guaidó rief die Bevölkerung auf, zu Kasernen und Stützpunkten der Armee zu marschieren, um die Militärs zum Seitenwechsel zu bewegen. Demonstranten verlasen vor der Kommandantur der Marine in Caracas und anderen Militäreinheiten eine Erklärung Guaidós. Dem Militär stehe eine entscheidende Rolle im Wiederaufbau der Demokratie in Venezuela bevor, hieß es in dem Aufruf an das Militär, wie die Zeitung "El Nacional" berichtete. Die Militärführung aber, die wichtige Posten in der Wirtschaft besetzt, hält bisher zu Maduro.

Russlands Interessen in Venezuela

Russlands Außenminister Sergej Lawrow plant derweil mit seinem venezolanischen Kollegen Jorge Arreaza ein Gespräch über die Zukunft des lateinamerikanischen Krisenlandes. Bei dem Treffen am Sonntag in Moskau werde man über mögliche Lösungen des Machtkampfes im Rahmen der venezolanischen Verfassung sprechen, teilte das russische Außenministerium mit. Es solle auch um die wirtschaftliche Lage nach den US-Sanktionen gegen die Führungsriege um Maduro gehen, hieß es. Russland verfolgt in Venezuela erhebliche machtpolitische und finanzielle Interessen.

Russland und die USA beschuldigen sich gegenseitig, die Krise in Venezuela zu verschärfen. Washington unterstützt Guaidó. Russland wiederum schickte Militärberater zur Unterstützung der regierungstreuen Streitkräfte nach Venezuela und steht hinter Maduro.

Am Freitag hatten Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump unter anderem über die Eskalation in dem Konflikt per Telefon gesprochen. Am Montag soll sich Lawrow am Rande des Arktischen Rates in Finnland mit US-Außenminister Mike Pompeo treffen. Dabei soll ebenfalls die Lage in Venezuela Thema sein.


Pompeo beschuldigte am Samstag die Regierung Maduros schwerer Verfehlungen. "Die von Nicolás Maduro verübten Repressionen sind grenzenlos", schrieb Pompeo auf Twitter. Regierungskräfte hätten einen katholischen Gottesdienst angegriffen, seien mit Motorrädern in die Kirche gefahren, hätten Tränengas eingesetzt und viele verletzt. "Wir stehen zum venezolanischen Volk und zu Interimspräsident Juan Guaidó", schrieb Pompeo.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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