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Vorwahl der Demokraten: Bernie Sanders gewinnt mit Vorsprung vor Buttigieg

Vorwahl der Demokraten  

Sanders gewinnt in New Hampshire knapp vor Buttigieg

12.02.2020, 07:30 Uhr | rtr, dpa, aj

USA: Bernie Sanders gewinnt Vorwahl der Demokraten in New Hampshire

Bernie Sanders hat die Vorwahlen der US-Demokraten im Bundesstaat New Hampshire gewonnen. Vor seinen Anhängern gab er sich überzeugt, am Ende gegen Donald Trump antreten und den US-Präsidenten auch besiegen zu können. (Quelle: t-online.de)

Siegessicher: Bernie Sanders hat die Vorwahl der US-Demokraten in New Hampshire gewonnen und richtete danach eine Kampfansage an Präsident Donald Trump. (Quelle: t-online.de)


Das Ergebnis aus New Hampshire steht fest: Bei der zweiten Vorwahl der Demokraten im Rennen um die US-Präsidentschaft konnte der Linke Senator Bernie Sanders einen Gewinn verbuchen. Das berichten mehrere US-Medien.

Der linke Senator Bernie Sanders hat bei der zweiten Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ersten Auszählungsergebnissen zufolge das Rennen gemacht, das berichten sowohl der Sender CNN als auch die "New York Times". Nach dem Sieg richtete er eine Kampfansage an Präsident Donald Trump, die Sie oben in unserem Video sehen.

Nach Auszählung von mehr als 80 Prozent aller Stimmen lag Sanders bei rund 26 Prozent, wie US-Medien am Dienstagabend (Ortszeit) berichteten. Der gemäßigte frühere Bürgermeister Pete Buttigieg kam demnach auf rund 24 Prozent. Der 38-Jährige war in der vergangenen Woche bei der ersten Vorwahl in Iowa nach bisherigem Stand der Auszählungen überraschend knapp vor Sanders auf Platz eins gelandet.

"Dieser Sieg ist der Anfang vom Ende für Donald Trump", sagte Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) vor Anhängern im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire. Es gehe darum Trump – "den gefährlichsten Präsidenten der jüngeren Geschichte" – bei der Wahl im November zu besiegen, sagte Sanders. Er werde sich für eine bessere Gesundheitsversorgung, höheren Steuern für Reiche, strengere Waffengesetze und den Kampf gegen den Klimawandel einsetzen, versprach der 78-Jährige.

Klobuchar folgt überraschend auf dem dritten Platz

Überraschend stark schloss im nordöstlichen New Hampshire auch die moderate und weniger bekannte Senatorin Amy Klobuchar ab. Die 59-Jährige kam mit rund 20 Prozent auf den dritten Platz. "Hallo Amerika! Ich bin Amy Klobuchar und ich werde Donald Trump schlagen", sagte sie vor jubelnden Unterstützern. Das Land brauche einen Wechsel.

Auf Rang vier und fünf folgten die linke Senatorin Elizabeth Warren (gut 9 Prozent der Stimmen) und der gemäßigte frühere Vizepräsident Joe Biden (gut 8 Prozent). Eine sichtlich enttäuschte Warren erklärte vor Unterstützern, sowohl Sanders als auch Buttigieg seien "großartige Menschen und jeder von ihnen wäre ein wesentlich besserer Präsident als Donald Trump." Die 70-Jährige sagte, sie bleibe aber weiter im Rennen.

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Bidens Aussicht auf einen Sieg schwindet

Biden (77) hatte in landesweiten Umfragen lange in Führung gelegen, es aber in Iowa nur auf den enttäuschenden Platz vier geschafft. Biden hatte daraufhin bereits gewarnt, dass er auch in New Hampshire schlecht abschneiden könnte. Das extrem schwache Ergebnis dürfte seine Kampagne jedoch beschädigen: Sein Nimbus als aussichtsreichster Bewerber scheint gebrochen. Auch die nötigen Parteispenden dürften nun schwieriger einzuwerben sein. Biden gab sich indes kämpferisch. Bislang hätten erst zwei Bundesstaaten abgestimmt, sagte er. "Der Kampf, um Donald Trumps Präsidentschaft zu beenden, hat gerade erst begonnen", sagte er vor Unterstützern in South Carolina. In dem Staat wird am 29. Februar abgestimmt.

Senator Sanders beschreibt sich selbst als "demokratischen Sozialisten" und ist vor allem bei jungen Wählern beliebt. Er will unter anderem das Gesundheitssystem drastisch umbauen. Er wirft Buttigieg mangelnde Erfahrung vor. Der frühere Bürgermeister der Stadt South Bend wiederum hält Sanders vor, dass dessen zahlreichen Wahlversprechen nicht finanzierbar seien. Buttigieg stellt sich als Kandidat der Mitte dar, der auch von Trump enttäuschte Republikaner für sich gewinnen will.

Zwei Kandidaten geben ihre Kampagnen auf

Die Kandidaten Andrew Yang und Michael Bennet gaben nach enttäuschenden Ergebnissen im unteren einstelligen Prozentbereich das Ende ihrer Wahlkampagnen bekannt. Damit bemühen sich immer noch neun Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Partei. Ursprünglich waren es mal rund 30 Bewerber gewesen. Bei den Republikanern wiederum gelten die Vorwahlen nur als Formsache: Präsident Donald Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz.

Bei den Vorwahlen in New Hampshire werden nur 24 Delegiertenstimmen vergeben, die beim entscheidenden Nominierungsparteitag im Sommer zum Tragen kommen. Um sich die Präsidentschaftskandidatur der Partei zu sichern, muss ein Bewerber fast 2.000 Stimmen gewinnen. Die Bedeutung der Abstimmung liegt daher vor allem in ihrer Signalwirkung zu Beginn des langen Vorwahlkampfs: Ein gutes Abschneiden kann Kandidaten wichtigen Rückenwind geben, eine Niederlage kann dazu führen, dass die Parteispenden zurückgehen und Bewerber aufgeben müssen. Die erste große Entscheidung, bei der es um Hunderte Delegiertenstimmen gehen wird, steht am 3. März an. Am sogenannten "Super Tuesday" wird in mehr als einem Dutzend US-Bundesstaaten abgestimmt werden.

Die Vorwahlen ziehen sich dann noch bis Juni hin. Anschließend küren beide Parteien ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell. Die Präsidentenwahl ist für den 3. November angesetzt.

Eine Überraschung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur könnte noch vom früheren New Yorker Bürgermeister Mike Bloomberg kommen. Der Multimilliardär kandidierte in den relativ kleinen Staaten Iowa und New Hampshire nicht, sondern setzt auf einen Erfolg in den großen Staaten am "Super Tuesday". Bloomberg hat dort bereits zig Millionen US-Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben. Er nimmt keine Spenden an, sondern finanziert seinen Wahlkampf selbst. In zwei landesweiten Umfragen war er jüngst auf die Plätze drei und vier gekommen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

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