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Schwere Vorwürfe der Nichte: Donald Trump hat bei Uni-Zulassung betrogen

Vorwürfe von Nichte  

Donald Trump soll bei Uni-Zulassung betrogen haben

09.07.2020, 12:05 Uhr | dpa

Schwere Vorwürfe der Nichte: Donald Trump hat bei Uni-Zulassung betrogen. US-Präsident Donald Trump: Hat er bei seiner Hochschulzulassung betrogen? (Quelle: AP/dpa/Alex Brandon)

US-Präsident Donald Trump: Hat er bei seiner Hochschulzulassung betrogen? (Quelle: Alex Brandon/AP/dpa)

Nach einigem juristischen Hin und Her sieht es nun so aus, als könne das Enthüllungsbuch von Donald Trumps Nichte doch erscheinen. US-Medien veröffentlichten bereits vorab Passagen, die neue Fragen um den Präsidenten aufwerfen.

Hat US-Präsident Donald Trump als Schüler beim Qualifikationstest für das Studium betrogen? Das Weiße Haus wies entsprechende Vorwürfe aus dem Enthüllungsbuch der Präsidentennichte Mary Trump am Dienstag (Ortszeit) als "absurd" und "vollkommen falsch" zurück.

In vorab vom US-Sender CNN veröffentlichten Passagen des Buches schreibt Mary Trump, ihr Onkel habe jemand anderen dafür bezahlt, den Test für ihn abzulegen. Donald Trump absolvierte nach Angaben des Weißen Hauses die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Pennsylvania, die Wharton School of Finance, die der Präsident immer wieder als "großartig" hervorhebt.

Enthüllungsbuch von Trump-Nichte: Auf 240 Seiten soll das Werk erzählen, wie Trump zu dem Mann wurde, der er heute ist. (Quelle: dpa/Simon & Schuster/AP)Enthüllungsbuch von Trump-Nichte: Auf 240 Seiten soll das Werk erzählen, wie Trump zu dem Mann wurde, der er heute ist. (Quelle: Simon & Schuster/AP/dpa)

Neben CNN zitierten am Dienstag auch die Zeitungen "Washington Post" und "New York Times" sowie andere US-Medien vorab aus dem Buch. Aus den Berichten wird nicht ersichtlich, ob Mary Trump Belege für ihren Vorwurf anführt und wenn ja, welche. Laut CNN schreibt Mary Trump, ihr Buch stütze sich auf eigene Erinnerungen, auf Gespräche mit Familienmitgliedern und auf Dokumente wie etwa Steuerunterlagen.

Buch kommt nächste Woche auf den Markt

Mary Trump ist promovierte Psychologin. Der Titel ihres 240 Seiten umfassenden Buchs lautet auf Deutsch übersetzt: "Zu viel und nie genug – Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat". Es soll kommende Woche in den USA auf den Markt kommen – weniger als vier Monate vor der Wahl, bei der sich Donald Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der Verlag hat die Veröffentlichung um zwei Wochen vorgezogen. Donald Trumps Bruder Robert hatte versucht, die Publikation gerichtlich zu verhindern.
 

 
Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Matthews, teilte mit, das Buch sei aus finanziellem Interesse der Autorin und des Verlages entstanden – und nicht aus öffentlichem Interesse. Matthews warf die Frage auf, warum Mary Trump das Buch erst nach drei Amtsjahren des Präsidenten veröffentliche. Mary Trump schreibt laut CNN, nach den vergangenen drei Jahren habe sie "nicht länger schweigen" können. "Ich kann nicht zulassen, dass er mein Land zerstört."

Mary Trump unterstellt ihrem Onkel, ein Narzisst zu sein: Trump erfülle alle Kriterien, schreibt Mary Trump laut "New York Times". Die Zuschreibung greife dennoch zu kurz. Seine Verhaltensweisen seien oft so unerklärlich, dass eine genaue Diagnose nur mithilfe von Tests erstellt werden könnte, denen sich Donald Trump nie unterziehen würde.

Laut CNN vergleicht Mary Trump ihren Onkel in dem Buch mit einem Dreijährigen, der wisse, dass er nie geliebt worden sei. Donald Trumps Ego sei fragil und müsse stets gestützt werden, "weil er tief im Inneren weiß, dass er nichts von dem ist, was er vorgibt zu sein".  

Kostenlose Werbung für seine Marke

Mary Trump schreibt laut "Washington Post", dass sie die Präsidentschaftskandidatur Donald Trumps 2015 nicht ernstgenommen habe. "Ich dachte nicht, dass er es ernst nahm." Als Erbe des Familienkonzerns sei es ihm nur um "kostenlose Werbung für seine Marke" gegangen.

Donald Trumps ältere Schwester Maryanne habe verwundert darauf reagiert, als prominente evangelikale Christen die Kandidatur unterstützten. Maryanne Trump habe demnach gesagt: "Das einzige Mal, dass Donald in die Kirche ging, war, als die Kameras dort waren. Das ist unglaublich. Er hat keine Prinzipien."  

In der Beschreibung des Verlags Simon & Schuster heißt es, Mary Trump zeichne ein "Porträt von Donald J. Trump und der toxischen Familie", die ihn zu dem gemacht habe, was er heute sei: Ein Mann, "der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht". Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps ältestem Bruder Fred, der 1981 starb.

Die "Washington Post" berichtete, Mary Trump stelle ihren Großvater als Patriarchen und "Soziopathen" dar, der ihren als sensibel und sanft beschriebenen Vater stets missbilligt habe. Donald Trump habe daher früh gelernt, dass es "falsch" wäre, wie sein älterer Bruder zu sein. Das habe Trump die Fähigkeit genommen, "das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen zu entwickeln und zu erfahren". Donald Trumps Weltvorstellung sei durch seinen Wunsch geprägt worden, als Kind vom Vater nicht missbilligt zu werden.

Verstößt das Buch gegen eine Vertraulichkeitsregelung?

Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Matthews, teilte mit, der Präsident beschreibe das Verhältnis, das er zu seinem Vater hatte, als warm. "Er sagte, sein Vater sei liebevoll und überhaupt nicht hart zu ihm als Kind gewesen."

Donald Trumps jüngerer Bruder Robert Trump hatte versucht, die Veröffentlichung des Buches juristisch zu verhindern. Er argumentierte, dass das Buch gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoße, die im Zusammenhang mit der Nachlassregelung seines Vaters geschlossen worden sei. Donald Trump selbst hat die geplante Veröffentlichung mit Verweis auf die Vertraulichkeitsvereinbarung als rechtswidrig bezeichnet.

Vergangene Woche hatte ein Gericht in New York eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag aufgehoben. Die Verfügung gegen Mary Trump blieb jedoch zunächst in Kraft, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Eine Anhörung ist für Freitag angesetzt.

Donald Trumps Beraterin Kellyanne Conway kritisierte die Veröffentlichung. "Ich denke, familiäre Angelegenheiten sollten familiäre Angelegenheiten sein", sagte sie im Sender Fox News. Es gebe zu viele Bücher, "die nie auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden".  

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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