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Als Obama es mit Trumps Vorläuferin zu tun bekam

  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier, Washington

Aktualisiert am 19.11.2020Lesedauer: 3 Min.
Barack Obama: Mit Sarah Palin änderte sich vieles in der Republikanischen Partei, schreibt der frühere US-Präsident.
Barack Obama: Mit Sarah Palin änderte sich vieles in der Republikanischen Partei, schreibt der frühere US-Präsident. (Quelle: Chuck Kennedy/imago-images-bilder)
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Barack Obama hat ein Buch geschrieben. Es gewährt seltene Einblicke in das internationale Politikgeschäft. Und erklärt nebenbei, wie Donald Trump US-Präsident werden konnte.

Wenn Politiker eine Autobiografie schreiben, dann kann viel schiefgehen. Sie kann zu einer Nacherzählung verkommen oder zu einem Pamphlet der Rechtfertigung. Sie kann sich in politischen Details verirren oder die ganze Welt erklären wollen.

Im schlimmsten Fall ist sie: ziemlich langweilig.

Das ist Barack Obamas Autobiografie definitiv nicht. Der erste Band, der am heutigen Dienstag erscheint und den Titel "Ein verheißenes Land" trägt, umschifft viele der Fallen auf vielen Seiten sehr erfolgreich. Das Buch lässt uns den Menschen und den Politiker Obama besser verstehen. Und mit ihm die USA und die internationale Politik.

Als Sarkozy einen Footballfan mimte

Auf knapp 1.000 Seiten erzählt Obama von seiner Kindheit, der unsteten Jugend, seinem politischen Aufstieg und der ersten von zwei Amtszeiten als Präsident. Am unterhaltsamsten ist das Buch immer dann, wenn es von den Kuriositäten der Politik hinter verschlossenen Türen berichtet.

Als es etwa um den G20-Gipfel in London 2009 geht, vergleicht Obama die Qualitäten Angela Merkels mit denen des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Zwei Politiker, die "vom Temperament her nicht unterschiedlicher hätten sein können", wie er schreibt. Obama mag die Bundeskanzlerin, das ist schon länger bekannt. Im Buch beschreibt er sie als "zuverlässig, ehrlich, intellektuell präzise und auf eine natürliche Art freundlich".

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Die Kanzlerin zeichne sich durch eine Mischung aus "organisatorischem Geschick, strategischem Scharfsinn und unerschütterlicher Geduld aus", schreibt Obama. Sarkozy eher nicht. Unterhaltungen mit ihm seien "abwechselnd amüsant oder zum Verzweifeln" gewesen. Sarkozy aber habe die vorsichtige Deutsche "häufig zum Handeln" angetrieben. Auch nicht unwichtig.

Und der Franzose hob die Laune. Zumindest Obamas Laune. Als der Gipfel ein wichtiges Abkommen zur Bekämpfung der Finanzkrise beschlossen hatte, kam Sarkozy zum US-Präsidenten und bedankte sich sehr überschwänglich, so erzählt es Obama. Geradezu historisch sei das Abkommen, lobte Sarkozy, und das dank Obama und US-Finanzminister Timothy Geithner!

"Dann fing Sarkozy an", schreibt Obama, "den Nachnamen meines Finanzministers wie ein Fan bei einem Footballspiel zu skandieren". Leute schauten sich zu ihnen um, Geithner war peinlich berührt, Obama lachte – und Merkel "beäugte Sarkozy nun wie eine Mutter ein ungezogenes Kind".

Man kann es sich lebhaft vorstellen.

Von Sarah Palin zu Donald Trump

Das Buch ist aber mehr als eine Sammlung lustiger Anekdoten aus dem politischen Alltag. Es lässt sich als Erklärung für all das lesen, was danach kam. Oder besser gesagt, wer danach kam: Donald Trump.

Obama trat in seinem ersten Wahlkampf 2008 gegen den Republikaner John McCain an. Obama beschreibt McCain als ordentlichen Kerl, auch wenn er in der Finanzkrise, die in den Wahlkampf hineingebrochen war, heillos überfordert gewesen sei.

Doch da war noch Sarah Palin. McCain wollte die damals noch relativ unbekannte Gouverneurin von Alaska zu seiner Vizepräsidentin machen. Sie sei eine "effektvolle populistische Rednerin" gewesen, schreibt Obama, habe aber von fast allen Themen "nicht die leiseste Ahnung" gehabt. Das habe die Republikaner aber nicht gestört. Im Gegenteil, wenn Palin in einem Interview versagte, "schienen sie das geradezu als einen Beweis für ein liberales Komplott anzusehen".

Klingt nur zu vertraut.

Obama schreibt über diese Zeit: "Es schien, als würden mit Palin die dunklen Gespenster, die lange an den Rändern der Republikanischen Partei ein Schattendasein gefristet hatten – Fremdenfeindlichkeit, Antiintellektualismus, paranoide Verschwörungstheorien, die Abneigung gegenüber Schwarzen und braunen Menschen –, ihren Weg in die Mitte der Partei finden."

Palins spektakulärer Aufstieg sei "eine Art Vorlage für zukünftige Politiker" gewesen, schreibt Obama. Eben auch für Donald Trump, der im Buch erst ganz spät eine Rolle spielt. Unter anderem mit der Verschwörungstheorie, Obama sei nicht in den USA geboren worden. Auch die musste Trump nicht erst erfinden.

"Nicht ganz nach Plan"

Obama erzählt die unwahrscheinliche Geschichte des auf Hawaii geborenen kleinen "Bar", der zum mächtigsten Mann der Welt wird, über weite Strecken reflektiert und selbstironisch. Nur selten wird es amerikanisch-kitschig, etwa wenn die "Blitzlichter Tausender Kameras" so waren "wie ein Spiegel der funkelnden Sterne über uns".

So wie es in jedem Buch schlechte Sätze gibt, gibt es auf 1.000 Seiten auch Passagen, die langweiliger sind als andere. Obama selbst erklärt im Vorwort, der Schreibprozess sei "nicht ganz nach Plan verlaufen", aus 500 Seiten wurden ein paar mehr.

Das merkt man an einigen Stellen. Seitenlanges Für und Wider verschiedener Größenordnungen eines Konjunkturpakets ist eher was für Spezialisten. Und wo der Leiter des demokratischen Vorwahlkampfs im Bundesstaat Iowa als Kind überall mit dem Rad herumfahren konnte, muss auch nicht unbedingt die ganze Welt wissen.

Das Gute ist: Auch in der Autobiografie des einst mächtigsten Mannes der Welt darf man Seiten überspringen.

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