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Ex-Frau von Donald Trump: So dachte Ivana Trump (✝73) über "The Donald"


Verstorbene Ex-Frau
So dachte Ivana Trump über "The Donald"

  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington

Aktualisiert am 15.07.2022Lesedauer: 5 Min.
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So war Ivana Trump: Aufnahmen zeigen die Powerfrau bei ihren öffentlichen Auftritten. (Quelle: t-online)

Das Verhältnis von Donald Trump zu seiner ersten Ehefrau Ivana war bis zum Schluss gespalten. Immer wieder äußerte sie sich kritisch zu seinem Charakter.

Eine der aussagekräftigsten Szenen zwischen Donald und Ivana Trump soll sich abgespielt haben, als die beiden schon längst geschieden waren. 1993, so schrieb es die "New York Times" damals, habe sich das ehemalige Paar geküsst und die Streitigkeiten beigelegt, die die beiden seit ihrer Scheidung im Jahr 1991 vor Gericht ausgefochten hatten. Die Trumps verließen das Gericht tatsächlich Händchen haltend, stiegen dann in eine Limousine, in der Champagner aus Kristallgläsern getrunken wurde.

Das Verhältnis zwischen Donald und seiner am Donnerstag verstorbenen ersten Ehefrau Ivana war wohl so etwas wie eine ewige Hassliebe. Das ehemalige Paar verklagte sich einerseits gegenseitig auf Millionenbeträge. Beide sahen das aber offenbar eher pragmatisch. "Wir haben eine großartige Beziehung", teilte Trump damals der Nachrichtenagentur Associated Press mit. "Wir hatten immer eine großartige Beziehung. Ich denke, heute Abend gehen wir essen oder so. Wir werden etwas Großartiges machen." Ivana reagierte prompt: "Wir können mit unserem Leben weitermachen. Es ist großartig."

Immer wieder seit der Scheidung damals hat es sich Ivana Trump in den Jahrzehnten danach nicht nehmen lassen, sich über ihren Ex-Mann und den Vater ihrer drei Kinder, Eric, Donald Trump Jr. und Ivanka, zu äußern.

Eines ihrer berühmtesten Zitate lässt sie bis heute selbstbewusst und emanzipiert wirken. Es stammt zwar aus einem Film von 1996, wird aber immer wieder mit Donald Trump und seinem Geiz in Verbindung gebracht. Bei einem kurzen Auftritt auf einer Party in "Der Club der Teufelinnen" sagt Ivana, gerichtet an die drei Hauptdarstellerinnen, sie sollten stets stark und unabhängig bleiben. "Don't get mad, get everything!" – "Werdet nicht wütend, sondern holt euch alles!"

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Ein anderer legendärer Auftritt von Ivana stammt tatsächlich aus einer Werbung für die Fastfood-Kette Pizza Hut aus dem Jahr 1995. Mit ihrem damals schon geschiedenen Ehemann Donald Trump witzelt sie darüber, dass sich die Öffentlichkeit das Maul über die beiden zerreißt. "Was werden die Leute sagen?", fragt sie. "Lass sie reden", erwidert Trump und hakt dann nach: "Ivana, es ist so falsch, oder?" Ivana antwortet: "Aber es fühlt sich so richtig an." Dann beißt Trump in ein Pizzastück, aber von hinten in die Kruste, und sagt: "Crust First!". Ob er daraus später womöglich seinen Wahlspruch "America First" ableitete, ist nicht bekannt.

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Über Trump als Vater

Im echten Leben war Ivana mit Leib und Seele Mutter und zog die drei gemeinsamen Kinder weitgehend alleine groß. "Er war ein liebevoller Vater, verstehen Sie mich nicht falsch. Er war ein guter Versorger, aber er war nicht der Vater, der einen Spaziergang machen und in den Central Park gehen oder mit ihnen Baseball spielen würde oder so", sagte sie 2017 in einem Interview. Erst als seine Kinder 18 Jahre alt waren, konnte Trump aber offenbar "mit ihnen kommunizieren, weil er da beginnen konnte, mit ihnen über Geschäfte zu sprechen", so Ivana.

Über Trump als Ehemann und sein Verhältnis zu Frauen

Angesprochen auf Trumps Verhältnis zu Frauen, sagte Ivana, sie habe von ihm alle Chancen bekommen, um sich zu beweisen. "Ich denke, dass Donald Frauen unterstützt. Er liebt Frauen. Das hat er immer getan. Er hat Frauen definitiv respektiert." Der Heiratsantrag an sie wirkte hingegen wenig respektvoll. Donald Trump habe versucht, um sie werben, indem er sie davor gewarnt habe, wie ihr Leben ohne ihn aussehen würde. Monate vor der Hochzeit soll er ihr zufolge gesagt haben: "Wenn du mich nicht heiraten willst, wirst du dein Leben ruinieren."

Im Jahr 2015 dementierte Ivana eine von "The Daily Beast" veröffentlichte Geschichte, in der berichtet worden war, dass sie Donald Trump in einer gerichtlichen Aussage aus den Neunzigerjahren der Vergewaltigung beschuldigt hatte. "Ich habe kürzlich einige Kommentare gelesen, die mir vor fast 30 Jahren in einer Zeit sehr hoher Anspannung während meiner Scheidung von Donald zugeschrieben wurden. Die Geschichte entbehrt jeder Grundlage", sagte sie damals zu CNN.

"Donald und ich sind die besten Freunde und haben zusammen drei Kinder großgezogen, die wir lieben und auf die wir sehr stolz sind. Ich habe nichts als Zuneigung für Donald übrig und wünsche ihm viel Glück bei seiner Kampagne. Außerdem denke ich, dass er einen unglaublichen Präsidenten abgeben würde."

Über Ihren Einfluss auf Trump

In einem 2017 ausgestrahlten Interview sagte Ivana Trump, dass ihr Ex-Mann ohne sie nicht derjenige wäre, der er heute ist: "Das steht fest".

Tatsächlich soll Trump seiner Ex-Frau eines seiner mächtigsten Kommunikationsinstrumente verdanken. In regelmäßigen Telefonaten habe er sich stets Rat bei ihr eingeholt. "Soll ich twittern? Soll ich nicht twittern?", erzählte sie bei "CBS". Gut möglich also, dass es einige Tweets ohne Ivana nicht gegeben hätte. Andere vielleicht hingegen schon.

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Über "The Donald"

Bis heute wird von Donald Trump vielfach nur von "The Donald" gesprochen. Tatsächlich soll das auf Ivana zurückgehen. "Wie die meisten Leute wissen, ist Englisch nicht meine Muttersprache, sondern meine vierte", verriet Ivana 2015 der "Washington Post". Als sie einst nach New York gekommen sei, habe sie die Sprache fast von Grund auf lernen müssen. "Aus irgendeinem Grund, wahrscheinlich weil ich mit meiner üblichen Turbogeschwindigkeit unterwegs war, fing ich an, 'The' vor die Namen der meisten Leute zu setzen", so Ivana.

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"Sie kennen das Ergebnis – 'The Donald' ist einfach von der Zunge gerutscht, und jetzt scheint es seinen Weg in die politischen Geschichtsbücher zu finden." Damit hat Ivana recht. Selbst Donald Trumps stärkster Konkurrent um die nächste Präsidentschaftskandidatur, Ron DeSantis, wird in Anlehnung an "The Don" von vielen Medien als "The Ron" bezeichnet.

Über Melania Trump als First Lady

Sie habe überhaupt keine Lust, mit Melania Trump den Platz zu tauschen, sagte Ivana. "Ich denke, es muss schrecklich für sie sein, in Washington zu sein." Dennoch sei es besser für Melania, als es für sie gewesen wäre. "Ich würde Washington hassen", so Ivana. Selbstbewusst behauptete sie trotzdem: "Würde ich das Weiße Haus in 14 Tagen aufräumen? Absolut. Kann ich eine Rede von 45 Minuten ohne Teleprompter halten? Absolut. Kann ich einen Vertrag lesen? Kann ich verhandeln? Kann ich unterhalten? Absolut." Dennoch wolle sie nicht dort sein. "Ich mag meine Freiheit", sagte sie.

Über Trumps Charakter

In einem Interview mit "People" sagte Ivana wenige Tage nach der Präsidentschaftswahl, die Donald Trump gegen Joe Biden verloren hatte: "Er ist kein guter Verlierer." Damit prophezeite sie, was sich seither in den USA abgespielt hatte. Auch nach dem Sturm auf das US-Kapitol will Trump bis heute nicht anerkennen, dass Biden die Wahl gewonnen hat. Stattdessen spinnt er weiter die Lüge vom massenhaften Wahlbetrug. "Er mag es nicht, zu verlieren, also wird er kämpfen und kämpfen und kämpfen", sagte Ivana.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • nytimes.com: "Chronicle" (englisch)
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