Sie sind hier: Home > Politik > Bundestagswahl 2017 und die Folgen >

Bundestagswahl: FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb

Bundestagswahl 2009  

FDP macht Merkel zur Kanzlerin von Schwarz-Gelb

27.09.2009, 21:02 Uhr | AFP, dpa, dapd, t-online.de

FDP-Chef Westerwelle und Kanzlerin Merkel in der sogenannten Elefantenrunde (Foto: dpa)FDP-Chef Westerwelle und Kanzlerin Merkel in der sogenannten Elefantenrunde (Foto: dpa)

Nach vier Jahren Großer Koalition wird Deutschland künftig von Union und FDP regiert. Dank eines sensationellen FDP-Ergebnisses bei der Bundestagswahl kann Kanzlerin Angela Merkel eine Koalition mit ihrem Wunschpartner bilden. Schwarz-Gelb kommt nach dem vorläufigen Endergebnis mit Überhangmandaten auf eine klare Mehrheit von 332 Sitzen. Rot-Rot-Grün erhält lediglich 290 Mandate. Die CDU erzielte 21 und die CSU drei Überhangmandate. Die SPD mit Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier verliert so viel wie nie zuvor eine Partei bei einer Bundestagswahl und fährt das schlechteste Ergebnis seit 1949 ein. Sie muss nach elf Jahren an der Regierung in die Opposition.

Animierte Grafik Ergebnisse im Detail

Landtagswahl So hat Brandenburg gewählt
Landtagswahl Ergebnisse in Schleswig-Holstein


Rekordergebnisse für Grüne und Linke

Die FDP unter ihrem Vorsitzenden Guido Westerwelle holt das beste Ergebnis ihrer Geschichte und kann erstmals seit 1998 wieder mitregieren. Grüne und Linke erzielen ebenfalls zweistellige Rekordergebnisse, können Schwarz-Gelb aber nicht verhindern. Die Union kann nicht von den hohen Popularitätswerten der Kanzlerin profitieren. Sie erreicht das schlechteste Ergebnis seit 60 Jahren.

SPD auf historischem Tiefstand

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die Union nach 35,2 Prozent vor vier Jahren jetzt auf 33,8 Prozent. Die SPD fällt von 34,2 Prozent auf nun 23,0. Die FDP kommt auf 14,6 (2005: 9,8 Prozent), die Linke auf 11,9 (2005: 8,7 Prozent) und die Grünen auf 10,7 Prozent (2005: 8,1 Prozent).

Wahlbeteiligung sinkt weiter

Die Wahlbeteiligung ist demnach auf den niedrigsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik gesunken. Sie liegt bei 70,8 Prozent und damit noch mal niedriger als 2005. Damals hatten 77,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben, was bis dahin bereits ein historischer Tiefstand war.

Merkel will schnell Regierung bilden

Kanzlerin Merkel kündigt eine schnelle Regierungsbildung mit der FDP an. "Ich setze auf schnelle, auf entschiedene Koalitionsverhandlungen", sagte die CDU-Chefin. "Wir haben etwas Tolles geschafft. Wir haben es geschafft, unser Wahlziel zu erreichen, eine stabile Mehrheit in Deutschland zu schaffen in einer neuen Regierung." Merkel will auch in einer schwarz-gelben Koalition auf eine sozial ausgewogene Politik setzen.

"Verluste der Union verschmerzbar"

Von überhöhten Forderungen der erstarkten Liberalen geht Merkel nicht aus. "Ich glaube, dass wir uns da auch sehr, sehr gut einigen können," sagte die CDU-Chefin. Die Verluste der Union hält Merkel für verschmerzbar. "Da finde ich, ist die Union doch in einer Art und Weise mit einem Ergebnis noch dabei, das uns sehr zufrieden stimmen kann." Sie kündigte aber eine genaue Analyse des Ergebnisses der Wahl in den kommenden Tagen an.

Westerwelle: "Wollen Deutschland mitregieren"

FDP-Chef Guido Westerwelle bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als "herausragend". Dieses bedeute aber auch Verantwortung, sagte Westerwelle. "Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren." Notwendig seien eine faires Steuersystem, bessere Bildungschancen und die Respektierung der Bürgerrechte.

Steinmeier will Oppositionsführer werden

SPD-Spitzenkandidat Steinmeier räumte eine bittere Niederlage der SPD ein. Das Ergebnis sei so, dass man nicht zur Tagesordnung übergehen könne. Zwar werde Schwarz-Gelb künftig eine Mehrheit im Bundestag haben. Die SPD werde aber eine starke Opposition sein. Steinmeier kündigt außerdem an, Oppositionsführer werden zu wollen. "Ich habe diese Verantwortung als Spitzenkandidat gern getragen, und deshalb sage ich gerade an diesem bitteren Abend: Ich werde aus der Verantwortung nicht fliehen", sagte der Kanzlerkandidat.

Seehofer: Enttäuschendes Ergebnis

CSU-Chef Horst Seehofer bezeichnet die drastischen Verluste seiner Partei als enttäuschend. "Das Abschneiden der CSU in Bayern ist nicht zufriedenstellend." Seehofer will keine personellen Konsequenzen ziehen. "Ich bin jedenfalls fest entschlossen, alles zu tun, dass wir das verlorene Vertrauen der Bevölkerung hier in Bayern so schnell wie möglich mit einer neuen Regierung in Berlin zurückerobern." Er sagte Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel zu, "dass wir sie voll unterstützen werden".

CSU-Fiasko in Bayern

Ein Jahr nach ihrem Fiasko bei der bayerischen Landtagswahl muss die CSU bei der Bundestagswahl erneut eine dramatische Niederlage hinnehmen. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommt sie auf 42,6 Prozent der Stimmen und schneidet damit so schlecht ab wie noch nie bei einer Bundestagswahl seit mehr als 50 Jahren. Zudem liegt sie sogar unter ihrem Landtagswahl-Ergebnis.

Trittin gibt SPD die Schuld

Die Grünen kündigen einen harten Oppositionskurs gegen eine schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag an. Spitzenkandidat Jürgen Trittin sagte: "Wir gehen in die Opposition. Wir werden die Schwarzen und die Gelben vor uns hertreiben." Trittin gibt indirekt der SPD die Schuld am Sieg von Schwarz-Gelb: "Wir haben grandios zugelegt, aber wir konnten nicht das ausgleichen, was andere katastrophal verloren haben."

Künast: Arbeitsauftrag

Die Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast sieht das zweistellige Ergebnis ihrer Partei bei der Bundestagswahl als "Arbeitsauftrag". Es gehe nun darum, Verbündete zu suchen, um eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zu verhindern. "Es ist das beste Ergebnis, das die Grünen jemals hatten", rief Künast den Anhängern ihrer Partei zu.

Lafontaine: Wir werden die schärfste Klinge führen

Oskar Lafontaine, der Spitzenkandidat der Linken, kündigte einen scharfen Oppositionskurs gegen die neue schwarz-gelbe Bundesregierung an: In der Konstellation von SPD, Linken und Grünen "wird es an uns sein, die schärfste Klinge zu führen", sagte Lafontaine. "Wir sind die Kraft, die gegen das System steht." Das Versagen der anderen Parteien in der Finanz- und Wirtschaftskrise habe zur Vernichtung von Millionen Arbeitsplätzen geführt. Nach dem unerwartet hohen Zuwachs bei der Bundestagswahl sei die Linke nun "etabliert". Seine Partei habe "den Auftrag, mehr Demokratie zu wagen".

Piraten durchbrechen "magische Grenze"

Ihr bislang bestes Ergebnis hat auch die Piratenpartei eingefahren. "Die Wahl hat gezeigt, dass unsere Themen wichtig sind und dass wir erfolgreich sein werden in der Zukunft", sagte Parteichef Jens Seipenbusch. Mit einem Stimmenanteil von zwei Prozent sei eine "magische Grenze" durchbrochen. In einigen Wahlbezirken seien die Piraten auf bis zu neun Prozent gekommen. Unter den Erstwählern hätten 13 Prozent ihr Kreuz bei den Piraten gemacht, berichtet Seipenbusch.



28 Parteien kämpften um die Stimmen

Um die rund 600 Sitze im 17. Deutschen Bundestag bewarben sich insgesamt mehr als 3500 Bewerber aus 28 Parteien. Rund 62,2 Millionen Bundesbürger waren aufgerufen, bis den neuen Bundestag zu wählen. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird am späten Abend erwartet.


Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Jetzt bis zu 225,- € Gutschrift: digitales Fernsehen
Hier MagentaTV sichern
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018