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Kanzlerkandidatur der SPD: Martin Schulz war der Wirbel peinlich


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Martin Schulz war der Wirbel peinlich

Von dpa, afp, cwe

21.06.2017Lesedauer: 3 Min.
Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat im Wahlkampf den Anschluss verloren.
Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat im Wahlkampf den Anschluss verloren. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)
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Nach seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten war es zeitweise ruhig geworden um Martin Schulz. Heute bedauert das der SPD-Politiker. In Umfragen sind die Sozialdemokraten weit abgeschlagen hinter der Union.

"Ich hätte durchziehen müssen", sagte er dem Magazin "stern". Schulz begründete sein Verhalten damit, dass ihm der damalige Hype um seine Person peinlich gewesen sei. "Ich habe mich damit nicht wohlgefühlt", sagte der SPD-Chef, der damals teilweise als "Gottkanzler" oder "geile Sau" bezeichnet worden war. Es sei jedoch trotzdem ein Fehler gewesen, sich deswegen zurückzunehmen.

Mit Blick auf den weiteren Wahlkampf äußerte sich Schulz gleichwohl optimistisch: "Ich sage den Satz immer noch ganz selbstbewusst: Ich will Bundeskanzler werden." Dafür werde er kämpfen. Zwar sei die SPD derzeit "noch in stürmischer See", aber "am Horizont lichten sich die Wolken."

In Umfragen auf Vor-Schulz-Niveau

In Umfragen ist die SPD inzwischen wieder weit hinter CDU/CSU zurückgefallen. Dem "Stern-RTL-Wahltrend" zufolge verliert die Partei einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche und fällt auf 23 Prozent. Damit liegt die Partei je nach Umfrageinstitut in etwa auf dem Niveau, das sie vor der Nominierung von Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat Ende Januar hatte.

CDU/CSU verbessern sich hingegen um einen Prozentpunkt auf 39 Prozent. Die Linke gewinnt zwei Prozentpunkte hinzu und wird mit 10 Prozent zweistellig. Damit wäre sie drittstärkste Kraft im Bundestag. FDP und Grüne kommen jeweils auf acht Prozent, die AfD liegt wie in den Wochen zuvor bei sieben Prozent.

Im direkten Vergleich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) muss SPD-Kanzlerkandidat Schulz der Umfrage zufolge ebenfalls zurückstecken: Wenn sie den Kanzler direkt wählen könnten, spräche sich mehr als die Hälfte (53 Prozent) für Merkel aus. Schulz fällt in der Wählergunst hingegen auf 22 Prozent und verliert im Vergleich zur Vorwoche einen weiteren Prozentpunkt.

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Jusos planen Jugendoffensive

Die Jugendorganisation der SPD will den Wahlsieg noch nicht aufgeben. Mit der Mobilisierung junger Menschen wollen die Jusos Martin Schulz zum Sieg verhelfen. "Ohne dass man junge Leute überzeugt, gewinnt man heutzutage keine Wahl mehr", sagte Juso-Chefin Johanna Uekermann bei der Vorstellung der Juso-Wahlkampagne in Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) regiere "an jungen Leuten einfach vorbei".

Der SPD-Nachwuchs knüpft in seiner eigenständigen Kampagne an die von Schulz ausgegebene Forderung nach mehr Gerechtigkeit an. Unter dem Hashtag #gerechtist wollen die Jusos vor allem im Internet zu Themen wie Europa, bezahlbarer Wohnraum und gleiche Bezahlung von Frauen und Männern Stellung beziehen.

"Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit dem Wahlprogramm", sagte Uekermann. "Wir haben alle unsere wichtigen Themen untergebracht." In einigen Punkten meldete sie mit Blick auf den Parteitag am Sonntag in Dortmund aber Änderungsbedarf an. So fordert die Juso-Chefin, die Ausnahmen beim Mindestlohn für Unter-18-Jährige abzuschaffen und die Leistungen beim Bafög zu erhöhen.

"Wir wollen das in diesem Sommer rocken"

Außerdem pocht Uekermann weiter auf die Einführung einer Vermögenssteuer, die im SPD-Steuerkonzept nicht enthalten ist. "Dafür werde ich auch in der Vorstandssitzung am Samstag noch einmal werben", sagte sie am Rande der Kampagnenvorstellung.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil verwies bei der Veranstaltung auf die vielen Partei-Neueintritte von jungen Leuten seit der Nominierung von Schulz. Er sei "stolz", dass tausende junge Menschen bereit seien zu sagen: "Wir wollen das in diesem Sommer rocken" - "Umfragen hin oder her".

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