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Klima-Oma konfrontiert Politiker: "Sagen Sie uns endlich die Wahrheit"

ProSieben-Wahlsendung  

Klima-Oma konfrontiert Politiker: "Sagen Sie uns endlich die Wahrheit"

23.09.2021, 09:08 Uhr | t-online

Klima-Oma konfrontiert Politiker: "Sagen Sie uns endlich die Wahrheit". Die Leipzigerin Cordula Weimann (Archivfoto): Sie gründete die "Omas for Future" und konfrontierte vier Tage vor der Wahl Politiker mit ihrem Anliegen.  (Quelle: imago images/Sebastian Lutz)

Die Leipzigerin Cordula Weimann (Archivfoto): Sie gründete die "Omas for Future" und konfrontierte vier Tage vor der Wahl Politiker mit ihrem Anliegen. (Quelle: Sebastian Lutz/imago images)

Bei einer Wahlsendung sitzen Politiker im Publikum – und werden von Bürgern mit ihren Anliegen konfrontiert. Die Gründerin von "Omas for Future" nutzt die Gelegenheit für einen leidenschaftlichen Appell. 

In einer TV-Show vier Tage vor der Bundestagswahl konfrontierte die Gründerin der "Omas for Future", Cordula Weimann, Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien mit ihrem Anliegen: dem Klima. "Sagen Sie uns endlich die Wahrheit", forderte die 62-Jährige. Während der Corona-Pandemie habe die Politik bewiesen, dass sie auf Wissenschaft gestützt Politik machen könne – dies sei auch in der Klimakrise notwendig, stattdessen zählten zu häufig Lobbyinteressen.

Bei der dritten "Bundestagswahl-Show" des privaten Senders ProSieben waren insgesamt zwölf Politiker geladen. Je zwei Vertreter von Union, SPD, Grünen, FDP, AFD und der Linkspartei – diese nahmen im Publikum Platz. Auf der Bühne standen Bürger, die die Politiker mit ihren unterschiedlichen Anliegen konfrontierten – Wohnungslosigkeit, Flucht und Klimakrise. 

Wer ist die Oma, die so leidenschaftlich für den Klimaschutz eintritt?

Die 62-jährige Unternehmerin Weimann stammt aus Leipzig. Sie nannte zwei Schlüsselerlebnisse für ihr Klima-Engagement: Zum einen habe sie eine Grafik gesehen, die zeige, wie die Klimaerwärmung exponentiell zugenommen habe. Da habe sie gedacht: "Verdammte Hacke, es ist wirklich schon zehn nach zwölf". Auch der Moment, als sie ihrem Enkel das Radfahren beibrachte, wog schwer. Auf einmal sei es ihr komisch vorgekommen, ihren Enkel auf eine Zukunft vorzubereiten, die er gar nicht habe, wenn die Politik nicht schnell die Weichen stelle und die Gesellschaft ihr Verhalten ändere. "Das ging mir durch Mark und Bein", so Weimann.

Sie entschloss sich, die "Omas for Future" zu gründen. Auf den Namen kam sie nach eigener Aussage durch ein Schild, das bei einer der ersten "Fridays for Future"-Demos hochgehalten wurde. Nach und nach wuchs die Bewegung. Heute zählt sie mehr als 40 Regionalgruppen, davon sogar einige in Ungarn und Österreich. Weimann konnte schon den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer treffen, sie kooperiert mit der Stadt Leipzig und informiert darüber, wie jeder einzelne etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann. Unter dem Namen "Zukunft jetzt – Klima-Impulse für den Alltag" hat sie ihren eigenen Podcast.

Gerade bei der älteren Generation sieht Weimann Potenzial. Sie müsse sich einfach nur auf ihre Kindheit zurückbesinnen: "Da nannte man das, was man heute nachhaltig wirtschaften nennt, sparsam haushalten."

"Ich lebe jetzt von der Hoffnung"

Von den Politikern in der Wahl-Runde bei ProSieben ließ sie sich dann auch nicht so einfach etwas sagen. Die junge Klima-Politikerin Wiebke Winter von der CDU erklärte, wir haben "jetzt genau zwei Jahre Zeit", um die notwendigen Klima-Maßnahmen zu ergreifen. "Diese Erkenntnis hatte Merkel schon 2006", erwiderte die Klima-Oma prompt. Wäre damals gehandelt worden, müsse sie jetzt nicht dort auf der Bühne stehen. Winter erwiderte: "Dafür möchte ich genau jetzt die Verantwortung nehmen. Deshalb habe ich die Klima-Union gegründet." Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sagte, dass die Verantwortung nun darin liege, die Industrie möglichst schnell klimafreundlich umzubauen. 

Der Moderator wollte es dann aber doch noch mal genauer wissen: "Warum wurde das über die letzten Jahre so verschlafen?", hakte er nach. Amira Mohamed Ali, Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, führte dies in ihrer Antwort auf den Lobbyismus zurück. Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang fügte hinzu, die Bevölkerung sei, was das Klima angehe, in vielen Punkten weiter als die aktuelle Regierung. 

Wie es ihr mit diesen Antworten gehe, wollte der Moderator von Weimann wissen. "Ich habe ehrlich gesagt ein bisschen das Vertrauen verloren, ich lebe jetzt von der Hoffnung", war das Abschluss-Statement der Klima-Oma. 

Verwendete Quellen:

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