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Landtagswahl in Bayern: Welchen Einfluss die Asylfrage hatte

Landtagswahl in Bayern  

Welchen Einfluss die Asylfrage auf die Wahl hatte

14.10.2018, 22:42 Uhr | dru, t-online.de

Landtagswahl in Bayern: Grüne jubeln, Söder will Koalition mit den Freien Wählern (Screenshot: Reuters)
Grüne jubeln, Söder will mit Freien Wählern koalieren

Die Grünen haben bei der Landtagswahl in Bayern fast 10 Prozent zugelegt.

Landtagswahl in Bayern: Die Grünen jubeln, Ministerpräsident Söder will mit den Freien Wählern koalieren. (Quelle: Reuters)


Nach der Landtagswahl beginnt die Zeit der Analyse. Warum hat die CSU so deutlich verloren? Wo haben die Grünen gewonnen? Gründe für das Wahlbeben im Freistaat.

Die Landtagswahl in Bayern ordnet die politische Landkarte im Freistaat neu. Die CSU rauscht ab und muss sich einen Koalitionspartner suchen. Die Grünen hingegen verdoppeln ihre Sitze im Landtag und sind so stark wie nie. Was sind Gründe für diesen Stimmungsumschwung?

Die CSU hoffte im Wahlkampf mit Härte beim Thema Asyl Wähler von der AfD zurückzuhohlen. Sie ließ im Streit über die Flüchtlingsfrage fast die Koalition in Berlin zerbrechen. Zahlen von Infratest dimap zufolge hat sich  die CSU damit gehörig verkalkuliert.

"Erstaunlich, welche Lesart sich durchgesetzt hat": Es gibt einen Grund dafür, dass die CSU nicht geschockt auf das desaströse Wahl-Ergebnis bei der bayerischen Landtagswahl reagiert hat. (Quelle: t-online.de)

Die Asyl- und Flüchtlingspolitik kam der Erhebung zufolge nur an vierter Stelle der wahlentscheidenden Themen. Weitaus wichtiger bewerteten die Wähler unter anderem die Schul- und Bildungspolitik, die mit 52 Prozent das wichtigste Thema war. Noch 37 Prozent der Wähler sprachen der CSU in diesem Feld Kompetenz zu – sieben Prozent weniger als vor fünf Jahren. Allerdings büßte auch die SPD hier deutlich ein – minus sechs Prozent.

Ebenfalls sehr wichtig war den Wählern die Frage nach Schaffung von bezahlbarem Wohnraum (51 Prozent), gefolgt von der Umwelt- und Klimapolitik (49 Prozent) – das Hauptthema der Grünen. Erst danach kam mit 33 Prozent das Thema Asyl. Folglich hielten es 57 Prozent der Befragten für falsch, dass sich Innenminister Horst Seehofer in der Asylfrage so klar gegen Kanzlerin Angela Merkel gestellt hat. Bei den CSU-Wählern sahen das immerhin noch 41 Prozent so, 56 hielten es für richtig.

Söder fehlt es an Glaubwürdigkeit

Ein weiterer Grund für das schwache Abschneiden der CSU dürften die schlechten Noten für Ministerpräsident Markus Söder sein. Nur 49 Prozent der Bürger in Bayern halten ihn für einen guten Landesvater. Söder liegt damit weit hinter Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident in Baden-Württemberg, der mit 89 Prozent den höchsten Wert erreicht. Selbst die abgewählte Hannelore Kraft (SPD) aus Nordrhein-Westfalen schneidet besser ab. 59 Prozent bewerten ihre Arbeit rückblickend als gut.

Offenbar sprechen viele Wähler Söder die persönliche Eignung für das Amt ab. Nur 37 Prozent der Befragten halten den CSU-Politiker für ehrlich, 47 Prozent tun das nicht. 50 Prozent finden ihn unglaubwürdig, ebenso viele unsympathisch. Punkten kann der Regierungschef bei Bürgernähe und Führungsstärke, die ihm 56 bzw. 71 Prozent attestieren.


Die Hauptschuld am Zustand der CSU geben die Bayern allerdings einem anderen. Nach Ansicht einer großen Mehrheit (66 Prozent) ist Parteichef und Bundesinnenminister Horst Seehofer hauptverantwortlich für die Lage seiner Partei. Für 36 Prozent ist es Söder, für 33 Prozent Kanzlerin Merkel und für 31 Prozent CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Hier waren Mehrfachnennungen möglich.

In dieser Gruppe sind die Grünen stärkste Partei

Die CSU bleibt bei Wählern mit einfacher Bildung in Bayern klar die Nummer eins. In dieser Gruppe gaben 42 Prozent den Christsozialen ihre Stimme, mehr als die Partei also insgesamt bekam. Vor fünf Jahren war der Wert allerdings noch um 15 Prozentpunkte größer. Bei den Wählern mit hoher Bildung sackte die CSU deutlich von 37 auf 28 Prozent ab.

In beiden Gruppen legten die Grünen massiv zu: Bei Wählern mit einfacher Bildung von drei auf acht Prozent, bei jenen mit hoher Bildung von 15 auf 29 Prozent – der höchste Wert aller Parteien im Freistaat.

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