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Bei Markus Lanz (ZDF) – Helge Braun: "Wo Virus Chance bekommt, schlägt es zu"

Kanzleramtschef zu Corona-Ausbrüchen  

"Wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es wieder zu"

25.06.2020, 11:13 Uhr | dpa

Bei Markus Lanz (ZDF) – Helge Braun: "Wo Virus Chance bekommt, schlägt es zu". Helge Braun: Der Kanzleramtsminister warnt davor, zu sorglos mit der Corona-Pandemie umzugehen. (Quelle: imago images/Christian Spicker)

Helge Braun: Der Kanzleramtsminister warnt davor, zu sorglos mit der Corona-Pandemie umzugehen. (Quelle: Christian Spicker/imago images)

Die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Gütersloh nimmt Kanzleramtschef Helge Braun zum Anlass, eine Warnung auszusprechen. Auch Gesundheitsminister Spahn äußert sich dazu.

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun vor Sorglosigkeit im Umgang mit der Pandemie gewarnt. "Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Jeden lokalen Ausbruch schnell beantworten"

"Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind", betonte Braun. Deshalb sei die Aufgabe jetzt, "jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden".

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei". Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte "RTL Aktuell" unter Verweis auf Ausbrüche in Gütersloh, Göttingen und Berlin, man sehe: "Dort, wo man es dem Virus zu leicht macht, wo einige sorglos sind, wo Abstände, Hygiene nicht eingehalten wird, da verbreitet sich das Virus wieder ziemlich schnell." Es sei wichtig, "dass wir uns das alle bewusst machen: Auch im Sommer, das Virus ist noch da".

Mit Corona-Massentests in beiden Kreisen will die Landesregierung nun bis Ende der Woche Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus erhalten. Von 2.000 aktuell durchgeführten Corona-Tests im Kreis Gütersloh ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Braun bewertet Entscheidung zum Lockdown in Gütersloh

Die nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in zwei Kreisen Nordrhein-Westfalens verhängten regionalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens begrüßte Kanzleramtschef Braun. Diese Entscheidung zu einem Lockdown, um die Situation zu beruhigen und um die Zeit zu haben, "uns wirklich ein Bild zu verschaffen", sei ganz wichtig und ein "sehr verantwortungsvolles Vorgehen".

Mehr als 1.550 Beschäftigte des Schlachtbetriebs im westfälischen Rheda-Wiedenbrück hatten sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Behörden hatten daraufhin im Kreis Gütersloh und im Nachbarkreis Warendorf das öffentliche Leben massiv eingeschränkt. Betroffen sind rund 640.000 Menschen.

Lauterbach: Regionale Beschränkungen zu spät gekommen

Nach Auffassung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die neuen regionalen Corona-Beschränkungen zu spät gekommen. "Der Lockdown ist eine notwendige Maßnahme. Sie kommt allerdings spät. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass nicht nur Tönnies-Mitarbeiter und ihre Familien infiziert sind", sagte der Politiker der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ). "Wir müssen verhindern, dass sich die Pandemie wieder ausweitet, vor allem alles dafür tun, dass sich das Virus nicht wieder deutschlandweit verbreitet."

Im Kampf gegen den Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hilft der Bund mit Nachschub an Schutzausrüstung. Nach einer entsprechenden Bitte des dortigen Lagezentrums sollen 20.000 Masken, 10.000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1.000 Schutzbrillen und 200 Liter Desinfektionsmittel geliefert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr. Damit sollen 90 Einsatzkräfte für drei Wochen ausgestattet werden können. Das Material sollte noch am Mittwoch versandt werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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