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Fast 80.000 Todesfälle: Politiker rufen zu Gedenken für Corona-Opfer auf

#lichtfenster  

Ministerpräsidenten rufen zu Gedenken für Corona-Opfer auf

16.04.2021, 14:13 Uhr | dpa

Fast 80.000 Todesfälle: Politiker rufen zu Gedenken für Corona-Opfer auf. Menschen halten Kerzen in der Hand (Symbolbild): Von Freitag bis Sonntag soll den fast 80.000 Corona-Toten in Deutschland gedacht werden. (Quelle: imago images/AFLO)

Menschen halten Kerzen in der Hand (Symbolbild): Von Freitag bis Sonntag soll den fast 80.000 Corona-Toten in Deutschland gedacht werden. (Quelle: AFLO/imago images)

In Deutschland starben bislang 79.628 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Nun wollen die Ministerpräsidenten und Länderchefs den Opfern der Pandemie gedenken.

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer haben ihre Bürgerinnen und Bürger zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie aufgerufen. Sie appellierten am Freitag gemeinsam an die Menschen, zum Gedenken am Freitag, Samstag und Sonntag abends jeweils Kerzen in die Fenster zu stellen und sich damit an der Aktion "#lichtfenster" von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu beteiligen.

Auf Initiative von Steinmeier wird es zudem an diesem Sonntag eine zentrale Gedenkveranstaltung für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie und ihre Hinterbliebenen in Berlin geben. Daran werden die Spitzen der fünf Verfassungsorgane und fünf Bürger teilnehmen, die in der Pandemie Angehörige verloren haben.

So positionieren sich die Länderchefs:

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte mit: "Durch die Corona-Pandemie erlebt unser Land, erlebt auch Berlin, eine Zäsur. Diese ist auch so existenziell, weil sie jeden und jede von uns betrifft und sie mit so viel Leid, mit so vielen traurigen persönlichen Schicksalen verbunden ist."

"Die Corona-Pandemie hat unvorstellbar großes Leid über unser Land gebracht und viele Menschenleben gekostet", erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dazu. "Hinter jedem einzelnen Verstorbenen stehen Familien, Freunde und Angehörige, denen unser Mitgefühl gilt." Das Andenken an die Verstorbenen müsse jedem bewusst machen, welche tödliche Kraft in dem Virus stecke. Daher seien weiter Vorsicht, Vernunft und Augenmaß nötig, um das Leben und die Gesundheit von Menschen zu schützen. "Wir alle, jeder einzelne von uns, haben es in der Hand, die Ausbreitung des Virus zu bremsen", betonte Woidke.

"Wir trauern um die Opfer der Pandemie, die zum Teil einsam sterben mussten, und denken dabei auch an das Leid ihrer Angehörigen, denen es nicht möglich war, ihre Liebsten auf ihrem letzten Weg zu begleiten", teilte  rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mit. "Wir wollen als Gemeinschaft deutlich machen, dass wir mit ihnen fühlen und in Gedanken bei ihnen sind. Die Corona-Pandemie ist für uns alle eine schwere, dunkle Zeit." Eine Kerze am Fenster solle Licht und Zuversicht geben und Mitgefühl zum Ausdruck bringen.

Malu Dreyer: "Die Corona-Pandemie ist für uns alle eine schwere, dunkle Zeit." (Quelle: imago images/Political-Moments)Malu Dreyer: "Die Corona-Pandemie ist für uns alle eine schwere, dunkle Zeit." (Quelle: Political-Moments/imago images)

Das Virus habe viele Opfer gefordert, teilte Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlands, mit. "Mein Gedenken gilt allen Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind und mein Mitgefühl ihren Angehörigen, die sich aufgrund der Maßnahmen und Einschränkungen nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen von ihnen verabschieden konnten." Es sei wichtig, sich Zeit zu nehmen, innezuhalten und Trauer zuzulassen. "Gleichzeitig sollten wir aber auch an all diejenigen denken, die in den letzten Monaten Unglaubliches geleistet haben, um Menschenleben zu retten", teilte Hans weiter mit. "Ihnen gehört mein aufrichtiger Dank und meine Anerkennung."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ruft die Bürger zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie auf. "Wir gedenken an diesem Wochenende der vielen Menschen, die in Deutschland an den Folgen des Corona-Virus gestorben sind", erklärte Haseloff am Freitag. "Das öffentliche Gedenken ist wichtig. Denn für die Pandemie ist oft der einsame Tod und die Trauerfeier im kleinsten Familien- und Freundeskreis charakteristisch. Diese Trauer bleibt meist unsichtbar."

Reiner Haseloff: "Diese Trauer bleibt meist unsichtbar." (Quelle: imago images/ Christian Schroedter)Reiner Haseloff: "Diese Trauer bleibt meist unsichtbar." (Quelle: Christian Schroedter/imago images)

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Menschen in Thüringen aufgerufen, sich an dem bundesweiten Gedenken für die Todesopfer der Corona-Pandemie zu beteiligen. "Ich unterstütze diese Aktion ausdrücklich und bitte jeden und jede in sich zu gehen und ein symbolisches Zeichen der Anteilnahme zu senden", erklärte Ramelow am Freitag. Bundesweit sind die Menschen aufgerufen, an den Abenden von Freitag bis Sonntag als Zeichen der Erinnerung an die Corona-Toten brennende Kerzen in die Fenster zu stellen. In Berlin wird am Sonntag auf Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine zentrale Gedenkfeier für die Todesopfer der Pandemie abgehalten.

Er verspüre angesichts der Verstorbenen eine große Betroffenheit und tiefe Trauer, so Ramelow. Das Leid jener Menschen, die wegen des Corona-Virus geliebte Menschen verloren hätten, sei unvorstellbar, erklärte er an die Adresse von Corona-Leugnern und Kritikern der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Allein in Thüringen sind inzwischen mehr als 3.600 mit dem Corona-Virus infizierte Menschen gestorben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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