• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Biontech ist knapp, aber der Bundestag kriegt 10.000 Dosen


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextG├╝nther bleibt Ministerpr├ĄsidentSymbolbild f├╝r ein VideoScholz erntet Shitstorm nach PKSymbolbild f├╝r einen TextRangnick ├Ąu├čert sich zu Martin HintereggerSymbolbild f├╝r ein VideoBis zu 50 Liter Regen pro QuadratmeterSymbolbild f├╝r einen TextPolizei fahndet mit Bild nach Sex-T├ĄterSymbolbild f├╝r einen TextBVB entfernt Metzelder-AndenkenSymbolbild f├╝r einen TextBusunfall: Fahrer stirbtSymbolbild f├╝r einen TextBahn tritt Airline-B├╝ndnis beiSymbolbild f├╝r einen TextDas ist Deutschlands bester ClubSymbolbild f├╝r einen TextErster Trailer von Kultspiel-FortsetzungSymbolbild f├╝r einen TextUrlauber ertrinkt in KiesseeSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserBoris Becker verklagt Oliver PocherSymbolbild f├╝r einen TextSchlechtes H├Âren erh├Âht das Demenzrisiko

Nach Rationierung: Bundestag erhielt 10.000 Biontech-Dosen

Von Daniel M├╝tzel, Nora Schiemann

Aktualisiert am 24.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Er├Âffnung einer neuen Produktionsst├Ątte f├╝r den Biontech-Impfstoff: Warum orderte seine Beh├Ârde Tausende Dosen f├╝r den Bundestag, obwohl das Mittel absehbar knapp wurde?
Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Er├Âffnung einer neuen Produktionsst├Ątte f├╝r den Biontech-Impfstoff: Warum orderte seine Beh├Ârde Tausende Dosen f├╝r den Bundestag, obwohl das Mittel absehbar knapp wurde? (Quelle: photothek/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Als B├╝rger kommt man derzeit nur mit Gl├╝ck an eine Impfung mit dem Biontech-Vakzin. Der Bundestag hingegen boostert ausschlie├člich mit dem knappen Impfstoff. ├ärztevertreter sind emp├Ârt.

Lange Schlangen vor Impfzentren, kaum freie Impftermine, eine Impfstoffversorgung, die auf Kante gen├Ąht ist: Die Booster-Kampagne ger├Ąt kurz vor Weihnachten massiv ins Stocken. Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnte k├╝rzlich vor einem Impfstoffmangel im ersten Quartal 2022, auch wenn er damit erst mal f├╝r Verwirrung sorgte, weil unklar blieb, wie viel am Ende wirklich fehlt.


Corona-Sp├Ątfolgen: Diese Beschwerden treten h├Ąufig auf

Auch nach ├╝berstandener Corona-Infektion berichten einige Betroffene ├╝ber Sp├Ątfolgen. Mediziner sprechen bei diesen Auff├Ąlligkeiten vom Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom. Ein ├ťberblick ├╝ber m├Âgliche Symptome.
Kopfschmerzen: Oft wird auch von Kopfweh und Migr├Ąneattacken nach Covid-19 berichtet.
+4

Wie gro├č auch immer Lauterbachs L├╝cke im kommenden Januar sein wird ÔÇô seine Ank├╝ndigung heizte die Sorgen von ├ärzten und Impflingen an, dass vor allem der begehrte Biontech-Impfstoff noch knapper werden k├Ânnte. Denn schon jetzt klagen Hausarztpraxen ├╝ber eine Biontech-Mangelversorgung, seit Lauterbachs Vorg├Ąnger Jens Spahn (CDU) Ende November die Lieferungen streng rationiert hatte. ├ťber 30-J├Ąhrige bekommen derzeit h├Ąufig nur einen Impftermin mit dem Moderna-Vakzin, das in puncto Wirksamkeit und Sicherheit dem Biontech-Mittel zwar in nichts nachsteht, aber unter Akzeptanzproblemen leidet.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
BBC-Moderatorin Deborah James ist tot
Deborah James: Die krebskranke Moderatorin verabschiedete sich in einem emotionalen Post von ihren Fans.


"Uns war es egal, was wir bekommen"

Eine Institution muss sich um solche Probleme nicht scheren: Der Bundestag hat sich fr├╝hzeitig mit Biontech-Impfstoff eingedeckt und boostert seine Mitarbeiter ausschlie├člich mit dem begehrten mRNA-Vakzin des Mainzer Biotechnologieunternehmens. Das ergab eine Anfrage von t-online an die Bundestagsverwaltung.

Loading...
Symbolbild f├╝r eingebettete Inhalte

Embed

Demnach habe man bereits Anfang Juli das Bundesgesundheitsministerium gebeten, die erforderliche Zahl an Impfdosen f├╝r die Auffrischungsimpfungen im Bundestag zu bestellen. Der zu impfende Personenkreis umfasse die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter sowie die Angestellten der Verwaltung und der Fraktionen. Ein Sprecher betont auf telefonische Nachfrage, bei der Booster-Bestellung sei vonseiten der Bundestagsverwaltung "keine Festlegung hinsichtlich des Impfstoffs" erfolgt. "Uns war es egal, was wir bekommen."

10.000 Biontech-Dosen f├╝r den Bundestag

Und doch sorgte das Bundesgesundheitsministerium offenbar daf├╝r, dass das Hohe Haus ausschlie├člich mit Biontech-Impfstoff beliefert wird. Ende Oktober machte die Bundeswehrkrankenhausapotheke Berlin der Parlaments├Ąrztin des Bundestags ein Angebot ├╝ber 10.000 Biontech-Dosen, so die Bundestagsverwaltung gegen├╝ber t-online. Vier Wochen sp├Ąter traf die erste Teillieferung im Bundestag ein, Anfang Dezember begann die Impfaktion. Alles sei "in Absprache mit dem Bundesgesundheitsministerium" geschehen.

Auch die Bundeswehr best├Ątigt auf Anfrage, nur den Impfstoff zu liefern, der vom Ministerium bestellt wurde. "Das Bundesgesundheitsministerium steuert, wir sind nur Dienstleister", hei├čt es beim zust├Ąndigen Presse- und Informationszentrum des Sanit├Ątsdienstes der Bundeswehr in Koblenz. Man w├╝rde sich nicht "anma├čen", selbst den Impfstoff festzulegen oder die Bestellung zu ├Ąndern, so ein Sprecher auf t-online-Anfrage.

Aufschrei in der Ärzteschaft

Beim Bundesgesundheitsministerium gibt man sich defensiv. Auf mehrfache telefonische und schriftliche Nachfrage ├Ąu├čert sich ein Sprecher, der schon unter Spahn im Presseteam arbeitete, ausweichend.

Auf die Frage, warum das Ministerium angesichts bekannter Versorgungsl├╝cken dem Bundestag gerade den knappen und begehrten Biontech-Impfstoff zugesteht, hei├čt es, es gebe keine "wie auch immer geartete Verf├╝gung", die eine Impfung von Bundestagsabgeordneten ausschlie├člich mit Biontech vorsehe. Die Nachfrage, warum sein Ministerium dem Bundestag dann trotzdem ausschlie├člich Biontech f├╝r den Booster vermittelt habe, l├Ąsst der Sprecher unbeantwortet.

Loading...
Symbolbild f├╝r eingebettete Inhalte

Embed

Denn der Zeitpunkt der Bundestags-Lieferung hinterl├Ąsst durchaus einen faden Beigeschmack: Eine Woche zuvor hatte Spahn die Begrenzung der Biontech-Lieferungen angek├╝ndigt. Am 19. November schrieb Spahns Staatssekret├Ąr Thomas Steffen an die L├Ąnder, dass k├╝nftig nur noch 30 Biontech-Dosen pro Impfarzt und Woche zur Verf├╝gung st├╝nden. Der Aufschrei in der ├ärzteschaft wurde noch lauter, als Spahn seine Begr├╝ndung hinterherschickte: Zun├Ąchst hie├č es, man wolle mit der Begrenzung bald verfallende Moderna-Impfdosen retten. Wenig sp├Ąter legte er den eigentlichen Grund offen: die knappen Vorr├Ąte an Biontech-Impfstoff.

Spahn und die Seinen sind versorgt

Dass eine Woche nach Spahns Mangelerkl├Ąrung die Bundeswehrkrankenhausapotheke Berlin 10.000 Dosen des Biontech-Impfstoffs an den Bundestag ausliefert, wirft ein zweifelhaftes Licht auf Spahns Endphase an der Spitze der deutschen Impfkampagne. F├╝r die B├╝rger wird der begehrte Impfstoff rationiert, aber f├╝r sich und seine Parlamentskollegen hat Spahn ausreichend vorgesorgt?

Politisch h├Ątte der CDU-Politiker ein Signal setzen k├Ânnen, wie damals Altkanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich f├╝r ihre Erstimpfung das Astrazeneca-Vakzin spritzen lie├č, das damals drohte zum Ladenh├╝ter zu werden. Analog dazu h├Ątte Spahn das Image des Moderna-Vakzins aufbessern k├Ânnen, indem er die h├Âchste parlamentarische Vertretung des Landes mit ebenjenem Impfstoff beliefert.

Impflinge bevorzugen Biontech

Doch es kam anders. Stattdessen sorgt die Biontech-Limitierung bei Haus├Ąrzten und Patienten weiter f├╝r Verstimmungen. Es herrsche eine "massive Ver├Ąrgerung" in den Arztpraxen, den "Eckpfeilern der Impfkampagne", so die Kassen├Ąrztliche Vereinigung Niedersachsen auf Anfrage. "F├╝r die kommenden Wochen hat das Bundesgesundheitsministerium gerade einmal 30 Dosen pro Impfarzt zugestanden. Das ist viel zu wenig, um den Bedarf zu decken."

Zwar h├Ątten die ├ärzte eine Bestelloption auf mehr Moderna-Impfstoff, doch "viele Patienten bevorzugen Biontech". Das Biontech-Privileg im Bundestag will der Verband nicht kommentieren. Fest stehe aber, dass ├ärzte nun zus├Ątzliche Aufkl├Ąrungsarbeit leisten m├╝ssten, um das Vertrauen in den Moderna-Impfstoff zu erh├Âhen.

"Ein einziges Kommunikationsdesaster"

Klaus Heckemann, der Vorstandsvorsitzende der Kassen├Ąrztlichen Vereinigung Sachsen, wird deutlicher: Die Biontech-Bevorzugung des Bundestags sende ein "falsches Signal", denn die Akzeptanzprobleme des Moderna-Impfstoffs seien bekannt. Eine Auffrischungsimpfung mit Moderna w├Ąre hingegen eine "starke Botschaft" gewesen, die auch zu einer Entlastung in den Praxen h├Ątte f├╝hren k├Ânnen.

Denn seit der Biontech-Rationierung versch├Ąrften sich die Konflikte um den knappen Impfstoff. Heckemann, der als Impfarzt gewisserma├čen an der vordersten Front der Impfkampagne operiert, berichtet von einem einschl├Ągigen Erlebnis in seiner Dresdner Praxis. "Ich hatte am vergangenen Wochenende einen 84-j├Ąhrigen Patienten, dem ich nur den Moderna-Impfstoff anbieten konnte. Seine Antwort war nur: 'Den verfallenen Dreck nehm' ich nicht.' Was Spahn angerichtet hat, ist ein einziges Kommunikationsdesaster."

Er unterstelle den politischen Verantwortlichen jedoch keine b├Âse Absicht: "Das ist Inkompetenz." Die Politik sei mittlerweile so weit von den Menschen entfernt, "ich bin entsetzt, wie man mit den niedergelassenen ├ärzten umspringt." Auch gerade angek├╝ndigte Biontech-Nachlieferungen gingen ausschlie├člich an die Impfzentren, die Haus├Ąrzte h├Ątten das Nachsehen. Doch das Bundesgesundheitsministerium gelte mittlerweile als "heilige Institution", die "unanfechtbar" sei. "Die Fehler m├╝ssen am Ende wir ├ärzte ausbaden."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Johannes Bebermeier
  • Tim Kummert
Von Johannes Bebermeier, Tim Kummert
  • Josephin Hartwig
Ein Kommentar von Josephin Hartwig
BundestagCDUImpfstoffJens SpahnKarl LauterbachSPDWeihnachten
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website