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Omikron: Kommt die k├╝rzere Quarant├Ąne?

Von dpa
Aktualisiert am 03.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland rasant aus.
Die Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland rasant aus. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild./dpa)
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Berlin (dpa) - Unter dem Druck einer wachsenden Omikron-Welle in Deutschland wollen Bund und L├Ąnder ├╝ber eine Verk├╝rzung von Quarant├Ąnezeiten und Kontaktbeschr├Ąnkungen beraten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer schnellen Entscheidung ├╝ber eine Verk├╝rzung der Quarant├Ąnefristen.

Sollte kritische Infrastruktur zur Versorgung der Bev├Âlkerung aufgrund von Quarant├Ąne an die Grenzen geraten, k├Ânnten verk├╝rzte Quarant├Ąnezeiten erforderlich sein, sagte ein Sprecher seines Ministeriums. Morgen soll der Expertenrat der Bundesregierung die Lage in einer Videokonferenz beraten.

Bis zu den n├Ąchsten Bund-L├Ąnder-Beratungen auf Spitzenebene am Freitag soll es auch mehr Klarheit ├╝ber die Verbreitung der Corona-Variante Omikron und das Ausma├č der Welle geben. Wegen der Feiertage waren die offiziellen Daten weiter l├╝ckenhaft.

Offiziell gab es zum Wochenstart 232,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tagen. Somit stieg die Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) am f├╝nften Tag in Folge an. Binnen eines Tages gab es 18.518 Corona-Neuinfektionen und 68 Todesf├Ąlle. Lauterbachs Sprecher bekr├Ąftigte, dass die Zahlen tats├Ąchlich etwa zwei bis drei Mal h├Âher ausfallen d├╝rften. Bis Ende der Woche werde es "sehr valide Zahlen" geben. Lauterbach sagte am Sonntagabend bei RTL/ntv: "Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht gesch├╝tzt. Daher mache ich mir da gro├če Sorgen."

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Neue Corona-Beschl├╝sse geplant

Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu gro├č werde, werde es bei der Bund-L├Ąnder-Runde "auf jeden Fall neue Beschl├╝sse geben", sagte Lauterbach. Dabei gehe es um eine ├änderung bei der Quarant├Ąne, aber zum Beispiel auch um die Frage, welche Kontaktbeschr├Ąnkungen angemessen seien. Regierungssprecher Steffen Hebestreit nannte als Reihenfolge der Beratungen: Expertenrat, Staats- und Senatskanzleichefs, Regierungschefs - dann werde klar, "ob und wenn ja wann und was zu tun ist". Der Vorsitzende der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik W├╝st (CDU), sagte in der ARD, bei der Ministerpr├Ąsidentenkonferenz werde unter anderem ├╝ber die Fortsetzung der Booster-Kampagne gesprochen sowie ├╝ber Daseinsvorsorge und Quarant├Ąne-Regelungen.

In seiner ersten Stellungnahme hatte der Expertenrat mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Weihnachten vor einer "explosionsartigen Verbreitung" von Omikron und "hohen Risiken f├╝r die kritischen Infrastruktur" gewarnt. Gemeint sind unter anderem Krankenh├Ąuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung. Ob das Gremium erneut eine Stellungnahme abgebe, sei unklar, sagte Hebestreit. Der Rat - unter anderem mit dem Berliner Virologen Christian Drosten und seinem Bonner Kollegen Hendrik Streeck - solle offen diskutieren und tage vertraulich.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) forderte die erneute Feststellung der epidemischen Lage nationaler Tragweite. Die Ampelkoalition hatte die Notlage als eine ihrer ersten Entscheidungen ├╝berhaupt auslaufen lassen. "Wir brauchen alle rechtlichen Mittel, die uns die Bundesgesetzgebung an die Hand gibt, um vor Ort und regional so reagieren zu k├Ânnen, wie wir das f├╝r richtig erachten", sagte Drese auf NDR Info. Zuvor hatten etwa schon Schleswig-Holstein und Baden-W├╝rttemberg die R├╝ckkehr zu dieser Rechtsbasis verlangt.

Verk├╝rzte Quarant├Ąne

Heute gilt grunds├Ątzlich: Bei engem Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person soll man f├╝r zehn Tage in h├Ąusliche Quarant├Ąne. Diese kann mit einem negativen Antigen-Schnelltest auf sieben Tage verk├╝rzt werden, mit einem negativen PCR-Test auf f├╝nf Tage. Die Entscheidung ├╝ber die Quarant├Ąne liegt beim zust├Ąndigen Gesundheitsamt. Wenn das ├╝berlastet ist und sich zun├Ąchst nicht damit befasst, soll man selbstst├Ąndig zuhause bleiben. Zu unterscheiden ist davon die Isolierung: Wer selbst infiziert ist, soll 14 Tage nach Symptombeginn in Isolierung - vollst├Ąndig Geimpfte f├╝nf Tage, wenn sie danach symptomfrei und negativ PCR-getestet sind.

Zur m├Âglicherweise verk├╝rzten Zeiten sagte der Sprecher des Gesundheitsressorts: "Selbstverst├Ąndlich darf man da nicht zu gro├č ins Risiko gehen." Die Gesundheits├Ąmter k├Ânnten schon heute Unterschiede bei der Quarant├Ąnedauer machen. Rechtlich sei es so, dass die L├Ąnder in der Verantwortung f├╝r entsprechende Regeln seien. Aber das RKI gebe dazu eine Empfehlung ab, die bundesweit gelte. W├╝st sagte mit Blick auf die vergleichsweise leichteren Omikron-Verl├Ąufe, entschieden werden m├╝sse, ob 14 Tage wirklich n├Âtig seien oder ein paar Tage weniger auch in Ordnung w├Ąren.

Impfungen und Impfpflicht

Nicht geimpft sind laut RKI aktuell 21,5 Millionen Menschen in Deutschland. Darunter sind 4 Millionen Kindern bis vier Jahren ohne Impfm├Âglichkeit. 59,2 Millionen Menschen sind zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 71,2 Prozent der Gesamtbev├Âlkerung. Mindestens 32,3 Millionen Menschen - 38,9 Prozent - haben zus├Ątzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. Gegen die Omikron-Variante nimmt der Immunschutz ohne eine solche Boosterimpfung mit der Zeit stark ab.

Dabei zieht die Corona-Impfkampagne im neuen Jahr langsam wieder an. Am Sonntag wurden mindestens 129 069 Impfungen verabreicht. Am Neujahrstag waren es demnach bundesweit gerade einmal 25 582 gewesen. Auch bei den Impfdaten gibt es laut RKI eine Untererfassung.

NRW-Regierungschef W├╝st dr├╝ckt bei der geplanten Corona-Impfpflicht aufs Tempo. Bevor Olaf Scholz (SPD) Kanzler geworden sei, habe er sie f├╝r Februar avisiert. "Das Wort muss auch gelten, wenn er Kanzler ist." Zu viele Menschen in Deutschland h├Ątten bislang keine Erst- oder Zweitimpfung. "Wir brauchen diese Impfpflicht."

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