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Zehntausende demonstrieren wieder wegen Corona-Ma├čnahmen

Von dpa
24.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Teilnehmende einer Demonstration gegen die Corona-Ma├čnahmen und Polizisten stehen sich in der Innenstadt gegen├╝ber.
Teilnehmende einer Demonstration gegen die Corona-Ma├čnahmen und Polizisten stehen sich in der Innenstadt gegen├╝ber. (Quelle: Thomas Schulz/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - In verschiedenen St├Ądten Deutschlands haben am Montagabend erneut mehrere Zehntausend Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und die Corona-Ma├čnahmen demonstriert.

Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen f├╝r die Toten der Pandemie dagegen. Teilweise unterband die Polizei verbotene Aufz├╝ge mit starken Kr├Ąften. Immer wieder gab es auch Verst├Â├če gegen die Maskenpflicht oder andere Auflagen. Gr├Â├čere Zwischenf├Ąlle oder Auseinandersetzungen wurden am Abend aber zun├Ąchst nicht bekannt.

Allein in Th├╝ringen gingen insgesamt etwa 22.000 Menschen auf die Stra├čen. Die gr├Â├čten Ansammlungen gab es in Gera mit rund 3000 Teilnehmern, Hermsdorf mit rund 1000 und Jena mit 800, wie die Polizei berichtete. In den vergangenen Wochen war es in Th├╝ringen immer wieder zu unangemeldeten und teils gewaltsam ausufernden Protestz├╝gen gegen die Corona-Ma├čnahmen gekommen, oft aus dem rechtsextremen Spektrum organisiert.

Weniger Menschen als in fr├╝heren Wochen

In Mecklenburg-Vorpommern protestierten nach Angaben der Polizei landesweit rund 10.000 Menschen in mehr als 25 St├Ądten. Das war aber erneut weniger als in fr├╝heren Wochen, als es schon mal 15.000 gewesen waren. Die gr├Â├čten Aktionen wurden diesmal mit 2000 Teilnehmern aus Schwerin und Neubrandenburg mit etwa 1700 Protestierenden gemeldet.

In L├╝beck demonstrierten laut Polizei mehr als Tausend Gegner der Corona-Politik unter dem Motto "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht". An einer Gegendemonstration "F├╝r Einhaltung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen" beteiligten sich nach Angaben des veranstaltenden B├╝ndnisses von Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen etwa 700 Menschen.

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Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt waren es landesweit jeweils mehrere Tausend. In Sachsen gilt eine Obergrenze von 1000 Teilnehmern pro Versammlung, die nach ersten Erkenntnissen der Polizei vom Abend auch nicht ├╝berschritten wurde. In Bautzen beteiligten sich laut Polizei an mehreren Versammlungen in der Summe rund 2000 Menschen, in Dresden "mehrere Hundert", in Zwickau 950.

Polizei stockt Aufgebot auf

In Sachsen-Anhalt waren es bei der gr├Â├čten Demonstration in Halle laut Polizei knapp 2400. Nachdem am Montag vergangener Woche Pressevertreter von vereinzelten Demo-Teilnehmern angegriffen worden waren, hatte die Polizei ihr Aufgebot deutlich aufgestockt.

Auch in verschiedenen Ruhrgebiets-St├Ądten gingen Corona-Protestierer auf die Stra├če, es wurden aber keine Demonstrationen mit mehr als 1000 Teilnehmern gemeldet. Aus Niedersachsen wurde etwa aus Braunschweig eine Demonstration mit 1200 Beteiligten gemeldet.

In Baden-W├╝rttemberg, das zeitweise auch viele Corona-Proteste erlebt hatte, wurden auch wieder Gegendemonstranten aktiv. Das war etwa in Karlsruhe der Fall und in Rottweil, wo 600 f├╝r Corona-Solidarit├Ąt und gegen Verschw├Ârungstheorien eintraten.

Proteste wieder als Spazierg├Ąnge geplant

Vielerorts waren die Aktionen wie in vergangenen Wochen wieder als sogenannte Spazierg├Ąnge geplant, weil die Organisatoren ihre Treffen nicht als Veranstaltung bei den Beh├Ârden anmelden. Mehrere St├Ądte haben solche unangemeldeten Proteste untersagt. In einigen F├Ąllen kippten Gerichte derart pauschale Verf├╝gungen aber, weil es mildere Mittel g├Ąbe.

In Potsdam setzten starke Polizeikr├Ąfte das Verbot eines angeblichen "Lichterspaziergangs" durch. ├ähnlich war es im brandenburgischen Bernau. In Rostock, wo es zuletzt teils gewaltsame Proteste gegeben hatte, wurde eine Versammlung von deren Leiter selbst aufgel├Âst.

Seit Wochen protestieren vor allem Gegner der Corona-Ma├čnahmen regelm├Ą├čig. Laut Polizeisch├Ątzungen beteiligten sich am Montag der Vorwoche fast 100.000 Menschen. Vermehrt bildet sich inzwischen aber auch Gegenprotest, um f├╝r mehr Solidarit├Ąt zu werben.

Umfragen zufolge steht die gro├če Mehrheit der B├╝rger auch hinter den Corona-Ma├čnahmen oder h├Ąlt sie sogar f├╝r zu lasch. Einer YouGov-Erhebung f├╝r die Deutsche Presse-Agentur zufolge finden nur etwa 24 Prozent, dass sie zu weit gehen.

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