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Parteitag der Linken: Sahra Wagenknechts Rede lässt Streit eskalieren

"Hungernden nutzen offene Grenzen nichts"  

Wagenknecht-Rede lässt Linken-Streit eskalieren

10.06.2018, 20:31 Uhr | dpa, AFP

Parteitag der Linken: Sahra Wagenknechts Rede lässt Streit eskalieren. Sahra Wagenknecht (li.): Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag erhielt auf dem Leipziger Parteitag auch Buhrufe. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Sahra Wagenknecht (li.): Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag erhielt auf dem Leipziger Parteitag auch Buhrufe. (Quelle: Britta Pedersen/dpa)

Die Linkspartei ist in der Frage der Migrationspolitik zerstritten. Auf dem Leipziger Parteitag erhielt die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht nun heftige Kritik und Zustimmung zugleich.

Beim Linken-Parteitag in Leipzig ist der Streit über die Flüchtlingspolitik nach einer Rede von Sahra Wagenknecht eskaliert. Nachdem die Fraktionsvorsitzende im Bundestag am Sonntag ihre Position bekräftigte, nicht für alle Flüchtlinge sollten die deutschen Grenzen offen sein, wurde sie von Teilen der Delegierten ausgebuht.

Die Berliner Senatorin für Arbeit, Elke Breitenbach, warf Wagenknecht vor, keine Debatten zuzulassen und die Positionen der Partei zu ignorieren. "Und ich bin nicht mehr bereit, das hinzunehmen", sagte die Senatorin. Wagenknecht wies diesen Vorwurf zurück. "Den Hungernden in Afrika nutzen offene Grenzen nichts", so die Fraktionschefin. Sie löste damit laute Proteste unter Teilen der Delegierten aus.

Wagenknecht rief hingegen zur Sachlichkeit und einem Ende der Diffamierungen auf. Alle in der Linken seien sich einig, dass Verfolgte Asyl und Hilfe bekommen sollten, so die Politikerin. "Es zeugt nicht von gutem Stil, dass immer wieder so getan wird, das wäre anders. Nein, das ist nicht anders." Streit gebe es über die Arbeitsmigration und die Frage, ob es einen unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt geben solle. "Warum können wir das nicht sachlich tun - ohne Diffamierungen?"

Hitzige Wortmeldungen

Es sei eine "Unkultur der Debatte" und "infam", jemandem bei dieser Frage Rassismus, Nationalismus und Nähe zur AfD vorzuwerfen, bekräftigte Wagenknecht. Stattdessen müsse die Linke sich der AfD und den Rechten in der Gesellschaft entgegenstellen, anstatt sich gegenseitig zu zerlegen. Die Delegierten reagierten zum Teil mit Buh-Rufen auf Wagenknechts Äußerungen. Es gab aber auch Zustimmung.

Nach ihrer Rede kam es zu hitzigen Wortmeldungen von Delegierten und zu dem überraschenden Antrag, eine Debatte zu dem Thema einzuschieben. Mit nur einer Stimme Vorsprung entschied der Parteitag, eine solche außerplanmäßige Debatte zum Thema Migration und zu Wagenknechts Positionen einzufügen.

Verwendete Quellen:
  • dpa, AFP

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