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Das Prinzip Kuh: Was ist ├╝berkandidelt?

Von Jonas Schaible

Aktualisiert am 14.08.2018Lesedauer: 3 Min.
Angela Merkel mit Teilnehmern des B├╝rgerdialogs in Jena: Immer freundlich!
Angela Merkel mit Teilnehmern des B├╝rgerdialogs in Jena: Immer freundlich! (Quelle: Arifoto Ug/Michael Reichel/dpa-bilder)
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Es ging um Kindergeld, Pkw-Maut, Fl├╝chtlinge: Angela Merkel stellte sich in Jena den Fragen von B├╝rgern. Sie wiederholte dabei immer wieder eine zentrale Idee. Und ging ganz in ihrer Rolle auf.

Die Kanzlerin und die K├╝he, das scheint zu passen. Bevor Angela Merkel in den Urlaub fuhr, im Juli, besuchte sie einen Milchbauernhof, die Kanzlerinnenkuh wurde aufwendig gecastet. Jetzt, nach dem Urlaub, kam Merkel zu einem sogenannten B├╝rgerdialog nach Jena, wo sie also Fragen von Menschen zu Europa beantworten sollte, vor laufenden Kameras. Und wieder ging es um K├╝he.


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Ein Sch├╝ler, kurz vor dem Abitur und fest entschlossen, Landwirt zu werden, wollte wissen, wie die Kanzlerin Bauern helfen k├Ânne. Die Preise f├╝r Lebensmittel seien niedrig, die H├Âfe sterben, die Gro├čh├Ąndler ├╝ben Druck aus. Und die kleinen H├Âfe bek├Ąmen zwar Subventionen, aber daf├╝r m├╝sse man so viel Papierkram ausf├╝llen.

Da erz├Ąhlte Merkel wieder von K├╝hen, und vielleicht war die Kanzlerin in diesen 90 Minuten nie mehr bei sich als in diesem Moment. Es sei ja so mit bestimmten Subventionen: F├╝r K├╝he m├╝sse man Entschuldigungsscheine ausstellen wie f├╝r kranke Schulkinder, wenn die K├╝he nicht auf die Weide k├Ânnen, obwohl der Bauer Unterst├╝tzung bekommt, weil seine K├╝he noch auf der Weide stehen. "Das ist ja wirklich: bl├Âd", sagte Merkel.

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Andere Politiker h├Ątten die Gelegenheit genutzt f├╝r einen brachialen Angriff auf die angeblich irre Br├╝sseler B├╝rokratie und gefordert, dass diese G├Ąngelung aufh├Âren m├╝sse. Merkel aber fuhr fort: Wenn irgendwann rausk├Ąme, dass ein Bauer viele Subventionen erschummelt habe, weil er seine K├╝he nie auf der Weide hatte, und weil das niemand kontrolliert ÔÇô dann w├Ąre das Geschrei auch gro├č.

"In diesem Zwiespalt leben wir", sagte Merkel. "Was ist ├╝berkandidelt?" Das m├╝sse man sich immer fragen.

Nicht wieder wie in Rostock

Merkel 2015 w├Ąhrend eines B├╝rgerdialogs in Rostock: Reem Sahwil, im Libanon geboren, seit Jahren in Deutschland, brach in Tr├Ąnen aus, weil sie die Abschiebung f├╝rchtete.
Merkel 2015 w├Ąhrend eines B├╝rgerdialogs in Rostock: Reem Sahwil, im Libanon geboren, seit Jahren in Deutschland, brach in Tr├Ąnen aus, weil sie die Abschiebung f├╝rchtete. (Quelle: Reuters-bilder)

Das war das Grundrauschen des sehr ausgeruhten Dialogs. Krawallmacher gab es keine. Die geladenen Teilnehmer hielten sich zur├╝ck. Es gab auch keine Fragen, die Merkel in Bedr├Ąngnis gebracht h├Ątten. Nicht so wie damals, als in Rostock ein M├Ądchen in Tr├Ąnen ausgebrochen war, weil ihr die Abschiebung drohte, obwohl sie seit Jahren in Deutschland lebte und zur Schule ging; auch damals bem├╝hte sich Merkel um Ausgewogenheit. Aber sie kam nicht an gegen die Unmittelbarkeit der Tr├Ąnen, gegen die Ungerechtigkeit, die auch noch so gute Gr├╝nde nicht verschwinden lassen konnten.

Diesmal: Blieb alles kontrolliert. Es war eher so, dass Merkel aufpasste, nicht zu harsch zu klingen. Als eine Frau wissen wollte, warum Merkel einen europ├Ąischen Finanzminister wolle, unterbrach sie, und stellte klar, dass sie keinen europ├Ąischen Finanzminister wolle. Einmal fragte sie zur├╝ck, was genau die Skandinavier im Umweltschutz so viel besser machten; als die Fragestellerin dann ins Straucheln kam, nickte sie und gab eine allgemeine Antwort.

Egal, was die B├╝rger wissen wollten, Merkel war wild entschlossen, keine einfachen Antworten zu geben.

Pkw-Maut soll bald kommen

Angela Merkel neben einer Kuh auf einem Hof in Nienborstel: ├ťber K├╝he gibt es viel zu sagen.
Angela Merkel neben einer Kuh auf einem Hof in Nienborstel: ├ťber K├╝he gibt es viel zu sagen. (Quelle: Axel Heimken/dpa)

Ja, die Pkw-Maut komme, das Gesetz sei verabschiedet, man arbeite nur noch an der Umsetzung, sie komme in dieser Legislaturoperiode. Ja, die deutschen Autofahrer w├╝rden bei der Kfz-Steuer entlastet. Das wollte der Fragesteller h├Âren. Merkel sagte aber auch: Nat├╝rlich seien an der Grenze etwa zu Luxemburg die Menschen kritisch, sie f├╝rchteten um die Tagesg├Ąste im Supermarkt.

Ja, man wolle pr├╝fen, ob Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten, deren Kinder nicht in Deutschland leben, weniger Kindergeld bekommen. Andererseits m├╝sse man dann auch Kindergeld erh├Âhen f├╝r Kinder etwa aus den Niederlanden, und man k├Ânne auch fragen, warum jemand, der in Deutschland arbeite, nicht die gleichen Verg├╝nstigungen bekommen solle wie Deutsche.

Immer das Prinzip Kuh: Die einen wollen das, aber immer will jemand auch etwas anderes, und dann muss man sehen, was ist ├╝berkandidelt und was nicht? Die Kanzlerin des Ausgleichs, ganz in ihrer Rolle.

Zum Beispiel in der Fl├╝chtlingspolitik, um die es nat├╝rlich auch ging: Wenn man in Agadez im Niger, einer wichtigen Transitstadt f├╝r Fl├╝chtlinge, versuche, Schlepper zu bek├Ąmpfen, bringe das nicht viel. Die Leute da bek├Ąmen n├Ąmlich Geld von den Schleppern, wenn sie sie deckten. Man arbeite jetzt zusammen mit der EU, Italien, auch Frankreich, das eine gro├če Botschaft in Niger habe. "Wir haben 15.000 Menschen in Besch├Ąftigung gebracht", sagte Merkel, durch gezielte Hilfen, und "schwupps", komme man voran. "Das ist das Grundprinzip."

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