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Tarifschutz: Supermarktangestellte – die unterbezahlten "Systemrelevanten"

Immer weniger Tarifschutz  

Supermarktangestellte – die unterbezahlten "Systemrelevanten"

08.08.2020, 14:05 Uhr | t-online, mk

Tarifschutz: Supermarktangestellte – die unterbezahlten "Systemrelevanten". Supermarktkassiererin mit Mundschutz: Zwischen 2009 und 2019 sind die Stundenlöhne Teilzeitbeschäftigter im Einzelhandel ohne Tarifbindung real gesunken. (Quelle: imago images)

Supermarktkassiererin mit Mundschutz: Zwischen 2009 und 2019 sind die Stundenlöhne Teilzeitbeschäftigter im Einzelhandel ohne Tarifbindung real gesunken. (Quelle: imago images)

Der Tarifschutz im Einzelhandel nimmt immer weiter ab, viele Supermarktangestellte müssen reale Einkommensverluste hinnehmen. Das zeigt eine Anfrage der Linken. Die Partei fordert besseren Schutz für die "Systemrelevanten".  

Sie gelten als "systemrelevant" und wurden als "Helden der Corona-Krise" gefeiert, aber kaufen können sich die Angestellten im Einzelhandel nichts von all von dem Lob. Tatsächlich mussten Kassiererinnen und Wareneinräumer in den vergangenen Jahren reale Einkommensverluste hinnehmen – wenn sie ohne Tarifvertrag Teilzeit arbeiteten.

Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" und beruft sich auf die Antwort der  Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Demnach stiegen die Stundenlöhne Teilzeitbeschäftigter im Einzelhandel ohne Tarifbindung von 2009 bis 2019 nur um 8,5 Prozent, von 12,22 Euro auf 13,26 Euro – inflationsbereinigt sanken die Stundenlöhne damit.

Linke: Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklären

Zudem wachse der Anteil der Beschäftigten im Einzelhandel ohne Tarif überdurchschnittlich schnell im Vergleich zu anderen Branchen. Zwischen 2010 und 2019 verlor fast die Hälfte der Beschäftigten – 44 Prozent – den Schutz des Tarifvertrags. Der Anteil der Beschäftigten mit Tarifbindung im Einzelhandel sank von 50 Prozent im Jahr 2010 auf 28 Prozent 2019, so die "Süddeutsche".

"Wer es mit dem viel bekundeten Respekt für Verkäuferinnen und Verkäufer ernst meint, muss jetzt schnell für höhere Löhne im Einzelhandel sorgen", zitiert die Zeitung Pascal Meiser, den gewerkschaftspolitischen Sprecher der Linken. Die Regierung müsse die gesetzlichen Grundlagen schaffen, damit Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden können.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte sich im April für allgemeinverbindliche Tarifverträge in der Pflege und im Einzelhandel ausgesprochen. Die Corona-Krise habe gezeigt, dass die Beschäftigten in diesen Branchen "systemrelevant" seien.

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