Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextTexas: Witwer von get├Âteter Lehrerin gestorbenSymbolbild f├╝r einen TextGNTM: Sie ist das neue TopmodelSymbolbild f├╝r einen TextNeuer Hertha-Trainer wohl gefundenSymbolbild f├╝r einen TextDepeche-Mode-Star Andy Fletcher ist totSymbolbild f├╝r einen TextFestnahmen bei Queen-LeibgardeSymbolbild f├╝r einen TextEx-Formel-1-Boss Ecclestone verhaftetSymbolbild f├╝r einen TextTodesstrafe: Irak verbietet Kontakt nach IsraelSymbolbild f├╝r einen TextRTL-Moderatorin sorgt f├╝r SchockmomentSymbolbild f├╝r einen TextCathy Hummels postet Foto mit MatsSymbolbild f├╝r einen TextSpektakul├Ąre Gruselfunde auf Google MapsSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserBorussia Dortmund: Sponsor rechnet mit Mannschaft ab

Unbekannte machen Stimmung mit Foto von falschem Kind

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

Aktualisiert am 01.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Blumen und Kerzen an Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs: Ein achtj├Ąhriger Junge war von einem Mann vor den einfahrenden ICE gesto├čen und get├Âtet worden
Blumen und Kerzen an Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs: Ein achtj├Ąhriger Junge war von einem Mann vor den einfahrenden ICE gesto├čen und get├Âtet worden. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Der mutma├čliche Mord an einem Achtj├Ąhrigen in Frankfurt bewegt die Menschen weiter. W├Ąhrend eine Spendenkampagne Kreise zieht, versuchen Unbekannte, mit dem Foto eines anderen Kindes Stimmung zu machen.

Nachdem ein Mann in Frankfurt einen achtj├Ąhrigen Jungen vor einen einfahrenden ICE geschubst hat, ist ├╝ber das Kind weiter wenig bekannt. Um die Angeh├Ârigen und ihre Rechte zu sch├╝tzen, geben die Beh├Ârden nichts heraus. W├Ąhrend ein Frankfurter eine transparente Spendenkampagne f├╝r die Familie gestartet hat, haben Unbekannte einfach ein fremdes Bild genutzt, um vermeintlich an den toten Jungen zu erinnern.

Am Mittwochabend kursierten im russischen Netzwerk vk.com und kurz danach auf Facebook erste Postings, die umgehend geteilt wurden. Das Foto wurde offenbar auch genutzt, um von rechtsextremen Akteuren Gedenkveranstaltungen f├╝r den Jungen zu bewerben. Das Foto teilten aber auch Menschen, die schlicht um das Kind trauern.

Foto zeigt Teenager aus dem Ausland

Das Foto zeigt jedoch nicht den get├Âteten Jungen, sondern ein Kind, das nach Recherchen von t-online.de heute bereits ein Teenager ist. Es findet sich eine Version mit Metadaten, die darauf hindeuten, dass das Bild Ende 2012 aufgenommen wurde. Zur├╝ckverfolgen konnte t-online.de eine Verwendung bis Anfang 2015, als das Foto in einem russischen Blog auftauchte. Es ist auf diversen internationalen Seiten zu finden, in denen es um Frisurenmode bei Kindern geht. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist das Foto nicht aus Deutschland.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Depeche Mode in Trauer: Andy Fletcher ist tot
Depeche Mode: Keyboarder Andy Fletcher, S├Ąnger Dave Gahan und Gitarrist Martin Gore.


"Das ist der kleine Junge". Nein, das Foto zeigt ein Kind, das im Jahr 2012 aufgenommen wurde und das auf viele Seiten f├╝r Kinderfrisuren zu sehen ist. Dieser Screenshot ist aus der Gruppe AfD-Fanclub Deutschland, das Foto kursierte aber auf zahlreichen Seiten und in etlichen Gruppen.
"Das ist der kleine Junge". Nein, das Foto zeigt ein Kind, das im Jahr 2012 aufgenommen wurde und das auf viele Seiten f├╝r Kinderfrisuren zu sehen ist. Dieser Screenshot ist aus der Gruppe AfD-Fanclub Deutschland, das Foto kursierte aber auf zahlreichen Seiten und in etlichen Gruppen. (Quelle: Screenshot Facebook)

Auch der Text zu dem Bild ist in Teilen eine L├╝ge. Der verhaftete 40-j├Ąhrige Eritreer hatte seit 2011 eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz und durfte im Schengenraum frei reisen. Er war 2006 als Gefl├╝chteter in die Schweiz gekommen.

Frankfurter sammelt Spenden f├╝r Familie

In der vergangenen Woche war er jedoch laut Kantonspolizei Z├╝rich in der Schweiz zur Fahndung ausgeschrieben worden. Er hatte am Donnerstag eine Nachbarin mit einem Messer bedroht und sie, seine Frau und seine drei Kinder eingesperrt. Zuvor war er lediglich einmal durch ein Verkehrsdelikt aufgefallen und hatte lange als Musterbeispiel f├╝r gegl├╝ckte Integration gegolten. Seit Januar war er krankgeschrieben.

An dem Foto des falschen Jungen meldeten noch in der Nacht Nutzer Zweifel an. Das Unverst├Ąndnis und der ├ärger dar├╝ber waren zum Teil gro├č, dass das Foto eines anderen Kindes missbraucht wurde. Einige Administratoren entschuldigten sich f├╝r die Verbreitung. In anderen Gruppen wurde das Bild auch am heutigen Donnerstag noch weiter geteilt.

Zugleich wurde aber noch deutlich reger der Aufruf f├╝r eine Spendenkampagne des Frankfurter Maschinenbauingenieurs Michael K├Âtter (62) geteilt.Sie ist bei der Spendenseite GoFundMe verifiziert und wurde vom Initiator mit der Polizei abgestimmt. Bis zum Donnerstagmittag waren dort fast 30.000 Euro zusammengekommen. "Sobald ich Kontakt habe, bespreche ich mit der Mutter, wof├╝r sie das Geld einsetzen m├Âchte", erkl├Ąrt der Initiator und dreifache Vater auf der Seite.

Der Junge hei├čt nach Informationen von t-online.de auch nicht Oskar, wie es in dem Posting mit dem Foto des fremden Kindes behauptet wird. Diesen Namen hatte zun├Ąchst Eugen Ciresa, Sprecher des AfD-Kreisverbands Ulm/Alb-Donau, in eine breite ├ľffentlichkeit gebracht. Am fr├╝hen Dienstagabend hatte er gepostet: "Gebt den Opfern einen Namen. Oskar hei├čt der kleine Junge in Frankfurt."

Die Beh├Ârden ├Ąu├čern sich dazu offiziell nicht. Nach Informationen von t-online.de aus Ermittlerkreisen hie├č der Junge aber anders. Der AfD-Sprecher antwortete auf Nachfragen in Kommentaren, er habe den Namen "aus dem Netz". So lange er nichts anderes erfahre, hei├če der Junge Oskar. Dieser Beitrag war am Donnerstagmorgen bereits mehr als 2.000 Mal geteilt worden. In Kommentaren ist vom "erzwungenen Schweigen der Opfer" die Rede. Medien berichten allerdings bereitwillig ├╝ber Opfer, wenn Angeh├Ârige an die ├ľffentlichkeit gehen m├Âchten.

Das ist mit einem Risiko verbunden. Denn mit jeder Information, die an die ├ľffentlichkeit gelangt, w├Ąchst die Gefahr, die Kontrolle ├╝ber die Verwendung zu verlieren. In Chemnitz hatten AfD-Politiker Fotos von Opfern bei einem "Trauermarsch" mit "Pro Chemnitz" und Pegida getragen. Die Familie einer jungen Tramperin, die von einem in Marokko lebenden Fernfahrer get├Âtet wurde, erstattete Anzeige gegen Tr├Ąger des Plakats mit dem Foto der Frau. Auch Bj├Ârn H├Âcke und Lutz Bachmann, die das Bild auf Facebook genutzt hatten, wurden angezeigt. Diese Menschen stehen gegen alles, wof├╝r meine Schwester stand", sagte Andreas L├Âsche, Bruder der jungen Frau. "Ich will nicht zulassen, dass sie Teil ihrer Erz├Ąhlung wird." Nach den Strafanzeigen werde das Bild nicht mehr genutzt.


Das Bild war ein Foto, das die Polizei f├╝r die Suche nach der zu diesem Zeitpunkt vermissten Frau freigegeben hatte. Nach dem Auffinden der Leiche durfte das Foto nicht mehr verwendet werden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
AfDDeutschlandFacebookICEMordPolizeiSchweiz
Justiz & Kriminalit├Ąt




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website