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Einsatz von Atomwaffen durch Russland: Aufregung um Äußerungen von Selenskyj


Kreml ätzt gegen Ukraine-Präsidenten
Präventivschlag der Nato? Wirbel um Selenskyj-Rede

Von dpa, afp, aj

Aktualisiert am 07.10.2022Lesedauer: 2 Min.
urn:newsml:dpa.com:20090101:ap:9cc25931d0b04556af3b60cc41bd2fecVergrößern des BildesWolodymyr Selenskyj: Der ukrainische Präsident warnt vor russischen Angriffen auf EU-Staaten. (Quelle: Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa)
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Äußerungen des ukrainischen Präsidenten bei einem Vortrag haben hohe Wellen geschlagen. Er forderte in Richtung Nato, einen Einsatz von Atomwaffen durch Russland zu verhindern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit einer Rede vor dem australischen Lowy Institut in Sydney am Donnerstag (Ortszeit) für Aufsehen gesorgt. Selenskyj sprach unter anderem davon, dass die Nato die Möglichkeit eines russischen Atomwaffeneinsatzes verhindern müsse – notfalls mit Präventivschlägen.

In der simultanen englischen Übersetzung der Antworten Selenskyjs vom Veranstalter ist von "präventiven Schlägen, von präventiven Maßnahmen" die Rede: "Wichtig ist aber – ich wende mich wie vor dem 24. Februar deshalb an die Weltgemeinschaft – dass es Präventivschläge sind, damit sie wissen, was ihnen blüht, wenn sie sie anwenden." Er betonte: "Nicht umgekehrt: Auf Schläge von Russland warten, um dann zu sagen: 'Ach du kommst mir so, dann bekommst du jetzt von uns'", wird Selenskyj in den Übersetzungen zitiert.

Kreml stellt waghalsige Behauptung auf

Der Kreml nutzte die Aufregung für einen verbalen Angriff gegen die Ukraine und den Westen. "Die Erklärungen Selenskyjs sind nichts anderes als ein Aufruf zum Beginn des Dritten Weltkriegs mit unvorhersehbaren schrecklichen Folgen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag. Auch das russische Außenministerium kritisierte Selenskyjs Äußerungen heftig.

Laut Peskow lenken die USA und Großbritannien die Handlungen Kiews. Sie seien daher auch für die Äußerungen Selenskyjs verantwortlich, meinte der Kremlsprecher. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa behauptete, dass der Westen einen Atomkrieg anzettele.

Berater: Präsident hat nichts über einen präventiven Schlag gesagt

Ein Sprecher des Präsidenten betonte umgehend, Selenskyjs Forderung sei falsch verstanden worden. Der ukrainische Präsident habe lediglich gesagt, vor dem 24. Februar - dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine – seien
Präventivmaßnahmen nötig gewesen, um den Krieg zu verhindern.

Auch Selenskyjs Berater Mychajlo Podoljak-Sprecher schrieb auf Twitter, der Präsident habe nichts über einen präventiven Atomschlag auf Russland gesagt. Er habe daran erinnert, dass die Nato Russland konkrete Konsequenzen seiner "nuklearen Erpressung" aufzeigen müsse: Sanktionen und Unterstützung in Form von Waffen für die Ukraine.

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In seiner Rede lehnte der ukrainische Präsident Gebietsabtretungen an Russland ab, um Kremlchef Wladimir Putin zu beschwichtigen und einen Frieden zu erzielen. Der Aggressor dürfe für das Losschlagen des Kriegs nicht belohnt, sondern müsse besiegt werden, forderte Selenskyj. Der 44-Jährige erklärte dabei zugleich, dass Putin einen Atomschlag gegen die Ukraine nicht überleben werde.

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Selenskyj: Russische Panzer könnten auf Warschau zurollen

Am Abend hatte Selenskyj auch einen drastischen Appell an die Staats- und Regierungschefs von mehr als 40 europäischen Ländern gerichtet. In einer Videoansprache beim Gründungsgipfel der neuen Europäischen Politischen Gemeinschaft in Prag forderte Selenskyj weitere Waffenhilfen, um zu verhindern, "dass russische Panzer nach Warschau oder Prag fahren". Eine konkrete Antwort blieb der Gipfel jedoch schuldig.

Die Gipfelteilnehmer hatten sich auf der Prager Burg versammelt, um ein Signal der Geschlossenheit gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin auszusenden. Der französische Präsident Emmanuel Macron beschwor die "Einheit" der Teilnehmer. Er hatte das neue Gesprächsformat im Frühjahr angestoßen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen afp und dpa
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