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Bohrmaschinen im Test: Nicht jedes Markenprodukt überzeugt bei Stiftung Warentest

Stiftung Warentest  

Bohrmaschinen im Test: Nicht jedes Markenprodukt kann überzeugen

Von Katja Schmidt

22.02.2021, 13:49 Uhr
Bohrmaschinen im Test: Nicht jedes Markenprodukt überzeugt bei Stiftung Warentest. Bohrmaschinen im Test: Diese Werkzeuge mit und ohne Akku können bei Stiftung Warentest überzeugen. (Quelle: Hersteller/Bosch)

Bohrmaschinen im Test: Diese Werkzeuge mit und ohne Akku können bei Stiftung Warentest überzeugen. (Quelle: Bosch/Hersteller)

Die Stiftung Warentest hat im Februar 2020 untersucht, wie gut 20 Bohrmaschinen bohren, schlagbohren und schrauben. Die Ergebnisse zeigen: Nicht immer ist eine große Marke ein Garant für Qualität.

Eine Bohrmaschine gehört zur Grundausstattung eines jeden Profi- und Hobby-Handwerkers. Mit ihr lassen sich Löcher bohren und Schrauben eindrehen. Schlagbohrer oder Bohrhammer werden sogar mit härteren Materialien wie Beton fertig. Die Stiftung Warentest hat für die "test"-Ausgabe 2/2021 20 Schlagbohrmaschinen mit Akku- oder Kabelbetrieb von Bosch, Makita, Einhell, Black+Decker und weiteren Herstellern untersucht und herausgefunden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Wir stellen die Ergebnisse des Bohrmaschinen-Tests vor und zeigen die Testsieger.

Stiftung Warentest: So wurde getestet

Für den Bohrmaschinen-Test wurden 20 Geräte untersucht, darunter 14 Schlagbohr­schrauber mit 18-Volt-Lithium­ionen-Akku und zwei Gängen sowie sechs Schlagbohr­maschinen mit Kabel. Die Preise für die Geräte mit Kabel lagen zwischen 40 und 186 Euro, für die Werkzeuge mit Akku wurden 79 bis 525 Euro gezahlt.

In die Bewertung flossen vor allem die Funktion (50 Prozent der Gesamtnote), also das Bohren, Schlagbohren und Schrauben, die Handhabung (35 Prozent), die Haltbarkeit (10 Prozent) sowie Schadstoffe (5 Prozent) und Sicherheit ein.

Die Testergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse des Bohrmaschinen-Tests fallen durchwachsen aus: Während immerhin neun Schlagbohrer mit Akku mit guten Noten überzeugen, schaffen das nur zwei Schlagbohrmaschinen mit Kabel. Drei Geräte sind zumindest noch "befriedigend", vier "ausreichend" – dazu gehören auch Marken-Werkzeuge von Makita, Bosch und Metabo. Mit "mangelhaft" fallen Bohrmaschinen mit Akku von Hornbach und des Herstellers Black+Decker durch.

Testsieger der Modelle mit Akku ist die Schlagbohrmaschine DCD795D2 von DeWalt mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (1,9)". Auf Rang zwei liegt mit der Note "gut (2,1)" der Einhell Expert Plus TE-CD 18/50 Li-i BL. Dahinter landen mit den Geräten von Hikoki und Milwauki die teuersten Bohrmaschinen im Test, aber auch das günstigste Modell, die Bohrmaschine Parkside PSBSA 20-Li B2 von Lidl, ist "gut (2,3)". Das trifft auch auf Modelle von Bosch, AEG oder Worx zu.

Bei den Schlagbohrern, die per Kabel betrieben werden, liegt die Bosch Professional GSB 24-2 ganz vorn. Der Testsieger erhält die Gesamtnote "gut (2,1)". Die einzige weitere gut getestete Kabel-Schlagbohrmaschine ist die Metabo SBEV 1000-2 ("gut (2,5)"). Die untersuchten Geräte von Makita, Einhell, Lidl und Meister können nicht überzeugen. 

Der Testsieger mit Akku: DeWalt DCD795D2

Mit "gut (1,9)" erreicht die DCD795D2 von DeWalt die beste Gesamtnote im Bohrmaschinen-Test der Stiftung Warentest. Sie überzeugt sowohl beim Bohren und Schrauben als auch bei der Handhabung und Haltbarkeit. Positiv fallen vor allem die Schraub- und Bohreffizienz sowie die Vielseitigkeit des Geräts auf.

Sie wiegt 1,6 Kilogramm und liegt damit angenehm in der Hand. Für Komfort sorgt auch der ergonomische Handgriff mit Gummierung. Ein weiterer Vorteil ist das LED-Licht, das den Arbeitsbereich ausleuchtet. Das Schnellspann-Bohrfutter aus Vollmetall und automatische Spindelarretierung erleichtert das Arbeiten zusätzlich.

Für längere Einsätze ist praktisch, dass der Schlagbohrschrauber mit zwei Akkus daherkommt: So kann ein Akku wieder aufladen und mit dem anderen weitergearbeitet werden. Eine Ladestandanzeige hilft dabei, die Ladedauer liegt bei circa 53 Minuten.

Die maximale Drehzahl des Testsiegers liegt im Leerlauf bei 600 beziehungsweise 2.000 Umdrehungen pro Minute im ersten und zweiten Gang. Mit dem bürstenlosen Motor und dem Zwei-Gang-Getriebe schafft sie es problemlos zu schrauben und zu bohren. Fürs Schlagbohren in Beton reicht die Leistung von 360 Watt allerdings nur bedingt aus. Mit weicheren Materialien kommt der Schlagbohrer von DeWalt jedoch sehr gut zurecht.

Akku-Schlagbohrer auf Rang zwei: Einhell Expert Plus TE-CD 18/50 Li-i BL

Auf dem zweiten Platz landet mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,1)" das Gerät von Einhell. Es überzeugt die Prüfer von Stiftung Warentest ebenfalls in den Testpunkten Funktion, Handhabung und Haltbarkeit – bei der Handhabung liegt die Bohrmaschine mit der Teilnote "gut (1,8)" sogar knapp vor dem Testsieger. Dafür ist sie im Bohren nicht ganz so gut.

Auch dieses Modell wiegt 1,6 Kilogramm und bietet durch das ergonomische Design und Softgrip festen Halt. So arbeiten Sie komfortabel und sicher. Das Bohrfutter aus Metall mit Schnellspanner erleichtert den Werkzeugwechsel. Auch Einhell gibt seinem Schlagbohrer eine LED-Leuchte und zwei Akkus mit. Das Aufladen dauert hier sogar nur 49 Minuten, eine Ladestandanzeige ist vorhanden.

Die Schlagbohrmaschine von Einhell hat ebenfalls einen bürstenlosen Motor und ein Zwei-Gang-Getriebe. Die maximale Drehzahl im Leerlauf liegt im ersten Gang bei 500, im zweiten Gang bei 1.800 Umdrehungen pro Minute. Auch bei der Leistung liegt dieses Modell damit knapp hinter dem Testsieger. Trotzdem ist er vielseitig einsetzbar und kann zum Bohren, Schrauben und Schlagbohren genutzt werden.

Preistipp mit guter Note von Lidl: Parkside PSBSA 20-Li B2

Das günstigste Modell im Bohrmaschinen-Test liegt mit der Gesamtnote "gut (2,3)" auf dem geteilten vierten Platz. Es schneidet vor allem im Testpunkt Funktion etwas schlechter ab als die Geräte auf Rang eins und zwei. Schrauben und schlagbohren geht mit dem Lidl-Schlagbohrer schlechter.

Das liegt möglicherweise daran, dass die PSBSA 20-Li B2 des Herstellers Parkside keinen bürstenlosen Motor hat und eine geringere Drehzahl aufweist. Im Leerlauf liegt sie bei 440 beziehungsweise 1.650 Umdrehungen pro Minute. 

Der Schlagbohrer wiegt zwei Kilogramm und verfügt über ergonomischen Softgrip für bequemes und sicheres Arbeiten. Ein beidseitig anschraubbarer Zusatzhandgriff sorgt für mehr Komfort. Eine LED-Arbeitsleuchte hat auch dieses Gerät. Auch die Lidl-Maschine hat ein Schnellspann-Bohrfutter aus Metall mit Radialverriegelung.

Ein kleines Manko: Akku und Ladegerät sind bei dieser Bohrmaschine nicht dabei, sie können jedoch im Set günstig zusätzlich erworben werden. Trotz dieser Zusatzkosten ist der Akku-Schlagbohrer von Lidl ein echter Preis-Leistungs-Tipp.

Der Testsieger mit Kabel: Bosch Professional GSB 24-2

Bei den Schlagbohrmaschinen mit Kabel liegt die GSB 24-2 von Bosch mit dem "test"-Qualitätsurteil "gut (2,0)" klar vorn. Bei der Funktion überzeugt sie vor allem mit gutem Bohren und Schlagbohren sowie dem sehr guten Rundlauf des Bohrfutters. Beim Schrauben schneidet sie allerdings schlechter ab als die Akku-Geräte. Bei der Handhabung und Haltbarkeit punktet die Bohrmaschine im Test dagegen.

Dank des Kabelbetriebs ist die Leistung des Schlagbohrers von Bosch deutlich höher als die der Akku-Modelle. Sie beträgt starke 1.100 Watt. Die maximale Drehzahl liegt im ersten Gang bei 900, im zweiten bei 3.000 Umdrehungen pro Minute. Das Kabel ist vier Meter lang, sodass sich beim Arbeiten mit dem Werkzeug die Steckdose nicht in unmittelbarer Nähe befinden muss.

Das Gewicht des Schlagbohrers ist mit 2,9 Kilogramm etwas höher. Dennoch ist das Arbeiten mit ihm dank ergonomischer Form und zwei Griffen komfortabel. Für Effizienz sorgen das Schnellspannbohrfutter und der Tiefenanschlag. Zur Sicherheit trägt die sogenannte KickBack-Control bei, die ein gefährliches Rückschlagen vorbeugt.

Das Werkzeug von Bosch Professional eignet sich zum Bohren in Mauerwerk, Holz, Metall und Keramik. Dank seiner hohen Leistung kommt es auch gut mit harten Materialien zurecht.

Schlagbohrmaschine mit Kabel auf Rang zwei: Metabo SBEV 1000-2

Mit der Gesamtnote "gut (2,5)" gehört die Schlagbohrmaschine von Metabo zu den einzigen zwei empfehlenswerten Modellen mit Kabelbetrieb aus der Untersuchung von Stiftung Warentest. Im Testpunkt Funktion schneidet sie kaum schlechter ab als das Gerät von Bosch, lediglich beim Schrauben ist sie schlechter. Bohren und Schlagbohren können beide Modelle gleich gut. Der Rundlauf des Bohrfutters ist auch hier sehr gut.

Die Haltbarkeit ist gut. Für die Handhabung erhält der Schlagbohrer jedoch nur die Teilnote "befriedigend (3,1)", vor allem ist sie weniger handlich und benutzerfreundlich. Von den Maßen unterscheidet sich die Bohrmaschine allerdings kaum vom Testsieger: Sie wiegt 2,8 Kilogramm und hat maximale Leerlaufdrehzahlen von 1.000 und 2.800 Umdrehungen pro Minute. Ihre Leistung beträgt 1.010 Watt. 

Zur Ausstattung der Maschine des Herstellers Metabo gehören ein Schnellspannbohrfutter, ein Tiefenanschlag, ein ergonomischer Zusatzhandgriff und die Vollwellenelektronik Vario Tacho Constamatic (VTC) für das Arbeiten mit materialgerechten Drehzahlen, die unter Last konstant bleiben. Für sicheres Arbeiten sorgt die Sicherheitskupplung, durch die der Antrieb entkoppelt wird, sollte das Werkzeug blockieren.

Unser Fazit zum Bohrmaschinen-Test

Wie der Bohrmaschinen-Test von Stiftung Warentest zeigt, garantiert ein Markenname noch kein Qualitätsprodukt. Insgesamt kann nicht einmal die Hälfte der getesteten Werkzeuge überzeugen. Dennoch finden sich sowohl unter den Bohrern mit Akku als auch unter denen mit Kabel gute Modelle.

Schlagbohrmaschinen mit Akku eignen sich vor allem fürs Bohren von Löchern in Holz und andere weiche Materialien und fürs Schrauben. Am besten schneidet dabei der Testsieger DCD795D2 von DeWalt ab. Unter den Schlagbohrern mit Kabelbetrieb überzeugt der Bosch Professional GSB 24-2, der für harte Materialien wie Beton und vor allem zum Bohren und Schlagbohren ideal ist.

Wichtige Fragen zu Bohrmaschinen

Worauf sollte beim Arbeiten mit einer Bohrmaschine geachtet werden?

Schon bevor man zum Werkzeug greift, sollte man sich überlegen, welches Gerät das richtige ist: Will man Löcher in härteres Material bohren, sollte es eine Schlagbohrmaschine sein, fürs Schrauben und gelegentliches Bohren ist eine Akku-Bohrmaschine ein gutes Universalwerkzeug.

Empfehlens­wert sind Akku-Bohr­schrauber und Schlagbohr­maschinen mit zwei Gängen. Der erste Gang dient vor allem dem Eindrehen von Schrauben, der zweite mit höherer Drehzahl eignet sich fürs schnelle Bohren. Je größer allerdings der Bohr­durch­messer oder je härter das Material, desto eher kommen auch fürs Bohren der erste Gang und geringere Drehzahlen infrage.

Auch auf die Wahl des richtigen Bohrers kommt es an. Für Schlagbohrmaschinen sind spezielle Bohrer mit länglichen Kerben (Nuten) erforderlich. Sie ermöglichen, dass sich die Spitze nicht nur dreht, sondern sich auch mit "Schlag" vor- und zurückbewegt ("hämmert"). Möchte man auch herkömmliche Bohrer verwenden, ist ein entsprechendes Spannfutter notwendig.

Wozu dient ein Akku-Schlagbohrer?

Akku-Schlagbohrmaschinen sind in erster Linie fürs Schrauben geeignet. Auch ohne Vorbohren versenken sie Schrauben in Holz. Auch Löcher können leicht in weiche Materialien gebohrt werden. Fürs Schlagbohren in Beton sind die Bohrer aufgrund ihrer geringeren Leistung dagegen nicht optimal. Hierfür sind kräftigere Schlagbohrer oder Bohrhämmer notwendig.

Wofür eignen sich Schlagbohrmaschine mit Kabel?

Schlagbohrmaschinen mit Kabelbetrieb eignen sich vor allem für Bohr­arbeiten. Sie können effektiv Löcher in die Wand, in Holz, Beton oder Metall bohren. Dank ihrer hohen Leistung sind sie ideal für harte Materialien. Für präzises Arbeiten sorgt der Rund­lauf des Bohr­futters. Probleme haben die Geräte jedoch beim Schrauben. Da sie oft nachlaufen, lassen sich Schraubköpfe oft nicht bündig zur Oberfläche versenken.

Wie arbeitet man sicher mit einer Schlagbohrmaschine?

Zur eigenen Sicherheit sollte beim Bohren, Schlagen und Meißeln stets eine Schutzbrille getragen werden. So sind die Augen stets vor absplitternden Materialien geschützt. Staub sollte möglichst direkt abgesaugt werden, um die Sicht auf das Werkstück frei zu halten. Gerade beim Schlagbohren gehört ein Gehörschutz auf die Ohren, um vor sie vor Lärm zu schützen. Auch ein fester Stand ist hilfreich, um bei einem unerwarteten Rückschlag nicht die Balance zu verlieren. Hierbei hilft auch ein zweiter Handgriff an der Schlagbohrmaschine.

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