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FFP2-Masken im Test: Nur vier von 20 Modellen überzeugen bei Stiftung Warentest

Masken im Test  

Stiftung Warentest: Nur vier FFP2-Maskenmodelle überzeugen wirklich

18.09.2021, 13:28 Uhr | dpa, JPH, CMF

FFP2-Masken im Test: Nur vier von 20 Modellen überzeugen bei Stiftung Warentest . FFP2-Masken müssen eng anliegen. Nur dann bieten sie einen hohen Schutz.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Evelien Doosje)

FFP2-Masken müssen eng anliegen. Nur dann bieten sie einen hohen Schutz. (Quelle: Evelien Doosje/Thinkstock by Getty-Images)

Die Stiftung Warentest hat erneut FFP2-Masken getestet. Insgesamt 20 Modelle wurden untersucht. Alle erreichen eine hohe Filterleistung, vier sind rundum empfehlenswert. Bei einigen Masken bemängeln die Tester jedoch die Passform – und bei sieben Masken den Atemkomfort.

Für ihre Untersuchung hat die Stiftung Warentest zunächst den Komfort beim Ausatmen mithilfe einer Art "künstlicher Lunge" und einem Sensor gemessen, wie es im Testbericht vom September 2021 heißt. Bei sieben Masken sei der gemessene Widerstand so groß gewesen, dass das Atmen schwerfalle. Sie wurden deshalb als "wenig geeignet" bewertet, da vor allem ältere und geschwächte Menschen dadurch Probleme bekommen könnten.

Sieben Masken erreichen eine hohe Filterleistung, passen allerdings nicht immer optimal, was den Schutz deutlich verringert. Zehn Masken wurden bereits im letzten Test untersucht, damals überzeugte nur ein Modell. Im neuesten Test erreichen die Masken allerdings bessere Noten. 

FFP2-Masken im Test: So prüft die Stiftung Warentest

20 FFP2-Masken verschiedener Hersteller hat die Stiftung Warentest im Labor untersucht und dabei die Filterwirkung, Atemkomfort und Passform geprüft. Zusätzlich wurden die Masken auf mögliche Schadstoffe getestet. Die sieben Masken, die den Atemkomfort-Test bestanden haben, testete die Stiftung Warentest anschließend in einer "Prüfkammer mit wässrigen, ungefährlichen Aerosolen". Die Probanden und Probandinnen hatten nach Angaben der Tester unterschiedliche Gesichtsformen und mussten in der Kammer verschiedene alltägliche Bewegungen ausführen.

Die Ergebnisse der Stiftung Warentest: Diese Masken sind empfehlenswert

Testsieger ist die Maske Aura Atemschutzmaske 9320+ der US-Firma 3M. "Sie sitzt gut, ist dicht und ermöglicht komfortables Atmen" und erfülle damit alle wichtigsten Testkriterien, wie die Stiftung Warentest erklärt. Sie wurde bereits im letzten Test untersucht und behält den ersten Platz.

Ebenfalls geeignet sind drei Masken aus dem September-Test. Die Modelle von Lindenpartner, Moldex und Uvex sind rundum empfehlenswert. Uvex ist mit 67 Cent pro Maske der Preis-Leistungs-Sieger. Lindenpartner und  Moldex sind jedoch aktuell entweder ausverkauft oder nur über den Shop der Hersteller zu bekommen.

Sieben Modelle empfehlen die Tester nur eingeschränkt, weil sie sich nicht gut an unterschiedliche Gesichtsformen anpassen, deshalb oft nicht dicht anliegen und so die Schutzwirkung mindern. Weitere sieben Modelle fallen beim Atemkomfort durch.

"Mit Einschränkung geeignet" sind unter anderem die Masken des Herstellers Hase Safety, die deutlich günstiger sind als der Testsieger. Auch die beliebten Masken von Medisana erreichen zwar eine hohe Filterleistung, erhalten jedoch Abzüge bei der Passform. Die Masken von großen Drogerien wie Rossmann und dm seien wenig geeignet, weil sie das Atmen zu stark beeinträchtigen, so die Tester. Wir stellen nachfolgend drei getestete Masken im Detail vor, die Sie bequem online kaufen können.

Der Testsieger: FFP2-Maske von 3M

Mit dem Urteil "geeignet" ist die FFP2-Maske von 3M der Testsieger. Das Modell Aura 9320+ bewertet die Stiftung Warentest mit einer hohen Filterleistung, einem hohen Atemkomfort und geeigneter Passform und somit hoher Dichtheit beim Tragen. Es wurden keine Schadstoffe entdeckt.

Die 3M-Masken werden in Großbritannien hergestellt und gehören mit 2,70 Euro pro Stück zu den teuersten im Test. 

Preis-Leistungs-Tipp: FFP2-Maske von Uvex

Die preisgünstigen FFP2-Masken von Uvex sind laut Stiftung Warentest sehr gut zum Schutz vor wässrigen Aerosol­en. Die Form der Masken passt vielen Menschen. Sie sind dicht und lassen dennoch genügen Atemluft durch. Schadstoffe wurden nicht entdeckt.

Die Masken des französischen Arbeitsschutzherstellers Uvex sind mit 0,67 Euro die preiswertesten im Test.

Hohe Filterleistung mit Abzügen bei der Passform: FFP2-Masken von Medisana

Die beliebten Masken von Medisana erreichen im Test eine hohe Filterwirkung und überzeugen zudem mit einem hohen Komfort beim Atmen. Bei der Passform vergeben die Tester jedoch das Urteil "mit Einschränkung geeignet". Bei vier von zehn Prüfpersonen im Labor saß die Maske nicht ideal und ließ somit Aerosole durch. So lautet auch das Endergebnis für die Medisana-Masken "mit Einschränkung geeignet".

Der Preis liegt mit 1,50 Euro pro Maske im Mittelfeld. Hergestellt werden die Masken in China. Schadstoffe finden die Tester bei den Masken nicht.

Made in Germany: Masken von Hase Safety 

Die Masken des Herstellers Hase Safety erhalten im Test das Urteil "mit Einschränkung geeignet". Sie überzeugen mit einer hohen Filterwirkung, erreichen beim Atemkomfort jedoch nur das Urteil "mittel". Bei der Untersuchung der Passform und damit der Dichtheit beim Tragen vergeben die Tester das Urteil "mit Einschränkung geeignet", da bei drei von zehn Prüfpersonen die Maske undicht ist.

Die Masken werden in Deutschland hergestellt und sind mit einem Preis von 0,35 Euro pro Maske die Preissieger im Vergleich. Die Stiftung Warentest findet zudem keine Schadstoffe.

Fazit zum Test: Die Passform ist entscheidend

Die Testergebnisse untermauern einen wichtigen Ratschlag: Die FFP2-Maske muss richtig sitzen. Nur so schützt sie vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Probieren Sie im Zweifel ein anderes Modell mit besserer Passform aus.

Bereits ein kleines Leck, durch das die Atemluft strömt, kann die Filterleistung der FFP2-Maske enorm reduzieren. Der Testsieger von 3M überzeugt in allen Kriterien, ist jedoch auch sehr teuer. Machen Sie daher den Test: Die Maske sitzt gut, wenn sich der Stoff beim Einatmen an den Mund heranzieht und beim Ausatmen aufbläht. Ist dies der Fall, sind diese Masken die richtigen für Sie.

Der Preis-Leistung-Sieger von Uvex ist ebenfalls empfehlenswert und leistet sich keine Schwächen. Die beliebten Masken von Medisana sind auch eine gute Wahl, wenn Sie bei Ihnen richtig passen.

Wissenswertes zu FFP2-Masken

Machen Sie Pausen vom Maske-Tragen

Weil das Atmen durch gut sitzende FFP2-Masken im Vergleich zu OP-Masken im Allgemeinen schwerer fällt, gilt der Ratschlag, regelmäßige Maskenpausen zu machen. So rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zu maximal 75 Minuten Tragezeit – dann sollte eine halbe Stunde Maskenpause gemacht werden.

Worauf sollten Sie beim Tragen achten?

Die möglicherweise falsche Anwendung von FFP-Masken durch die Träger sieht die Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin als Problem: Sie begrüße zwar grundsätzlich die Empfehlung zum Tragen dieser Atemschutzmasken in der Bevölkerung. Man sehe aber das Problem, dass durch inkorrekte Handhabung und mangelhafte Passform keine ausreichende Schutzwirkung erzielt werde.

"Daher muss mehr Aufklärung in der Bevölkerung erfolgen, wie die Masken zu tragen sind", schlussfolgerte die Fachgesellschaft in einer Stellungnahme Ende Januar 2021. Grundsätzlich sollten Sie vor dem Abnehmen der Maske die Hände desinfizieren und die Maske nur zum einmaligen Gebrauch nutzen. Achten Sie zudem auf eine gute Passform, damit die Filterleistung nicht beeinträchtigt wird und Partikel unter die Masken geraten.

Nach Angaben der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sieht die entsprechende Norm DIN EN 149 für FFP2-Atemschutzmasken vor, dass im Mittel bei acht von zehn Trägern maximal acht Prozent der Aerosole an der Maske vorbei oder durchströmen dürfen. Diese Vorgabe hielt in der Untersuchung der Stiftung Warentest alle vier empfehlenswerten Masken ein.

Die Kennzeichnung der Masken

FFP2-Masken müssen der Norm EN 149:2001 entsprechen und ein CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer aufgedruckt haben. Die Nummer gibt Rückschluss auf die Prüfstelle.

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