Sie sind hier: Home > Sport > Fußball > Champions League >

Champions League: Die Zwischenzeugnisse für Bayern, BVB, Leipzig und Wolfsburg

MEINUNGNoten für deutsche CL-Klubs  

Und raus bist Du

30.09.2021, 09:53 Uhr
Champions League: Die Zwischenzeugnisse für Bayern, BVB, Leipzig und Wolfsburg. Welche Richtung? Leipzigs Verteidiger Orban (l.) und Trainer Jesse Marsch offenbar uneins im Spiel gegen Brügge. (Quelle: imago images)

Welche Richtung? Leipzigs Verteidiger Orban (l.) und Trainer Jesse Marsch offenbar uneins im Spiel gegen Brügge. (Quelle: imago images)

Vier deutsche Klubs in der Champions League, vier verschiedene Welten. Der FC Bayern, RB Leipzig, der BVB und der VfL Wolfsburg hatten bisher komplett unterschiedliche Auftritte. Die Analyse.

Zwei Spieltage der Champions-League-Saison 2021/22 sind vorüber – sie hätten für die vier deutschen Teilnehmer nicht unterschiedlicher verlaufen können. Denn der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfL Wolfsburg erlebten in den bisherigen Spielen die komplette Bandbreite der Emotionen: Jubel hier, Frust da, Ärger dort. Woran lag es? Die Analyse von t-online.

FC Bayern

Ergebnisse: 3:0 beim FC Barcelona, 5:0 gegen Dynamo Kiew

Das war gut: Acht Tore, null Gegentore, zwei Spiele nahe an der Perfektion. Der Sieg in Barcelona war eine Machtdemonstration – zwar gegen einen komplett indisponierten Gegner, in seiner Deutlichkeit (die noch viel höher hätte ausfallen können) aber beeindruckend. Gedankenschnell, stark im Abschluss, mit Spielfreude und dazu noch das nötige Quäntchen Glück (wie beim abgefälschten Schuss von Thomas Müller, der damit das 1:0 erzielte) – es passte gegen die Katalanen sehr, sehr viel zusammen.

Nun am Mittwoch die 5:0-Gala zu Hause gegen Kiew. Die Bayern in Spiellaune, der Gegner überfordert. "Symptomatisch war, dass die Spieler immer weitermachen wollten", sagte Bayern-Trainer Nagelsmann nach der Partie. "Es geht darum, diese Gier in beide Richtungen zu haben, und diese Gier haben wir heute gezeigt. In den Phasen, in denen es vielleicht hätte kippen können, war die Konzentration da." Und, auch beim einstigen Sorgenkind Leroy Sané läuft es endlich: Ein Tor und zwei Vorlagen in den beiden ersten Gruppenspielen. 

Leroy Sané: Die Bayern bejubeln das 4:0 des Offensivspielers gegen Kiew in der 74. Minute. (Quelle: imago images/Avanti)Leroy Sané: Die Bayern bejubeln das 4:0 des Offensivspielers gegen Kiew in der 74. Minute. (Quelle: Avanti/imago images)

Das war schlecht: Nichts. 

Note: 1

Borussia Dortmund

Ergebnisse: 2:1 bei Besiktas, 1:0 gegen Sporting Lissabon

Das war gut: Im Gegensatz zur Bundesliga (schon zwölf Gegentore in nur sechs Spielen) wirkte die BVB-Defensive bisher stabil. Offensiv waren die Dortmunder besonders zum Auftakt gegen Besiktas dazu abgezockt, überstanden eine stürmische Anfangsphase der Gastgeber und kamen aus dem Nichts zum Führungstor durch Jude Bellingham.

Gegen Sporting dagegen tat sich die Mannschaft von Trainer Marco Rose lange schwer, verwaltete das 1:0 aber über die Zeit – und blieb dazu erstmals seit dem DFB-Pokalspiel bei Wehen Wiesbaden (7. August) ohne Gegentor. Dazu bewies Dortmund: Es geht auch mal ohne Topstürmer Erling Haaland, der verletzt zusehen musste.

Freude bei BVB-Trainer Marco und Donyell Malen: Der 22-jährige Stürmer traf gegen Sporting Lissabon für seinen Klub.  (Quelle: imago images/Sven Simon)Freude bei BVB-Trainer Marco und Donyell Malen: Der 22-jährige Stürmer traf gegen Sporting Lissabon für seinen Klub. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Das war schlecht: Sowohl in Istanbul als auch zu Hause gegen Sporting war der BVB über weite Strecken die bessere Mannschaft, verpasste es aber eben, diese Überlegenheit auch im Ergebnis auszudrücken. Ein Luxusproblem, wenn dabei zwei Siege herausspringen – die aber auch durchaus erwartbar waren. Gegen den dritten Gruppengegner Ajax muss sich die Mannschaft trotzdem steigern, noch eine Spur schärfer, wacher, frecher sein. Aktuell sind die Borussen voll auf Kurs zur nächsten Runde.

Note: 2

VfL Wolfsburg

Ergebnisse: 0:0 bei OSC Lille, 1:1 gegen den FC Sevilla

Das war gut: Beim französischen Meister holten die "Wölfe" einen Punkt, obwohl sie die letzte halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten – eine kämpferische Leistung. Ebenso war am Mittwoch gegen Sevilla sogar ein Sieg drin, die Mannschaft von Trainer Mark van Bommel hielt in einer ruppigen Partie mit den starken Spaniern nicht nur mit, sie hatte die Andalusier eigentlich schon geschlagen – dann kamen die dramatischen letzten Minuten.

Wie auch in der Bundesliga wirkt die Elf gefestigt, sie glaubt an sich und an ihre Konkurrenzfähigkeit in der Spitze. "Wir hätten es verdient gehabt, zu gewinnen" sagte van Bommel nach dem bitteren 1:1. Das Selbstbewusstsein stimmt bei den Niedersachsen.

Schiedsrichter Georgi Kabakov in der Diskussion: Er traf eine umstrittene Entscheidung – Jerome Roussillon (M.) musste dennoch vom Platz.  (Quelle: imago images/Eibner)Schiedsrichter Georgi Kabakov in der Diskussion: Er traf eine umstrittene Entscheidung – Jerome Roussillon (m.) musste dennoch vom Platz. (Quelle: Eibner/imago images)

Das war schlecht: In beiden Partien kassierte Wolfsburg einen Platzverweis. Gegen Lille musste John Anthony Brooks mit Gelb-Rot vom Platz, im Sevilla-Spiel nun Joshua Guilavogui – wenn auch nur durch eine äußerst umstrittene Entscheidung des überforderten Schiedsrichters Georgi Kabakov, dessen Elfmeter-Pfiff nach VAR-Überprüfung die Wölfe dann auch noch den Sieg kostete.

Und: Blieb Wolfsburg im ersten Spiel noch offensiv komplett harmlos – Maxi Arnold gab erst nach 59 Minuten (!) den ersten Torschuss ab –, so mangelte es gegen Sevilla nicht an Chancen, dafür aber an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, als Stürmer Wout Weghorst gleich zwei Kontergelegenheiten (59., 72.) vergab. Klar ist: Die Gruppe mit Sevilla, Lille und Red Bull Salzburg bleibt machbar.

Note: 4

RB Leipzig

Ergebnisse: 3:6 bei Manchester City, 1:2 gegen den FC Brügge

Das war gut: Leider nichts.

Das war schlecht: Die Auftritte der Sachsen in der Königsklasse waren bisher ein Spiegelbild der Bundesligasaison: Offensiv ganz okay, defensiv aber desaströs. Nach dem 1:2 gegen Brügge waren Pfiffe im Leipziger Stadion zu hören. Und: Erste Risse zwischen Trainer Jesse Marsch und der Mannschaft scheinen sich aufzutun. "Wir haben nicht alles gegeben, um unser Tor zu verteidigen", sagte der US-Amerikaner nach der Partie – und übte damit deutliche Kritik an der eigenen Mannschaft. Die Spieler scheinen mit Marschs System nicht zurechtzukommen.

Trainer Jesse Marsch RB Leipzig und Willi Orban enttäuscht: Für RB Leipzig läuft es sowohl in der Liga, als auch in der Champions League nicht optimal.  (Quelle: imago images/Picture Point LE)Trainer Jesse Marsch vom RB Leipzig und Willi Orban enttäuscht: Für RB Leipzig läuft es sowohl in der Liga, als auch in der Champions League nicht optimal. (Quelle: Picture Point LE/imago images)

Symptomatisch: Beim 6:0 am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC spielte RB in der Abwehr mit einer Dreierkette – ein System, das schon unter Ex-Trainer Julian Nagelsmann erfolgreich funktionierte. Gegen Brügge aber stellte Marsch auf einmal wieder auf eine Viererkette um.

Dazu gab es ungewohnt viele Fehler im Spielaufbau. Die Folge: Null Punkte nach zwei Partien, und das in der starken Gruppe mit City, Paris St. Germain und Brügge. Leipzig steht schon nach zwei Spieltagen vor dem Aus in der Champions League.

Note: 6

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtung

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: