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F├╝r diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgf├Ąltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Das ist der Unterschied zwischen Mehrarbeit und ├ťberstunden

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

31.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Ersch├Âpfte Frau bei der Arbeit (Symbolbild): Mehrarbeit ist auf Dauer ungesund.
Ersch├Âpfte Frau bei der Arbeit (Symbolbild): Mehrarbeit ist auf Dauer ungesund. (Quelle: Mito/imago-images-bilder)
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Ohne ├ťberstunden l├Ąuft in einigen Unternehmen nichts. Doch leisten Angestellte dadurch gleich Mehrarbeit? Und wie viel Mehrarbeit ist eigentlich legal?

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Was gilt als Mehrarbeit, was als ├ťberstunden?
  • Wie viel Mehrarbeit ist gesetzlich zul├Ąssig?
  • Ist man verpflichtet, Mehrarbeit zu leisten?
  • Wird Mehrarbeit verg├╝tet?

Auch wenn Sie sich noch so sehr vorgenommen haben, zeitig Feierabend zu machen: Am Ende sitzen oder stehen Sie doch wieder l├Ąnger als acht Stunden am Schreibtisch oder in der Werkhalle. Doch wie viel zus├Ątzliche Arbeit ist ├╝berhaupt erlaubt?

Wir zeigen Ihnen, bis zu welcher Grenze Sie verpflichtet sind, ├ťberstunden zu leisten, wann Ihr Chef daf├╝r zahlen muss und was eigentlich ├ťberstunden von Mehrarbeit unterscheidet.

Was gilt als Mehrarbeit, was als ├ťberstunden?

Mehrarbeit im arbeitsrechtlichen Sinn liegt vor, wenn Sie die gesetzliche H├Âchstarbeitszeit ├╝berschreiten. ├ťberstunden machen Sie hingegen, wenn Sie die f├╝r Sie geltende regelm├Ą├čige Arbeitszeit ├╝berschreiten. Diese ist entweder in Ihrem Arbeitsvertrag, in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung geregelt.

  • Beispiel: Ordnet Ihr Chef an, dass Sie an einem Tag sieben statt der im Arbeitsvertrag vereinbarten sechs Stunden arbeiten, handelt es sich um eine ├ťberstunde. Mehrarbeit leisten Sie damit aber noch nicht, da Sie die gesetzliche H├Âchstarbeitszeit nicht ├╝berschreiten.

Wie viel Mehrarbeit ist gesetzlich zul├Ąssig?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sieht vor, dass die normale Arbeitszeit an Werktagen acht Stunden betr├Ągt (gesetzliche H├Âchstarbeitszeit). Ihr Chef kann Sie auf bis zu zehn Stunden verl├Ąngern, wenn er Ihnen innerhalb von bis zu sechs Monaten einen Freizeitausgleich gew├Ąhrt. Und zwar so viel, dass Sie die acht Stunden im Schnitt nicht ├╝berschreiten (┬ž 3 ArbZG). Mehr zum Freizeitausgleich lesen Sie hier.

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Sollen Sie laut Ihrem Chef l├Ąnger als zehn Stunden am Tag Mehrarbeit leisten, ist das ordnungswidrig. Sie sind dann nicht verpflichtet, dieser Anordnung nachzukommen. Stattdessen drohen Ihrem Arbeitgeber ein Bu├čgeld von bis zu 15.000 Euro und h├Âhere Lohnkosten.


Grunds├Ątzlich darf der Arbeitgeber auch Mehrarbeit an Sonn- und Feiertagen verlangen, wenn die Aufgaben nicht an Werktagen erledigt werden k├Ânnen. Allerdings m├╝ssen in der Regel mindestens 15 Sonntage im Jahr frei sein. In manchen Branchen gibt es abweichende Vereinbarungen in Tarifvertr├Ągen.

F├╝r bestimmte Angestellte gelten Mehrarbeitsverbote und -grenzen:

  • Jugendliche: F├╝r sie gilt nicht das Arbeitszeitgesetz, sondern das Jugendarbeitsschutzgesetz. Sie d├╝rfen grunds├Ątzlich keine Mehrarbeit leisten. Springen sie im Notfall doch ein, muss die Mehrheit innerhalb von drei Wochen ausgeglichen werden (┬ž 21 Abs. 2 JArbSchG).
  • Schwerbehinderte: Menschen mit Schwerbehinderung oder ihnen Gleichgestellte k├Ânnen nach ┬ž 124 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch verlangen, von Mehrarbeit freigestellt zu werden.
  • Schwangere: Werdende oder stillende M├╝tter d├╝rfen nach ┬ž 8 Mutterschutzgesetz keine Mehrarbeit leisten. Mehr zum Thema ├ťberstunden in der Schwangerschaft lesen Sie hier.

Ist man verpflichtet, Mehrarbeit zu leisten?

Ihr Arbeitgeber kann Mehrheit nicht nach Gutd├╝nken anordnen. Sie m├╝ssen sie grunds├Ątzlich nur leisten, wenn sie zuvor mit Ihnen vereinbart wurde. Dazu reicht aber eine Klausel im Arbeitsvertrag, nach der der Arbeitgeber befugt ist, Mehrarbeit anzuordnen. Die Regel gilt auch f├╝r Angestellte in Teilzeit.

Mustertext Klausel im Arbeitsvertrag

"Der Arbeitgeber beh├Ąlt sich vor, monatlich bis zu x ├ťberstunden anzuordnen. Bei der Anordnung der ├ťberstunden ber├╝cksichtigt der Arbeitgeber die betriebliche Notwendigkeit und die berechtigten Interessen des Arbeitnehmers."

Gibt es keine solche Vereinbarung zwischen Ihnen und dem Chef, kann es trotzdem sein, dass Sie zu Mehrarbeit verpflichtet sind. N├Ąmlich in Notf├Ąllen. Ein Notfall ist ein ungew├Âhnliches, nicht vorhersehbares Ereignis. Personalengp├Ąsse w├Ąhrend der Urlaubszeit und gute Auftragslagen z├Ąhlen nicht dazu. Ihr Arbeitgeber muss sich in diesen F├Ąllen schlicht besser organisieren.

Gut zu wissen: Eine Klausel zur Anordnung von ├ťberstunden im Tarifvertrag kann unwirksam sein, wenn Sie in Ihrem Einzelvertrag einen Ausschluss vereinbart haben (G├╝nstigkeitsprinzip).

Werden Sie verpflichtet, ├╝ber die gesetzlich zul├Ąssige Arbeitszeit hinaus Mehrarbeit zu leisten, also l├Ąnger als die verl├Ąngerte H├Âchstarbeitszeit von zehn Stunden, ist diese Anordnung hinf├Ąllig. Der Arbeitgeber handelt dann ordnungswidrig. Sie m├╝ssen dem nicht nachkommen.

Wird Mehrarbeit verg├╝tet?

Wie Mehrarbeit verg├╝tet wird, ist entweder im Einzelvertrag, Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung geregelt. ├ťblich ist, dass sie durch Freizeitausgleich abgegolten wird oder wie normale Arbeitszeit bezahlt wird. Manche Vertr├Ąge sehen auch Zuschl├Ąge vor (mehr dazu unten).

Gibt es keine Vereinbarung dazu, wie Mehrarbeit abgegolten wird, ergibt die Auslegung des Einzelvertrags regelm├Ą├čig, dass der Arbeitgeber geleistete ├ťberstunden oder Mehrarbeit nach ┬ž 612 Abs. 1 BGB verg├╝ten muss. Eine Ausnahme bilden allerdings leitende Angestellte.

Verg├╝tungsanspr├╝che verj├Ąhren nach drei Jahren. Tarifvertr├Ąge k├Ânnen jedoch k├╝rzere Fristen vorsehen.

Ohne Anordnung keine Verg├╝tung

Wichtig: Ihr Chef muss nur jene Mehrarbeit bezahlen, die er auch angeordnet oder zumindest gebilligt oder geduldet hat. K├Ânnen Sie als Arbeitnehmer das nicht nachweisen, haben Sie vor Gericht schlechte Karten.

Gleichzeitig sind aber auch Arbeitsvertr├Ąge ung├╝ltig, nach denen es f├╝r ├ťberstunden pauschal und ohne Einschr├Ąnkung kein zus├Ątzliches Geld gibt. Formulierungen wie "s├Ąmtliche ├ťberstunden sind durch das Gehalt abgegolten" sind unwirksam. Mehr dazu lesen Sie hier.

Was f├╝r Teilzeitkr├Ąfte und Azubis gilt

Angestellte in Teilzeit erhalten ebenfalls den normalen Stundenlohn, wenn sie Mehrarbeit leisten. ├ťbersteigt die Arbeitsdauer allerdings die eines Vollzeitbesch├Ąftigten, haben Teilzeitkr├Ąfte sogar Anspruch auf Zuschl├Ąge.

F├╝r Auszubildende sieht das Berufsbildungsgesetz (BBiG) vor, dass ├ťberstunden zu verg├╝ten oder mit Freizeit auszugleichen sind. Nach ┬ž 17 Abs. 3 d├╝rfen Azubis zwischen den zwei Alternativen w├Ąhlen.

Verg├╝tungszuschlag

Zus├Ątzlich zur Verg├╝tung per Stundenlohn kann es f├╝r ├ťberstunden Zuschl├Ąge geben. Das gilt dann, wenn sie betriebs- oder branchen├╝blich sind oder vertraglich vereinbart wurden.

  • Tarifvertrag: Die Vereinbarungen sehen oft vor, dass f├╝r ├ťberstunden an Werktagen ein Zuschlag von 25 Prozent gezahlt wird, an Sonn- und Feiertagen von 50 Prozent. Manchmal ist auch eine Staffelung vereinbart.
  • Einzelvertrag: Zuschl├Ąge zur Grundverg├╝tung k├Ânnen Sie in Ihrem Arbeitsvertrag individuell regeln. Andernfalls gibt es sie nur dann, wenn sie nach ┬ž 612 BGB betriebs- oder branchen├╝blich sind.

Gut zu wissen: F├╝r Sonn- und Feiertagsarbeit zahlen viele Arbeitgeber einen Zuschlag, auch wenn Sie an diesen Tagen keine ├ťberstunden leisten. Einen gesetzlichen Anspruch darauf haben Sie aber nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

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